News

Subway: Gehalt, Karriere und Jobs beim Fast-Food-Giganten

Ein belegtes Sandwich von Subway

Subway – nahezu jeder kennt sie, die weltweit größte Schnellrestaurantkette mit dem prägnanten Logo in grün-gelben Farben. Allein in Deutschland bieten mehr als 650 Filialen die beliebten Sandwiches, Salate und Wraps zum Mitnehmen oder zum Verzehr vor Ort an. Die Kundschaft kann sich ihre Mahlzeit sogar selbst aus verschiedenen Zutaten und Extras zusammenstellen und live beobachten, wie das individuelle Produkt kreiert wird.

Die Marke Subway wirbt mit Frischestandards und Innovationen wie dem Giant Sub, das bis zu 36 Personen satt machen soll, oder dem Lieferservice Subway Click&Eat, mit welchem der Konzern auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie reagierte.

Aber wie steht die Fast-Food-Kette mit ihren weltweit mehr als 41.000 Filialen und rund 300.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen als Arbeitgeber dar? Wie sieht es mit dem Thema Nachhaltigkeit aus? Welche Berufsmöglichkeiten und Karrierechancen werden geboten, wer kann Franchisenehmer werden und was verdienen Beschäftigte bei Subway eigentlich?

 

Was bisher geschah: Geschichte und Fortschritt eines Submarine-Sandwich-Ladens

Connecticut, USA, im Jahre 1965: Der angehende Student Fred DeLuca sucht eine Finanzierungsmöglichkeit für sein Medizinstudium und gründet kurzerhand gemeinsam mit seinem Freund und Geschäftspartner Dr. Peter Buck den Sandwichladen „Pete`s Super Submarines“.

Einige Jahre und 16 Filialen später entscheiden sich die Unternehmer für den Vertrieb von Franchiselizenzen. 1974 wird zum Jahr des Durchbruchs von Subway, wie die Marke mittlerweile heißt. Heute ist die USA mit mehr als 20.000 Restaurants führender Standort und Subway in über 110 Ländern präsent. Somit gilt Subway als weltweit größte Schnellrestaurant-Kette, noch vor McDonalds, Burger King oder KFC.

Als solche zeigt der Konzern Verantwortungsbewusstsein und Bestrebungen in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Beispielsweise bezieht Subway nach eigener Aussage qualitativ hochwertige Lebensmittel von über 120 Familienbetrieben, nutzt vielfältig Recyclingmaterial und will auch im Tierschutz neue Standards setzten: Bis 2026 müssen alle europäischen Lieferanten die Vorschriften des European Chicken Commitments, der Europäischen Masthuhn-Initiative, erfüllen.

Auch sonst gibt sich der Fast-Food-Riese wandelbar: Erst kürzlich hat Subway das Geschäftsmodell durch die Einführung eines Bestell- und Lieferservices erweitert. Was mit einer Stütze für Filialen und Franchisenehmer während der Corona-Pandemie begann, entwickelte sich zu einer neuen Absatzmöglichkeit. Mittlerweile können Kundinnen und Kunden Produkte über die Subway Click&Eat-App bestellen und sich ihr Essen bequem liefern lassen. Dabei kooperiert Subway mit dem etablierten Lieferservice Lieferando.

 

Franchisenehmer bei Subway? In 8 Schritten zum Restaurantführer

Die Franchisefilialen machen tatsächlich den Großteil des Geschäfts aus und werden von privaten Akteuren betrieben, weshalb Subway übrigens auch nicht an der Börse präsent ist und keine Aktien des Unternehmens erworben werden können.

Im Grunde kann jeder, der über das notwendige Kapital verfügt, Subway Franchisenehmer und somit Restaurantführer werden. Dafür braucht es mindestens 150.000 Euro Gesamtinvestition inklusive der Lizenzgebühr von 10.000 Euro. Folgelizenzen für weitere Stores sind jeweils für die Hälfte der Gebühr erhältlich. Der Mindestwert des aufzubringenden Eigenkapitals beträgt 15.000 Euro. Außerdem fallen regelmäßige Kosten während des Restaurantbetriebs an, zum Beispiel Gebühren für Marketing und System. Sind all diese Voraussetzungen erfüllt und mit dem regionalen Gebietsbetreuer geklärt, muss noch ein geeigneter Standort gefunden sowie ein spezielles Franchisetraining absolviert werden.

