News

Fahrer, Mechaniker & Co. – das verdient man in der Formel 1

Fahrer, Mechaniker & Co. – das verdient man in der Formel 1

Nachdem es im vergangenen Jahr keinen Großen Preis von Deutschland gegeben hatte, machte die Formel 1 an diesem Wochenende endlich wieder Halt am Hockenheimring. Ein Highlight für alle Rennsportfans hierzulande, schließlich genießt die Königsklasse des Motorsports in Deutschland große Beliebtheit. Dass Sebastian Vettel in diesem Jahr wieder ernsthaft um den Titel mitfahren kann, dürfte die Popularität weiter steigern, auch wenn er das Rennen am Hockenheimring unfallbedingt nicht beenden konnte.

Dass es im Formel-1-Zirkus nicht nur um den sportlichen Wettkampf geht, sondern das Ganze auch ein Milliardengeschäft ist, wird kaum jemanden überraschen. Wir schauen uns hier einmal etwas genauer an, was die Akteure der Formel 1 verdienen, allen voran die Protagonisten: die Fahrer der PS-Boliden.

Titelduell auf jeder Ebene

Sebastian Vettel und Lewis Hamilton duellieren sich aktuell nicht nur um den Weltmeistertitel in der Formel 1, auch bei der Führung in der Gehaltsrangliste der Fahrer liefern sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Geht es rein um das Gehalt, das die Fahrer von ihrem Rennstall kassieren, hat laut inoffiziellen Informationen aktuell der deutsche vierfache Weltmeister die Nase vorn. Rund 49 Millionen Euro soll Sebastian Vettel jährlich von Ferrari kassieren. Mit fast 41 Millionen Euro liegt Lewis Hamilton aktuell noch ein gutes Stück zurück. Doch der Rückstand schmilzt. Just in diesen Tagen hat der Brite seinen Vertrag bei Mercedes um zwei Jahre bis 2020 verlängert – angeblich in Verbindung mit einer Gehaltserhöhung auf etwa 45 Millionen jährlich.

In einer anderen Finanzwertung kann Hamilton seinen Kontrahenten aber deutlich hinter sich lassen. In Sachen Werbeeinnahmen hat der Brite mehr als eine Wagenlänge Vorsprung. Durch Verträge mit zahlreichen namhaften Unternehmen wie Tommy Hilfiger, Sony, Puma, Bose, L’Oréal, Monster Energy, Bombardier und natürlich Mercedes Benz nimmt er jedes Jahr mehrere Millionen Euro zusätzlich ein. Vettel ist hier deutlich zurückhaltender. Kennt man ihn aus der Vergangenheit als Werbegesicht für Unternehmen wie Braun, Tirendo oder Procter & Gamble (Head & Shoulders), ist es in letzter Zeit in Sachen Werbung ruhiger um ihn geworden. Experten sind sich darüber einig, dass der Heppenheimer hier nicht das Optimum herausholt. Für einen Spitzenfahrer mit großer Fangemeinde, der für den weltweit beliebtesten Rennstall fährt, dürften die Interessenten Schlange stehen. Offenbar möchte Vettel seine Zeit aber nicht mit Drehs, Shootings, Sponsorenauftritten etc. verbringen – und finanziell hat er es ganz offensichtlich auch nicht nötig.

Die Gehaltsliste aller Formel-1-Fahrer 2018

Neben den beiden Top-Stars der Rennserie gibt es in der Formel 1 selbstverständlich noch einige Fahrer mehr – genaugenommen 18. Die folgende Tabelle listet alle 20 Fahrergehälter ohne persönliche Werbedeals in absteigender Reihenfolge. Alle hier und im gesamten Text genannten Einkommenszahlen stammen übrigens aus inoffiziellen Quellen oder wurden von Insidern auf Basis verschiedener Faktoren geschätzt, sind also ohne Gewähr.

