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Was verdient eigentlich ein McDonald's-Mitarbeiter?

Was verdient eigentlich ein McDonald's-Mitarbeiter?

1940 eröffnen in Kalifornien Richard und Maurice McDonald ihr erstes Burger-Restaurant – der Beginn einer (fast) weltweiten Expansion, die 1971 auch Deutschland erreichte. In diesem Jahr öffnete in München die erste McDonald’s Filiale auf bundesdeutschem Boden. Seitdem ist viel passiert. Mit aktuell fast 1.500 Restaurants und ca. 870 McCafés allein in Deutschland ist das goldene M zum Inbegriff für Fast Food und der Konzern zu einer der größten Gastronomie-Ketten geworden.

Rund 58.000 Menschen aus 125 Nationen arbeiten im Jahresschnitt in Deutschland für den Burger-Brater – davon 42% in Vollzeit, 35% in Teilzeit, 13% als kurzfristig Beschäftigte und 10% als geringfügig Beschäftigte. Bei einem derartigen Volumen sollte es einige Menschen geben, die sich für Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten bei McDonald’s interessieren. Genau für diese haben wir hier einige interessante Informationen zusammengestellt.

Karriere bei McDonald‘s

Bei einem Konzern wie McDonald’s gibt es eine große Bandbreite verschiedenster Berufe – von der einfachen Küchenkraft (als Teil der so genannten Crew), über den Restaurantleiter (Restaurant Manager genannt) bis hin zu den klassischen Bürojobs in der zentralen Verwaltung. Welche typischen Berufe es genau gibt, was zu diesen gehört und wie sie bezahlt werden? Einfach weiterlesen.

Mitarbeiter im Restaurant

Das Kernstück aller McDonald’s Restaurants ist die so genannte Crew – also jene Mitarbeiter, die am Tresen, in der Küche und am Drive-In-Schalter tagein tagaus für die Sättigung der Gäste sorgen. Um hier zu beginnen ist kein bestimmter Schulabschluss notwendig – hier kommt es eher auf andere Faktoren, wie Zuverlässigkeit, Freundlichkeit und Einsatz an. Alles, was handwerklich gekonnt werden muss, wird einem ‚on the Job‘ beigebracht. Diese Arbeit eignet sich übrigens auch perfekt als Ferienjob oder für eine kurzfristige Beschäftigung, da die Einarbeitungszeit eher kurz ist.

Wer länger dabei bleiben möchte und sich hier gut anstellt, kann vom einfachen Crew-Mitglied nach und nach zum Crew Trainer, Crew Chief, Shiftleader (Schichtleiter), Assistant Manager, bin hin zum Restaurant Manager aufsteigen. Und diese Karriere scheint nicht außergewöhnlich – zumindest wenn man den eigenen McDonald’s Zahlen glaubt. Nach diesen haben nämlich 30% der Restaurant Manager selbst als Crew-Mitglied angefangen.

Der Weg ins Restaurant-Management beginnt aber nicht zwingend ganz unten in der Crew. Wer mit einer abgeschlossenen kaufmännischen oder gastronomischen Ausbildung ins Unternehmen wechseln möchte, kann sich selbstverständlich auch direkt auf Führungspositionen im Restaurant-Management bewerben. Die passenden Ausbildungen kann man aber natürlich auch direkt bei McDonald’s machen.

Duale Berufsausbildung

McDonald’s hat aktuell etwa 1.340 Auszubildende und rühmt sich damit, dass nach Abschluss der Ausbildung ca. 75% der Azubis übernommen werden. Im Restaurantumfeld bildet der Konzern typischerweise in folgenden Berufen aus:

  • Fachkraft im Gastgewerbe: Im Zentrum der 2-jährigen, von der IHK anerkannten Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe stehen gastronomische Abläufe, Servicethemen und erste wirtschaftliche Inhalte, die praktisch im Betrieb und theoretisch in der Berufsschule vermittelt werden. Als optimale Voraussetzung gilt der Hauptschulabschluss. Wer sich innerhalb der Ausbildung als besonders fähig erweist, einen guten Abschluss erreicht und höhere Ambitionen hat, kann im Anschluss ein weiteres Jahr mit kaufmännischen Ausbildungsinhalten anhängen und damit einen Abschluss als Fachmann / Fachfrau für Systemgastronomie erreichen. Ohne dieses zusätzliche Jahr, ist nach der Ausbildung der nächste Schritt in der Regel eine Beschäftigung als Crew-Trainer.
  • Fachmann / Fachfrau für Systemgastronomie: Die 3-jährige, ebenfalls von der IHK anerkannte Ausbildung zum Fachmann / Fachfrau für Systemgastronomie eignet sich besonders für Schulabgänger mit Realschulabschluss (mittlerer Reife) oder Abitur. Inhaltlich geht es neben dem Erlernen des Restaurantalltags hier und in der Berufsschule vor allem um kaufmännisches Wissen. Themen wie Personal- und Mitarbeiterführung, Marketing oder Kostenanalyse sollen auf den späteren Einsatz im Restaurantmanagement vorbereiten. Wer ohne Abitur eingestiegen ist, hat hier sogar die Möglichkeit, parallel seine Fachhochschulreife zu erwerben und hält sich somit die Option eines späteren Studiums offen.

Duales Studium

Apropos Studium. Im Rahmen eines dualen Studiums beschäftigt McDonald’s aktuell 120 Bachelor-Studenten, die einen Teil ihrer Zeit im Restaurantbetrieb und den anderen Teil an der Hochschule verbringen. Beide dualen Studiengänge, die McDonald’s standardmäßig anbietet, verbinden das wissenschaftliche Wissen eines Hochschulstudiums mit dem praktischen Know-how einer Berufsausbildung und bereiten auf eine Karriere im Restaurant-Management vor.

  • BWL / Handel: Das anerkannte Studium an einer staatlichen Hochschule stellt Fächer wie BWL, Mathematik, Informatik, Recht und Sprachen in den Fokus, die Ausbildung im Restaurant ergänzt dies durch die Vermittlung von Wissen aus den Bereichen Produktion, Marketing, Personalwesen u.a. Darüber hinaus erhalten die Studenten interne Weiterbildungen durch den Ausbilder vor Ort und in zentralen McDonald’s Ausbildungszentren.
  • BWL / Foodmanagement: Neben den Inhalten des oben genannten Studiums legt dieser Studiengang der DHBW Heilbronn einen besonderen Fokus auf die Lebensmittelwirtschaft und deren Themen, wie Verbraucherschutz, Qualitätssicherung, Ernährungsaspekte etc.

Traineeship

Für Absolventen eines BWL-Studiums, die ihre berufliche Zukunft als Führungskraft in der Gastronomie sehen, bietet McDonald’s ein Trainee-Programm mit dem Namen „Operations Trainee“ an. In 15 Monaten lernen die Teilnehmer das gesamte operative Geschäft in Restaurants und Schulungszentren kennen, um später im Restaurant-Management die Produktqualität zu gewährleisten.

Praktikum

Neben einem offiziell von McDonald’s angebotenem Schülerpraktikum, das Schülern die Möglichkeit gibt, in den Alltag der Ausbildungsberufe hinein zu schnuppern und dadurch herauszufinden, ob diese den eigenen Interessen entsprechen, ist ein Praktikum eigentlich für jeden sinnvoll, der in einem der McDonald’s Restaurants arbeiten möchte. Denn so findet man am besten heraus, ob die Arbeitsinhalte und -aufgaben, das Arbeitsumfeld, das Team und das Restaurant-Management zu einem selbst passen. Einfach im Restaurant anfragen – ein Tag Probearbeiten oder ein kurzes Praktikum sollten fast immer möglich sein.

