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Work-Life-Balance – gibt es eine Balance zwischen Beruf und Familienleben?

Work-Life-Balance – gibt es eine Balance zwischen Beruf und Familienleben?

Hierzu befragte der GfK Verein in der durch die Financial Times Deutschland beauftragte Grundlagenstudie „Leben und Arbeiten in Deutschland“ im Frühjahr 2012 insgesamt 2.655 Menschen, die repräsentativ für alle mindestens 20 Wochenstunden arbeitenden 20 bis 59-Jährigen sind.

Der Versuch zu balancieren zwischen dem Beruf und Familie

Auch wenn zwei Drittel der Berufstätigen der Ansicht sind, Arbeit und Familie in Einklang bringen zu können, beklagen 57 Prozent, dass sie sich beruflich stark belastet fühlen. Zeitdruck und hohen Stress empfinden 43 Prozent. Work-Life-Balance scheint sich nicht einfach in die Praxis umsetzen zu lassen.

Work-Life-Balance – alles nur Theorie?

58 Prozent der Berufstätigen leiden unter gesundheitliche Beeinträchtigungen, wie Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen. Viele empfinden die Zeit, die sie für sich selbst und ihre Hobbys haben als zu kurz. Daneben glauben 60 Prozent der Berufstätigen, dass kinderlose Frauen es mit der Berufskarriere einfacher haben. Lediglich 23 Prozent sehen eingeschränkte Karrierechancen für Männer mit Kindern. Die Befragten der Studie sehen Gleit- und Teilzeit sowie Arbeitszeitkonten als wichtige Instrumente, um Leben und Arbeiten optimal zu kombinieren. 22 Prozent sehen bezügliche der Serviceangebote einen Verbesserungsbedarf. Betreuungsplätze für Kinder und gezielte Förderung weiblicher Berufstätiger sind immer noch Mangelware.

Work-Life-Balance – Vereinbarer kriegen es hin

Tatsächlich lassen sich Berufstätige hinsichtlich ihrer Sichtweise zu Arbeitsleben, Familie und Hobby/Freizeit in vier relativ gleich große Gruppen unterteilen. Da gibt es die Berufsorientierten. Bei diesen 23 Prozent handelt es sich überwiegend um Männer, die meistens Kinder haben und ihr Gewicht auf Beruf und Karriere legen. Die Familienorientierten hingegen, ebenfalls 23 Prozent, sind überwiegend in Teilzeit arbeitende Frauen mit niedrigem Schulabschluss und geringem Einkommen. Sie sind meistens Mütter eines oder mehrerer Kinder und stellen Partnerschaft, Kinder und Familie vor Arbeit, Berufskarriere und Freizeit. 50 Prozent von ihnen würden ihren Beruf für die Familie ganz aufgeben.

Die Gruppe der Vereinbarer liegt bei 30 Prozent und ist zudem die jüngste. Hier sind Männer und Frauen im gleichen Verhältnis vertreten und haben häufig Kinder. Diese Gruppe sieht kein Problem darin, Karriere und Kinder zu vereinbaren. Die Unabhängigen machen 24 Prozent aus und sind oft Singles, Männer und Selbstständige. Kinder sind in dieser Gruppe eher selten, da die Unabhängigen ihr Hauptaugenmerk auf ihren Job legen. Sehr genau achten sie zudem darauf, dass genug Raum für Freizeit und Freunde bleibt.

Eine gelungene Work-Life-Balance findet man unterm Strich am ehesten bei den Vereinbarern. Diese Gruppe hat zugleich die beste Schulbildung und arbeitet in gut bezahlten Jobs. 76 Prozent von ihnen sind der Ansicht, Arbeit und Familie vertragen sich gut. Stress verursacht Vereinbarern ihre Arbeit kaum. Eine Berufskarriere um jeden Preis lehnen sie ab. Ihren Beruf ganz für die Kinder aufgeben, dazu wären allerdings nur 8 Prozent der Vereinbarer bereit. Immerhin 30 Prozent würden die Karriere sausen lassen, wenn die Familie zu kurz käme. Nur die Familienorientierten liegen hier mit 44 Prozent weiter vorne. Die Unabhängigen und Berufsorientierten wären nicht bereit, ihre Karriere für Kinder und Familie aufzugeben. Gerade einmal 19 bzw. 17 Prozent würden das in Erwägung ziehen.

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