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EY – Gehalt, Karriere, Praktikum und Jobs bei Ernst & Young

Mehrere Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer besprechen sich in einem Meeting-Raum.

Ernst & Young, auch bekannt unter dem Kürzel EY, ist ein global operierendes Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Unternehmensberatung, Transaktionsberatung sowie klassischer Rechtsberatung. Als eine der vier größten und umsatzstärksten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt bildet EY gemeinsam mit Deloitte, KPMG und PricewaterhouseCoopers (PwC) die sogenannten Big Four. Neben der deutschen EY-Gesellschaft gibt es weltweit noch zahlreiche weitere EY-Unternehmen, die alle unter der internationalen Dachgesellschaft Ernst & Young Global Limited, oder auch EY Global, operieren. Ihren Hauptsitz hat die EY-Dachgesellschaft in London.

Die deutsche EY-Gesellschaft ist Teil des globalen EY-Netzwerks, firmiert unter EY GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und hat ihren Hauptsitz in Stuttgart. Mit insgesamt 8 DAX-Mandaten belegt die EY GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach PwC Platz zwei der deutschen Prüfungsgesellschaften. Neben der Beratung großer, börsennotierter Unternehmen wie Siemens oder Volkswagen treibt EY Deutschland auch große Projekte in den Bereichen Digitalisierung, Geschlechtergerechtigkeit und Umweltschutz voran.

Im Jahr 2020 beschäftigt Ernst & Young weltweit mehr als 290.000 Mitarbeiter in 150 Ländern. Von den insgesamt rund 700 Standorten befinden sich 21 in Deutschland, wo aktuell ca. 11.000 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Doch welche Jobs gibt es bei Ernst & Young überhaupt? Und welche Gehälter sind zu erwarten? Der folgende Artikel beschäftigt sich mit diesen und weiteren Fragen.

Die Firmengeschichte von Ernst & Young Deutschland

Die Geschichte des internationalen Konzerns Ernst & Young bzw. der Vorgängerunternehmen geht zurück bis ins Jahr 1849 und ist geprägt von zahlreichen Fusionen und Umfirmierungen. Ähnlich sieht es bei der Historie des deutschen Ablegers aus, der hier im Fokus stehen soll.

Die Entwicklung von EY Deutschland beginnt mit der Gründung zweier Treuhandgesellschaften im Jahr 1919: die Schwäbische Treuhand-Aktiengesellschaft Stuttgart (Schitag) und die Deutsche Allgemeine Treuhand AG (Datag). Nach der Einführung der gesetzlichen Pflichtprüfung von Aktiengesellschaften durch Wirtschaftsprüfer in Deutschland im Jahr 1931 werden im Folgejahr auch die Schitag und die Datag offiziell als Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zugelassen. Während des Zweiten Weltkriegs kommt die Geschäftstätigkeit der Gesellschaften zum Erliegen – viele Mitarbeiter sind umgekommen oder in Gefangenschaft geraten. Nach Ende des Kriegs geht es ab dem Jahr 1945 für beide Gesellschaften bergauf, unter anderem ist dies dem Auftragsschub infolge der Einführung des DM-Bilanzgesetzes zu verdanken, das Unternehmen dazu verpflichtet, eine Eröffnungsbilanz in Deutscher Mark zu erstellen.

In den 1980er-Jahren schließen sich sowohl die Datag als auch die Schitag einem internationalen Verbund an. Erstere tritt dem internationalen Netzwerk von Ernst & Whinney bei, letztere schließt sich der Arthur Young GmbH an. Im Jahr 1989 schließlich fusionieren diese beiden internationalen Verbünde zu Ernst & Young.

Nach der Jahrtausendwende schließt sich mit Arthur Andersen ein ehemaliger Mitbewerber der Gruppe an und trägt so dazu bei, dass das Unternehmen nun drittgrößte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Deutschland ist. Im Jahr 2013 erfolgt die weltweite Änderung des Markennamens von Ernst & Young zu EY. So firmiert nun auch die deutsche Gesellschaft unter EY Deutschland.