  1. Sebastian Vettel (Ferrari): 49,1 Mio. €
  2. Lewis Hamilton (Mercedes): 40,9 Mio. €
  3. Fernando Alonso (McLaren): 24,6 Mio. €
  4. Valtteri Bottas (Mercedes): 9,8 Mio. €
  5. Max Verstappen (Red Bull Racing): 8,2 Mio. €
  6. Kimi Räikkönen (Ferrari): 6 Mio. €
  7. Daniel Ricciardo (Red Bull Racing): 4,9 Mio. €
  8. Nico Hülkenberg (Renault): 4,5 Mio. €
  9. Sergio Perez (Force India): 4,1 Mio. €
  10. Romain Grosjean (Haas): 3,6 Mio. €
  11. Stoffel Vandoorne (McLaren): 3 Mio. €
  12. Esteban Ocon (Force India): 2,5 Mio. €
  13. Kevin Magnussen (Haas): 2 Mio. €
  14. Lance Stroll (Williams): 1,5 Mio. €
  15. Carlos Sainz (Renault): 640.000 €
  16. Marcus Ericsson (Sauber): 410.000 €
  17. Pierre Gasly (Toro Rosso): 330.000 €
  18. Brendon Hartley (Toro Rosso): 290.000 €
  19. Sergey Sirotkin (Williams): 120.000 €
  20. Charles Leclerc (Sauber). 120.000 €

Auffällig ist, dass die dritte Position der Gehaltsrangliste mit Fernando Alonso von einem Fahrer belegt wird, der sich leistungstechnisch in ganz anderen Regionen aufhält. Der zweifache Weltmeister, der eigentlich als einer der besten Fahrer der Formel 1 gilt, wurde 2015 von der finanzstarken Verbindung aus McLaren und Honda geholt, um das Traditionsteam wieder in die Erfolgsspur zu führen, bisher allerdings erfolglos. Auch die Trennung von Motorenpartner Honda und der Wechsel zu Renault in diesem Jahr haben bisher nur geringe Fortschritte gebracht; das Auto ist einfach hoffnungslos unterlegen. Eine Tatsache, die den erfolgsverwöhnten Spanier vernehmbar nervt und ärgert und immer wieder zu Abwanderungsgerüchten beiträgt. Zuletzt wurde über einen Wechsel in die amerikanische IndyCar-Serie spekuliert, wo er 2017 einen Gastauftritt beim Saisonhighlight in Indianapolis hatte. Allerdings wäre dort für Alonso nur ein Bruchteil der knapp 25 Millionen Euro zu verdienen, die er aktuell Jahr für Jahr kassiert.

Es kommt Bewegung in den Markt

Bereits im nächsten Jahr könnten sich zahlreiche Änderungen ergeben, auch bei den Gehältern der Piloten. Denn 14 der 20 Fahrerverträge laufen Ende dieses Jahres aus. Auch Hochkaräter wie Hamilton, Bottas, Ricciardo und Räikkönen sind davon betroffen. Das Fahrerkarussell könnte sich also gehörig drehen und bisher hatten viele Beobachter den Eindruck, dass alles auf die Entwicklung der Situation bei Mercedes wartet. Nachdem dort jetzt nicht nur Hamilton, sondern auch sein Teamkollege Valtteri Bottas verlängert hat, dürfte in den nächsten Wochen Bewegung in den Markt kommen.

Als spannendste Personalie gilt dabei Daniel Ricciardo. Der Australier, der dem Vernehmen nach auf einen Platz bei Mercedes spekuliert hatte, konnte wohl auch das Interesse einiger anderer Rennställe wecken. Angeblich soll neben Ferrari auch McLaren die Fühler nach dem schnellen Sonnyboy ausgestreckt haben. Die Rede ist von einem Angebot in Höhe von 20 Millionen Euro Jahresgehalt. Schaut man sich die aktuelle Lage dort an, kann man diese Summe durchaus als Schmerzensgeld oder, positiv ausgedrückt, als Entwicklungsgeld betrachten. Auch ein Verbleib Ricciardos bei Red Bull ist durchaus möglich. In diesem Fall dürfte das Jahresgehalt allerdings von aktuell rund 5 Millionen Euro in etwa in die Regionen seines Teamkollegen Max Verstappen steigen (gut 8 Mio. €).

