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Arbeiten bei Zara – Gehalt, Jobs und Perspektiven

Arbeiten bei Zara – Gehalt, Jobs und Perspektiven

Die Filialen der spanischen Modekette Zara sind aus europäischen Innenstädten nicht mehr wegzudenken. In nahezu jeder Fußgängerzone findet man Geschäfte des beliebten Unternehmens. An mehr als 2.000 Standorten bietet Zara nicht nur modische Kleidung für seine Kunden, sondern beschäftigt auch eine große Menge Mitarbeiter. Wie es ist, für Zara zu arbeiten, was man dabei verdienen kann und welche vielleicht auch weniger erwartbaren Jobs der Modegigant bietet – all das nehmen wir hier genauer in den Blick.

Der Goliath der Modewelt: Fakten zu Zara

Zara ist nicht nur Teil von Inditex, dem größten Modeunternehmen der Welt, es ist sein Zugpferd. Inditex steht für Industria de Diseño Textil und ist heute das größte Textilunternehmen der Welt, das in Wachstum- und Umsatzstärke alle anderen deutlich hinter sich lässt. Amancio Ortega, Gründer des Textilriesen und inzwischen nicht nur der reichste Mann Spaniens, sondern auch Viertplatzierter auf der Liste der reichsten Personen der Welt des Forbes Magazines 2017, wagte seine ersten Schritte in der Textilbranche bereits 1963. Nur zehn Jahre nach der Eröffnung der ersten Zara-Filiale 1975 in A Coruña bündelte Ortega sämtlichen Textilgeschäftsfelder seiner Unternehmen unter dem Namen Inditex. Neben Zara gehören die Marken Pull&Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe zur Inditex-Familie. Die Auslandsexpansion startete 1988 mit der Eröffnung der ersten Zara-Filiale in Porto (Portugal). Inzwischen beschäftigt Inditex nach eigener Aussage 171.839 Mitarbeiter, unter denen mehr als 99 Nationalitäten vertreten sind.

Die direkte Konkurrenz wie H&M konnte Inditex im letzten Jahr mit einer Umsatzsteigerung von 9 % auf 25,43 Milliarden Euro weiter hinter sich lassen. Hauptgrund für diesen Erfolg ist die Einnahmensteigerung der Zara-Filialen. Die Inditex-Familie stellt gemeinsam 7.475 Filialen weltweit, davon gehört mit 2.251 Filialen der größte Anteil zu Zara. Heute gibt es allein 78 Filialen in Deutschland. Damit ist Zara auch in der Bundesrepublik die mit Abstand am häufigsten zu findende Marke der Inditex-Familie. Dank Zaras solider Geschäftsentwicklung war das Endresultat 2017 für die Inditex-Familie ein Gewinn (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 4,31 Milliarden Euro.

Das Erfolgsrezept des spanischen Modeunternehmens hört auf den Namen Fast Fashion, bei dem es besonders um eine hohe Geschwindigkeit in der Produktion wie in den logistischen Prozessen und damit einhergehender Flexibilität geht. Aktuelle Trends der angesagten Designer werden blitzschnell kopiert und können mit einer Bearbeitungszeit von zwei bis sechs Wochen in den Verkauf gehen. Dies schließt den gesamten Produktions- und Logistikprozess, sprich von der Idee über das Design bis hin zur Auslieferung an die Filialen, ein. Der Produktionsstandort Europa bzw. Nordafrika ist dabei von entscheidender Bedeutung, denn dieser bedeutet keine lange Wartezeit auf Waren vom anderen Ende der Welt. Inditex produziert in eigenen Werken vor allem in Spanien, Portugal und der Türkei. Auch die Marketingstrategien des Modegiganten sind eher ungewöhnlich für die Branche, denn große Werbeplakate oder lange TV-Spots von Zara sucht man vergebens. Die Filialen in erstklassiger Lage in den Innenstädten auf der ganzen Welt, ausgestattet mit einer detailliert vorgegebenen Präsentation der Produkte, sind Werbung genug und locken zahlreiche Kunden in die Geschäfte.