Gebietsbetreuer beraten und betreuen Franchisenehmer. Sie sind beispielsweise für die Vergabe von Lizenzen, Standortanalysen sowie die Organisation der Filialen verantwortlich und haben dafür einen speziellen Kurs zum Business Development Agent (BDA) absolviert.

Das zweiwöchige Schulungsprogramm für die Franchisenehmer soll auf die spätere Rolle als Filialbesitzer vorbereiten. Zusätzlich bietet das Subway Schulungszentrum in Köln regelmäßig Weiterbildungsmöglichkeiten an. So einfach die Eröffnung einer Franchisefiliale klingen mag, Subway fordert auch Eigeninitiative des Franchisenehmers. Beispielsweise liegt es in seiner Verantwortung, ein geeignetes Bauunternehmen für die Errichtung des Restaurants nach Subway-Standards zu finden.

Vom Reinigungsmittel bis hin zur frischen Ware sind die Lieferanten aller europäischen Restaurants durch die IPC-Europe (Independent Purchasing Company Europe Limited) festgelegt. Diese Non-Profit-Organisation wird von einem Aufsichtsrat aus aktiven Franchise-Partnern geleitet und gewährleistet allen europäischen Franchise-Filialen einen finanziellen Vorteil hinsichtlich der Lieferungen. Die IPC kontrolliert die Produktion und Waren der Lieferanten nach den von Subway definierten Gold-Standards.

Seit 2017 ist der Franchisegeber Subway International B.V. Vollmitglied im Deutschen Franchiseverband, was bedeutet, dass alle Kriterien des Subway-Franchisesystems den deutschen Standards entsprechen und regelmäßig überprüft werden.

 

Subway Sandwich Artists und Karrierechancen

Als Sandwich Artists werden bei Subway die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Restaurants bezeichnet, die kellnern, kassieren und die Mahlzeiten zubereiten. Für den Job als Sandwich Artist wird keinerlei Vorbildung benötigt, die Neulinge werden vor Ort sowie über die University of Subway, einem Online-Schulungstool, auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Subway Sandwich Artists arbeiten in Schichten, der Stundenlohn liegt nahe am gesetzlichen Mindestlohn. Aktuell liegt dieser bei 9,50 Euro pro Arbeitsstunde (Stand September 2021). Die Tätigkeit wird häufig als Nebenjob oder in Teilzeit ausgeführt, beispielsweise von Studierenden. Wer sich bewährt und Engagement zeigt, hat die Möglichkeit, zum Schichtleiter bzw. Assistant Manager aufzusteigen. Schichtleiter übernehmen neben dem Service auch organisatorische Aufgaben, beispielsweise die Erstellung des Dienstplans. Ihr Gehalt liegt in der Regel zwischen 10 und 11 Euro pro Stunde. Doch damit muss der Karriereweg bei Subway nicht beendet sein: Weitere Aufstiegsmöglichkeiten ergeben sich als Restaurantmanager oder sogar als Multi-Unit-Manager, wobei man eine oder gleich mehrere Filialen koordiniert und einen reibungslosen Ablauf des Betriebs sicherstellt.

Über beispielhafte Jahresbruttogehälter bei Subway bietet die folgende Liste einen Überblick – die genaue Höhe hängt dabei auch immer von der Berufserfahrung und weiteren Faktoren ab:

Zur Sandwichkette gehört aber mehr als bloß die Filialen: Berufsmöglichkeiten ergeben sich ebenfalls in vielen verwaltenden und leitenden Positionen, zum Beispiel als Manager, Consultant, Administrator oder Specialist. Auf der Unternehmensseite können sich Jobsuchende in folgenden Bereichen bewerben:

  • Administration
  • Business Development
  • Culinary/ Product Development
  • Finance
  • Human Resources
  • Marketing
  • Operations
  • PR & Communications
  • Procurement
  • Strategy & Analytics
  • Technology
  • Transfers/ Leasing

Neben dem Gehalt bietet Subway seinen Arbeitnehmern als Benefit Mitarbeiterrabatte und Essenszulagen an. Die genauen Regelungen sind dabei von der jeweiligen Filiale abhängig.