Mechaniker, Ingenieure & Co. – so werden andere Berufe in der Formel 1 bezahlt

Nicht überall in der Formel 1 werden derart hohe Gehälter gezahlt. Wer als Mechaniker an der Strecke oft in langen und anstrengenden Nachtschichten dafür sorgt, dass das Fahrzeug für das nächste Training, Qualifying oder Rennen wieder einsatzbereit ist, verdient häufig nicht deutlich mehr als ein Industriemechaniker im heimischen Werk. Bei großen und erfolgreichen Rennställen wie Mercedes, Ferrari oder Red Bull kann ein einfacher Mechaniker etwa 6.000 Euro monatlich verdienen. Dabei sind Prämien für WM-Punkte bereits inklusive. Kfz-Mechaniker bei weniger erfolgreichen Teams verdienen auch weniger. Dabei sind die Unterschiede in Sachen Grundgehalt in diesem Bereich deutlich geringer als z. B. bei den meisten Fahrern, allerdings gibt es in diesen Teams auch deutlich seltener Punkteprämien.

Den stressigen Job und die bei inzwischen 21 Rennen pro Saison fast durchgängigen Reisestrapazen nimmt man in der Regel aber auch nicht wegen des Geldes in Kauf, sondern aus Liebe zum Motorsport. Wer seine Chancen auf diesen Job verbessern möchte, besucht am besten eines der speziellen Motorsport-Colleges in Großbritannien. Nachdem man dieses abgeschlossen hat, startet man meist in einer der unteren Formel-Klassen und kann sich bei genügend Können und etwas Glück nach und nach hocharbeiten, bis man vielleicht mal in der Königsklasse des Motorsports, der Formel 1, landet.

Deutlich besser wird das Gehalt mit besserer Ausbildung und steigender Verantwortung. Die Stars unter den Ingenieuren wie z. B. Aerodynamik-Meister Adrian Newey kommen auf Millionengehälter. Und auch am Kommandostand können Renningenieure auf mehrere hunderttausend Euro Jahresgehalt kommen. Doch nicht jeder, der rund um den Rennzirkus arbeitet, verdient überdurchschnittlich. Kräfte im Service-Bereich bekommen in der Regel in etwa so viel, wie diese auch außerhalb des Formel-1-Umfelds im jeweiligen Land bekommen würden. Grid-Girls, die es seit dieser Saison in der Formel 1 gar nicht mehr gibt, bekamen übrigens häufig lediglich eine Übernachtungsmöglichkeit in der Jugendherberge und die Dienstkleidung gestellt – alles andere als glamourös.

Insgesamt lässt sich in vielen Fällen in der Formel 1 gutes Geld verdienen. Bernie Ecclestone, der bis 2017 Geschäftsführer der Formel 1 war, dürfte das bestätigen. Sein Vermögen wird auf insgesamt 3,3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dafür müssten Vettel, Hamilton & Co. noch einige Runden drehen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Das verdienen die deutschen Fußball-Nationalspieler

Arbeiten bei BMW: Gehalt, Berufe und Co.

Olympische Spiele: Was verdienen die Wintersportler?

Traumberuf Model? Gehälter und Arbeitsbedingungen auf dem Laufsteg


Quellen:

Auto Bild
Bild
Forbes Magazine
Motorsport Magazin
Motorsport Total
Speedweek
Sportbuzzer
Spox
Gehaltsvergleich.com möchte dir in Zukunft neue Jobs direkt im Browser anzeigen.
Nein Danke
Alles klar