Ausbildung bei Ernst & Young

Auch wenn Ernst & Young nach eigener Aussage viel Wert auf die Ausbildung junger Menschen legt, ist das Angebot aktuell auf zwei Ausbildungsberufe beschränkt:

Steuerfachangestellte/-r

Während der Ausbildung zur bzw. zum Steuerfachangestellten lernen die Azubis unter anderem die Erstellung von Steuererklärungen, Jahresabschlüssen, Lohnabrechnungen und Gehaltsabrechnungen. Das theoretische Wissen, das in der Berufsschule vermittelt wird, kann im Unternehmen umgehend in die Praxis umgesetzt werden. Die Ausbildung wird mit einer Prüfung vor der Steuerberaterkammer abgeschlossen.

Kaufmann/-frau für Büromanagement

Bei der Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau für Büromanagement stehen vor allem organisatorische Fähigkeiten und der Umgang mit Zahlen im Vordergrund. Auszubildende lernen unter anderem die Bearbeitung von Büroprozessen und Geschäftsprozessen sowie den Umgang mit der entsprechenden Software. Die Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Eine Ausbildung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft dauert in der Regel zweieinhalb bis drei Jahre und kann jedes Jahr im Herbst begonnen werden. Voraussetzung für eine Aufnahme in die Ausbildungsprogramme ist eine überdurchschnittliche Mittlere Reife oder das Abitur. EY wirbt mit einer guten Übernahmechance nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung.

Duales Studium und Praktikum bei Ernst & Young

Im Vergleich zum Ausbildungsangebot ist das Angebot an dualen Studiengängen bei EY Deutschland deutlich umfangreicher. Während des Studiums wechseln sich Theoriephasen an einer Hochschule mit Praxisphasen im Unternehmen im dreimonatigen Rhythmus ab. EY kooperiert dabei mit folgenden Hochschulen:

  • Berufsakademie Sachsen
  • Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW)
  • Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
  • Hochschule Rhein Main
  • HSBA Hamburg

In Kooperation mit diesen Hochschulen bietet Ernst & Young unter anderem folgende duale Studiengänge an:

  • Business Administration
  • Business and Law in Accounting and Taxation
  • Business Informatics
  • BWL – Steuern und Prüfungswesen
  • Immobilienmanagement
  • Informatik – Cyber Security
  • Steuern und Prüfungswesen
  • Wirtschaftsinformatik

Auch hier wirbt EY mit einer guten Übernahmechance nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium.

Neben der klassischen Ausbildung und dem dualen Studium bietet EY Deutschland auch ein triales Modell an. Im Rahmen eines ausbildungsintegrierten Studiums erhalten Absolventen nicht nur einen Bachelor of Arts (B.A.) im Bereich Betriebswirtschaftslehre und Steuern, sondern sind abschließend auch ausgebildete Steuerfachangestellte. Dieses Programm dauert in der Regel acht Semester, wird jedoch nicht regelmäßig und nicht an jedem Standort angeboten.

Für Studierende, die bereits die ersten Semester ihres Bachelor-Studiums oder Master-Studiums abgeschlossen haben, bietet EY die Möglichkeit, im Rahmen eines Praktikums erste Berufserfahrungen zu sammeln. Auch wenn sich das Angebot grundsätzlich an alle Studentinnen und Studenten richtet, sollen sich Studierende der Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Rechtswissenschaften und Mathematik besonders angesprochen fühlen. Die Mindestdauer eines Praktikums bei EY Deutschland beträgt sechs Wochen.

Jobs und Gehälter bei Ernst & Young

Dank der verschiedenen Tätigkeitsfelder bietet EY eine Vielzahl beruflicher Einsatzmöglichkeiten an. Nicht nur in den Bereichen Unternehmensberatung, Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung werden stetig gut ausgebildete Menschen gesucht; auch in der IT, in der Rechtsberatung oder im kaufmännischen Bereich bieten sich viele Karrieremöglichkeiten. Einige Berufe und ihre beispielhaften Jahresbruttogehälter bei EY Deutschland zeigt die folgende Übersicht:

Grundsätzlich sind die Gehälter bei EY in bestimmten Bereichen niedriger, als es bei einer der renommiertesten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu erwarten wäre. Dass EY dennoch ein beliebter Arbeitgeber ist, verdankt die Gesellschaft vor allem ihrem guten Image. Außerdem wirbt EY mit einer Karriere, die das persönliche Vorankommen fördert und den Mitarbeitern die Möglichkeit bietet, sich zu kompetenten Führungspersönlichkeiten zu entwickeln. Des Weiteren sind Inklusion und Diversität dem Wirtschaftsprüfer nach eigener Aussage besonders wichtig. Ethnische Herkunft, Alter oder sexuelle Orientierung sollen keine Rolle spielen; stattdessen sollen junge Menschen bei EY lernen, Verantwortung zu übernehmen und die größten sozialen Herausforderungen dieser Zeit anzunehmen.