 

Aktuelle Stellenangebote bei Subway:

Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Fazit: Subway als Unternehmen und Arbeitgeber

Auch wenn die beliebte Fast-Food-Kette die Teilhabe an der Subway-Familie verspricht, ehemalige Sandwich Artists sprechen selten Lob aus. Viele berichten von einer mittelmäßigen Work-Life-Balance, schlechter Bezahlung und raten von einer Festanstellung ab. Zuschläge an Sonn- und Feiertagen gibt es laut Arbeitgeberbewertungsportalen keine. Des Weiteren ist Subway im Gegensatz zu Konkurrenten wie McDonalds, KFC oder Burger King nicht Mitglied im Bundesverband der Systemgastronomie (BdS). Mitarbeiter bei Subway profitieren also nicht von einer tariflichen Bezahlung und erhalten zum Teil ein nur knapp über dem Mindestlohn angesiedeltes Gehalt.

Auf der anderen Seite scheint doch eine Menge an Aushilfskräften und Nebenjobbern mit ihrem Arbeitgeber zufrieden zu sein. Die Angestellten schätzen die flexiblen Arbeitszeiten, Mitarbeiterrabatte und kostenfreien Getränke.

Seit der Weltfinanzkrise ab dem Jahr 2007 erlebte die Fast-Food-Kette ein rasantes Wachstum. Doch die als gesund und günstig beworbene Marke ist schon lange nicht mehr alternativlos und mit Abnahme der Kundschaft und Profitabilität ist auch die Zahl der Filialen besonders in den USA stark zurückgegangen. Ein Widerspruch: Subway ruft auf der einen Seite zum Franchising auf und stellt die Restauranteröffnung zu attraktiven Bedingungen dar, reichte im Jahr 2018 aber mehr als 700 Klagen gegen seine eigenen Franchisenehmer ein. Diese verstoßen gegen Teile des riesigen Katalogs an Betriebsvorschriften und unter Umständen sogar gegen ihre Lizenzverträge, was Restaurantschließungen zur Folge hat.

Das Image des Konzerns litt unter Skandalen der letzten Jahre. In der öffentlichen Kritik stand Subway beispielsweise wegen des hohen Zuckeranteils im Brotteig. Mit einem Zuckergehalt von zehn Prozent ist das Sandwichbrot laut einem Urteil des irischen Supreme Court in Dublin bereits kein Grundnahrungsmittel mehr, sondern eine Süßware. In Deutschland dürfen die zuckerhaltigen Submarines gerade noch als Brot bezeichnet werden. Gegen die einwandfreie Qualität der Lebensmittel spricht zudem eine Studie aus Kalifornien, welche im Thunfisch-Sandwich von Subway keinerlei Thunfisch-DNA ermitteln konnte. Dass dies im besten Fall durch Verarbeitungsprozesse wie vermehrtes Einfrieren und Aufkochen der Ware zustande kommt, lässt Subway in keinem guten Licht dastehen.

Verglichen mit anderen großen Unternehmen der Systemgastronomie schneidet Subway eher schlecht ab. Grund dafür ist die Bezahlung, Arbeitsatmosphäre und fehlende Anpassungsfähigkeit an gesellschaftliche Trends und Werte. Eine Nebentätigkeit als Sandwich Artist bietet jedoch vor allem jungen Leuten und Studierenden eine abwechslungsreiche Verdienstmöglichkeit.

 

Quellen:

Frankfurter Rundschau

Glassdoor

New York Post

Schweriner Volkszeitung

Spiegel

Subway