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Handball-WM 2019 – verdienen unsere Nationalspieler auch weltmeisterlich?

Handball-WM 2019 – verdienen unsere Nationalspieler auch weltmeisterlich?

Endlich wieder Handball-WM! Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der letzten Weltmeisterschaft vor zwei Jahren und bei der EM im letzten Jahr möchte sich das deutsche Nationalteam um Trainer Christian Prokop in diesem Jahr wieder besser und vor allem erfolgreicher präsentieren. Ganz besonders, weil die WM 2019 eine Heim-WM ist – zumindest zum Teil. Zum ersten Mal wird eine Handball-Weltmeisterschaft von zwei Gastgeberländern gemeinsam ausgetragen. Deutschland und Nachbar Dänemark begrüßen vom 10. bis zum 27. Januar die Weltelite des Handballsports. Dass Deutschland wie bereits bei der Heim-WM 2007 wieder Weltmeister wird, scheint nach zwei neunten Plätzen bei den letzten beiden großen Turnieren eher unwahrscheinlich. Vielleicht entsteht durch einen positiven Turnierverlauf aber auch eine Euphorie, die das Team weiter als erwartet trägt. Das Erreichen der Halbfinalspiele in Hamburg wäre ein großer Erfolg. Und wenn dort in der Barclaycard-Arena rund 13.000 Fans das eigene Team nach vorne tragen – wer weiß, was dann möglich ist?!

Neben der sportlichen Seite interessieren wir uns selbstverständlich auch für den finanziellen Aspekt unserer Handball-Nationalmannschaft: Was verdienen die WM-Helden eigentlich? Welcher Spieler ist mit welchem Gehalt der Top-Verdiener? Und gibt es eine Prämie für das Erreichen einer bestimmten Runde? Antworten auf diese Fragen und mehr gibt es in diesem Artikel.

Die Top-Verdiener – in Deutschland und international

Wer im Handball zur Verdienst-Elite gehören möchte, muss aktuell für das Team von Paris Saint-Germain spielen. In der französischen Hauptstadt spielen nicht nur die beiden absoluten Spitzenverdiener – der Däne Mikkel Hansen und der Franzose Nikola Karabatic –, sondern auch der deutsche Top-Verdiener Uwe Gensheimer. Die Ursache für die Spendierfreude der Handball-Abteilung von Paris Saint-Germain ist die gleiche, die es der Fußball-Abteilung ermöglichte, 222 Millionen Euro für Neymar auszugeben: Öl-Millionen aus Katar.

So sind Hansen und Karabatic die weltweit einzigen Handballer, die ein Gehalt oberhalb der Millionengrenze beziehen. Mikkel Hansen gilt mit einem Monatsgehalt von 80.000 Euro als der aktuell bestverdienende Handballer. Zum jährlichen Grundgehalt von 960.000 Euro kommen individuell verhandelte Prämien, die das Gesamtgehalt in den siebenstelligen Bereich heben. Und bei Nikola Karabatic kann es nicht viel weniger sein.

Uwe Gensheimer muss sich da mit deutlich weniger begnügen: Mit einem Monatsgehalt von 42.000 Euro kommt er ‚nur‘ auf gut die Hälfte des Einkommens seiner beiden Teamkameraden. Als halber Einkommensmillionär liegt er gehaltstechnisch jedoch deutlich vor seinen Kollegen aus der deutschen Nationalmannschaft.

Das verdienen die Spieler des deutschen WM-Kaders

Die monatlichen Grundgehälter der deutschen Spieler des WM-Kaders 2019, also ohne Prämien und mögliche Werbeeinnahmen, finden Sie in der folgenden Übersicht. Alle hier und im gesamten Artikel genannten Gehaltszahlen stammen allerdings aus inoffiziellen Quellen oder wurden von Brancheninsidern auf Basis zahlreicher Faktoren geschätzt, sind also ohne Gewähr.