Offene Stellen bei EY Deutschland

Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Zu hohe Arbeitsbelastung? So sind die Arbeitsbedingungen bei EY Deutschland

Die Arbeit bei einer der Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist anspruchsvoll – das dürfte den meisten Bewerbenden im Vorhinein bewusst sein. Auch rund um EY Deutschland ist es kein Geheimnis, dass viele Mitarbeiter Mehrarbeit leisten und auch außerhalb ihrer Arbeitszeiten erreichbar sein müssen. Laut EY sei das jedoch nur der Fall, wenn es betrieblich auch erforderlich sei. Doch wie sind die Arbeitsbedingungen bei EY aus Sicht der Beschäftigten?

Auch wenn es in einem großen Unternehmen wie EY Deutschland mit Niederlassungen im ganzen Land schwierig ist, sich ein einheitliches Bild über die Arbeitsbedingungen und die Mitarbeiterzufriedenheit zu verschaffen, fallen in Arbeitgeberbewertungen und in unterschiedlichen Medienberichten einige Aspekte mehrfach negativ auf. Besonders die außergewöhnlich hohe Arbeitsbelastung sowie das vergleichsweise niedrige Gehalt werden immer wieder kritisiert. Viele Mitarbeiter scheinen unter dem hohen Leistungsdruck, der Mehrbelastung durch ungewöhnliche Arbeitszeiten und den vielen Geschäftsreisen zu leiden. In vielen Bereichen ist somit offenbar die Work-Life-Balance stark beeinträchtigt. Ebenfalls habe das ursprünglich positive Image der Prüfungsgesellschaft laut der Mitarbeiter und einiger Medien im Zuge des Wirecard-Skandals, der im Jahr 2020 aufgedeckt wurde, stark gelitten. Jahrelang hat EY die Wirecard-Bilanzen geprüft und Luftbuchungen des Konzerns in Milliardenhöhe nicht bemerkt. Nachdem dies bekannt wurde, rutschte Wirecard in die Pleite.

Weiterhin positiv werden hingegen der Kollegenzusammenhalt innerhalb eines Teams sowie die Gleichberechtigung von Männern und Frauen bewertet. Auch das Umweltbewusstsein sowie das Sozialbewusstsein, welche das Unternehmen auf seiner Internetseite immer wieder betont, werden von den Arbeitnehmern positiv bewertet – die Einstellungen ihres Arbeitgebers scheinen bei den Mitarbeitern gut anzukommen, Versprechen scheinen eingehalten zu werden. Besonders zu Beginn der Karriere bei EY seien die Aufgaben interessant, vielfältig und mitunter anspruchsvoll. Dennoch können die positiven Beurteilungen einiger Aspekte nicht über die zahlreichen Kritikpunkte hinwegtäuschen.

Positiv kann jedoch hervorgehoben werden, dass sich EY als reflektiertes Unternehmen zeigt und sich vieler Anliegen seiner Angestellten durchaus bewusst ist. So werde versucht, die geleistete Mehrarbeit durch flexible Arbeitszeiten und Freitage auszugleichen. Bei einer überdurchschnittlich hohen Belastung müssen zunächst die Betriebsräte angehört werden, ob weitere Überstunden geleistet werden dürfen.

Darüber hinaus muss betont werden, dass eine Tätigkeit in der Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung seit jeher mit vielen Geschäftsreisen und ungewöhnlichen Arbeitszeiten verbunden und nicht allein auf EY als Arbeitgeber zurückzuführen ist. Auch im Zuge des Wirecard-Skandals handelte EY schnell, ersetzte unter anderem die Führungsspitze und setzte eine unabhängige Expertenkommission ein. So soll das Grundvertrauen in den Wirtschaftsprüfer und sein positives Image schnellstmöglich wiederhergestellt werden.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass EY in Deutschland ein großer und wichtiger Arbeitgeber ist, der als Arbeitgeber in einigen Bereichen offenbar deutliches Verbesserungspotenzial hat. Die bereits ergriffenen Maßnahmen lassen jedoch auf eine dauerhafte Verbesserung der allgemeinen Arbeitsbedingungen bei EY hoffen.

 

Quellen

Ey.com

Focus.de

Glassdoor

Kununu.de

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