Jobs, Gehälter und der Berufseinstieg bei Zara

Zaras Mutterkonzern Inditex schreibt sich eine ausnahmslos inklusive Arbeitsumwelt auf die Fahne und legt sich selbst die Messlatte in Bereichen wie Gender Equality oder Work-Life-Balance hoch. Ob die Umsetzung dieses ambitionierten Vorhabens in ihrer Vollständigkeit erreicht wird, ist fraglich. In den letzten Jahren stand Zara wie viele andere in der Branche immer wieder in der Kritik, besonders, wenn es um die Zusammenarbeit mit Zulieferern ging, die ihre Mitarbeiter unter sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen beschäftigen. 2011 zahlte Zaras Mutterkonzern Inditex 1,4 Millionen Euro im Zuge einer außergerichtlichen Einigung in Brasilien und konnte so einer noch höheren Strafe entgehen. 2016 deckte BBC News in mehreren Fabriken in der Türkei ebenfalls empörende Missstände auf. Nicht nur, dass an diesen Standorten – die zum damaligen Zeitpunkt für die Marke Zara produzierten – syrische Flüchtlinge unter dem türkischen Mindestlohn bezahlt wurden, es wurden auch Kinder beschäftigt. Diese im Juni 2016 aufgedeckten „Mängel“ sollten, so ließ es Zara verkünden, erst ein halbes Jahr später im Dezember desselben Jahres abgestellt werden.

In Deutschland ticken die Uhren etwas anders. Am 4. April 2014 einigte sich das Modeunternehmen mit der Gewerkschaft ver.di auf einen bundesweiten Tarifvertrag, der für damals alle ca. 4.000 Beschäftigten ab dem 1. Mai 2014 in Kraft trat. Im September 2017 hat ver.di nach fünf Verhandlungsrunden einen neuen Tarifabschluss für seine Mitarbeiter im Hamburger Einzel- und Versandhandel erkämpft, der neben einer Einmalzahlung auch eine in zwei Etappen gestaffelte 5,3-prozentige Gehaltssteigerung beinhaltete. Davon profitierten auch die größten Berufsgruppen bei Zara Deutschland, zu denen Verkäufer bzw. Verkäuferinnen, Filialleiter und Filialleiterinnen, Sales Assistants und Substitute gehören.

Ihre jährlichen Brutto-Verdienstmöglichkeiten sind im folgenden aufgelistet:

Berufserfahrung und die Dauer der Anstellung können auch im größten Modeunternehmen der Welt auf die Höhe der Gehälter Einfluss nehmen. Zara bzw. Inditex bietet zudem auch eigene Ausbildungsplätze in Deutschland an. Dazu zählen:

Schulungen und Weiterbildungen sind schon für Teilzeitkräfte zugänglich und eine Beförderungspolitik, die den Fokus auf die Förderung eigener Mitarbeiter richtet, sorgt nach eigenen Angaben dafür, dass zwei Drittel der Jobs intern besetzt werden. Oft erhalten Mitarbeiter nicht nur Vergünstigungen auf die Produkte aller Inditex-Geschäfte, sondern auch die Aussicht auf eine Teamprovision.

In einem so großen und vielfältigen Unternehmen finden sich weit mehr als die offensichtlichen Jobmöglichkeiten im Einzelhandel. In der deutschen Unternehmenszentrale in Hamburg kann man einen Berufseinstieg in ganz unterschiedlichen Bereichen finden. Dazu gehören:

Zara – der ultimative Arbeitgeber?

Zara und der Mutterkonzern Inditex bieten mit ihrer Größe und Internationalität eine Vielzahl an attraktiven beruflichen (Einstiegs-)Möglichkeiten, sowohl auf der kaufmännischen Ebene des Einzelhandels als auch weit darüber hinaus. Wie viele in der Branche steckt sich Zara bzw. Inditex hohe Ziele, auch in ihrer Personalpolitik. Als größter der Textilbranche muss sich der Konzern noch mehr als andere tagtäglich den Herausforderungen des Marktes stellen, um nicht an ihnen zu scheitern.

Arbeitnehmer in Deutschland profitieren von der Tarifbindung im Einzelhandel, Vergünstigungen bei Käufen in allen Inditex-Geschäften, Fortbildungen und Teamprovisionen. Doch dabei sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass ein internationaler Arbeitgeber wie der Modegigant Inditex auch an anderen Orten der Welt Mitarbeiter beschäftigt bzw. in Zusammenarbeit mit Zulieferern steht, deren Mitarbeiter womöglich unter deutlich schwierigeren Arbeitsbedingungen ihr Geld verdienen.

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Quellen:

etailment.de
FashionNetwork
Glassdoor
Handelsblatt
Inditex
Statista
Ver.di
Zeit Online
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