Mitarbeiter in der Verwaltung

In der Unternehmenszentrale in München oder den regionalen Servicecentern in Offenbach, Berlin und München finden sich viele klassische Berufsbilder der Verwaltung im Marketing, Produktbereich, Controlling oder in der Rechtsabteilung. Aber auch einige spezielle Berufe, die so nicht in jeder Verwaltung zu finden sind, wie z. B. Architekten oder Bauingenieure, werden bei McDonald’s immer wieder gebraucht

Das Gehalt bei McDonald’s

Das Gute zuerst: McDonald’s zahlt nach Tarif. Das heißt: Es ist klar geregelt, wer in welcher Position welchen Lohn bekommt. Das Schlechte: Die Bezahlung ist – wie oft in der Gastronomie – eher mies. Einfache Crew-Mitglieder bekamen bis Ende 2016 zum Einstieg mit 8,60 € pro Stunde nur minimal mehr als den gesetzlichen Mindestlohn – und zwar 10 Cent. Da der Mindestlohn zum 1. Januar 2017 von 8,50 € aber auf 8,84 € angestiegen ist, befinden sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) aktuell in Verhandlungen, um einen neuen, den gesetzlichen Mindestanforderungen genügenden, Tarifvertrag abzuschließen. Bis dieser offiziell verabschiedet ist, bekommen alle, deren Gehalt unterhalb des neuen Mindestlohns liegt, eine übertarifliche Mindestlohnzulage. Bis Ende 2019 soll der Mindestlohn auf 9 Euro pro Stunde steigen.

Wer genauer wissen möchte, welche Tätigkeit in welche der 12 Tarifgruppen gehört und wie die Bezahlung innerhalb dieser Gruppen pro Stunde und pro Monat aussieht, findet hier alle aktuellen Zahlen: Gehaltstabelle für die Systemgastronomie

Positiv ist, dass der Tarifvertrag ein jährliches Urlaubsgeld, eine Jahressonderzuwendung kurz vor Weihnachten sowie Feiertags- und Nachtzuschläge vorsieht. Durch die Sonderzahlungen, die inzwischen in einigen anderen Branchen nicht mehr gezahlt werden, steigt das Jahresgehalt zumindest leicht an. Die Höhe der Sonderzahlungen und vieles mehr kann im Manteltarifvertrag für die Systemgastronomie nachgelesen werden.

Auch Auszubildende erhalten diese Sonderzahlungen im Sommer und zum Jahresende – und zwar jeweils in Höhe der Hälfte ihrer monatlichen Ausbildungsvergütung. Diese beträgt im ersten Ausbildungsjahr 710 €, im zweiten 800 € und im dritten und letzten Jahr schließlich 900 €. Ein Posten, der das eigene Konto ein bisschen entlasten könnte, sind Ausgaben für Essen und Trinken während der Arbeitszeit. Man verkauft an seinem Arbeitsplatz ja Speisen und Getränke – was liegt da näher (gesundheitliche Aspekte mal außen vor gelassen), als hin und wieder auch mal einen Burger oder ein paar Chicken Nuggets zu verdrücken? Hier gibt es – abhängig vom Betreiber des Restaurants – unterschiedliche Regelungen.

In einigen Restaurants haben die Mitarbeiter pro Arbeitstag ein bestimmtes Budget, das sie für Essen verbrauchen dürfen, in anderen Läden wiederum gibt es Rabatt auf die Preise und in ganz anderen Restaurants ist jeglicher Verzehr der eigenen Produkte verboten – es sei denn man zahlt dafür wie jeder andere Kunde auch.

Weiterführende Infos zum Thema:

Was verdient eigentlich ein Burger King Mitarbeiter?

Wie ist das Pizza Hut Gehalt?

Wie ist das Starbucks Gehalt?

Mehr für sich rausholen bei Gehaltsverhandlungen



Quellen:
www.mcdonalds.de
http://www.bundesverband-systemgastronomie.de/tarifvertraege.htm