  • Uwe Gensheimer (Paris St. Germain): 42.000 €
  • Silvio Heinevetter (Füchse Berlin): 30.000 €
  • Steffen Weinhold (THW Kiel): 29.000 €
  • Patrick Wiencek (THW Kiel): 28.000 €
  • Finn Lemke (MT Melsungen): 24.000 €
  • Hendrik Pekeler (THW Kiel): 24.000 €
  • Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen): 23.000 €
  • Paul Drux (Füchse Berlin): 22.000 €
  • Fabian Wiede (Füchse Berlin): 21.000 €
  • Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen): 20.000 €
  • Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen): 20.000 €
  • Andreas Wolff (THW Kiel): 20.000 € (wechselt im Sommer zum KS Kielce, angeblich Verdopplung des Gehalts)
  • Matthias Musche (SC Magdeburg): 17.000 €
  • Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf): 16.000 €
  • Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten): 15.000 €
  • Franz Semper (SC DHfK Leipzig): 10.000 €

Einer der prominentesten deutschen Handballer der letzten Jahre, Tobias Reichmann vom MT Melsungen (mtl. Gehalt: 17.500 €), fehlt aus gutem Grund in der Liste. Der Rechtsaußen war mit 46 Treffern in 8 Spielen einer der Erfolgsgaranten für den Gewinn der Europameisterschaft 2016 und galt eigentlich auch als sicherer Kandidat für die aktuelle Weltmeisterschaft. Doch vor wenigen Tagen wurde er, für viele überraschend, von Bundestrainer Christian Prokop aus dem WM-Kader gestrichen. Prokop nimmt dadurch mit Groetzki nur einen einzigen Rechtsaußen mit und gewinnt Platz für einen weiteren Spieler in der Defensive, dem Prunkstück des deutschen Teams. Reichmann gilt jedoch als heißester Kandidat für eine mögliche Nachnominierung, falls der Bundestrainer während des Turniers Verbesserungsbedarf sieht.

Und wo wir gerade von Prokop sprechen: Der Bundestrainer, der nach der schwachen EM im letzten Jahr stark in der Kritik stand und beinahe seinen Posten verloren hätte, verdient monatlich 18.000 €, liegt im Vergleich zu seinen Spielern gehaltstechnisch etwa im Mittelfeld. Alle Zahlen zeigen, dass sich als Spitzenhandballer durchaus beachtlich verdienen lässt. Einem Vergleich mit Fußballern, die diese Summen teilweise nicht monatlich, sondern eher wöchentlich oder – innerhalb der absoluten (Gehalts-)Weltklasse – gar täglich bekommen, halten die Handballer aber selbstverständlich nicht stand.

Siegprämien: Das winkt bei einer erfolgreichen WM

Dies zeigt sich auch in Sachen Siegesprämien. Sollte es dieses Jahr tatsächlich mit dem Titelgewinn klappen, zahlt der Deutsche Handballbund (DHB) eine Prämie von 450.000 € – für den gesamten Kader wohlgemerkt. Zum Vergleich: Für den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland hätte es vom DFB 350.000 € gegeben – in diesem Fall allerdings für jeden Spieler. Das sind finanzielle Sphären, die Handballer wohl nie erreichen werden. Die Gegenüberstellung mit der Handball-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren, wo es im Falle des Sieges 250.000 € für den gesamten Kader gegeben hätte, zeigt aber auch: Es geht aufwärts. Laut DHB-Präsident Andreas Michelmann hängt der große Sprung beim Preisgeld jedoch auch mit der Heim-WM zusammen. Hier sind die Sponsoren deutlich interessierter und spendabler, wovon auch die Mannschaft profitieren soll – bei entsprechender Leistung. Geld gibt es aber nicht nur für den Titelgewinn, wie die Prämienübersicht zeigt:

  • Weltmeister: 450.000 €
  • Finalteilnahme: 350.000 €
  • Platz 3: 250.000 €
  • Platz 4: 150.000 €
  • Überstehen der Vorrunde: 50.000 €

Es lohnt sich also auch finanziell, eine gute und erfolgreiche Heim-WM abzuliefern – auch wenn das vermutlich nicht die Hauptmotivation der sogenannten Bad Boys ist. Die Jungs wollen nach den letzten beiden Turnieren etwas gutmachen. Vor heimischem Publikum kann das zu unbezahlbaren Momenten führen.

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Quellen:

Kicker.de
ran.de
Rheinische Post Online
Spiegel Online
Sport1.de
Sport Bild
Sportschau.de