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Arbeiten bei IKEA: Gehalt, Berufe und Karriere

Arbeiten bei IKEA: Gehalt, Berufe und Karriere

IKEA gehört in Deutschland zu den bekanntesten und gleichzeitig auch zu den beliebtesten Unternehmen überhaupt. In nahezu jedem deutschen Haushalt gibt es mindestens ein Möbelstück des schwedischen Wohngiganten und kein anderes Land trägt so viel zum Erfolg des weltweit größten Möbelhauses bei: 53 der fast 400 weltweit existierenden IKEA-Einrichtungshäuser stehen in Deutschland, etwa 15 Prozent des weltweiten Umsatzes werden hier erwirtschaftet. Und mit rund 18.000 Menschen arbeiten rund zehn Prozent aller IKEA-Mitarbeiter hierzulande.

In welchen Berufen diese Menschen arbeiten, ob das Unternehmen als Arbeitgeber genau so attraktiv wie als Einkaufsstätte ist und wieviel man bei IKEA verdient, schauen wir uns jetzt etwas genauer an.

Das ist Geschichte – wie IKEA wurde, was es heute ist

IKEA wurde bereits im Jahr 1943 in Schweden durch den damals gerade erst 17 Jahre alten Ingvar Kamprad gegründet. Der Markenname entstand dabei aus den Initialen des Gründers (I und K) sowie des elterlichen Bauernhofs (Elmtaryd in Agunnaryd – E und A). Ursprünglich wurden bei IKEA noch keine Möbel verkauft, sondern allerlei verschiedene Konsumgüter wie Strümpfe, Schmuck und Brieftaschen. Erst 1947 erweiterte der Gründer sein Sortiment um Möbel, die er an Bauern aus der Umgebung verkaufte. Von Beginn an standen dabei niedrige Preise im Vordergrund des Geschäftskonzepts. Um die Kosten für die Möbel noch weiter zu drücken, entwickelte man 1955 die ersten Bausätze, die der Kunde selbst zu Hause montieren konnte.

1958 eröffnete IKEA sein erstes Möbelhaus. Das beliebte Restaurant, das auch heute noch für seine typisch schwedischen Gerichte und die niedrigen Preise bekannt ist, war dabei von Anfang an Teil des Konzepts. In der Mittagszeit, in der Einrichtungshäuser in der Regel leer sind, sollten so neue Kunden angezogen werden. Heute werden jährlich bereits mehr als 1,5 Milliarden Euro in den Restaurants umgesetzt und fast jeder dritte Restaurantbesucher kommt nur wegen des Essens zu IKEA.

Heute ist IKEA nicht mehr im Privatbesitz des Gründers, sondern gehört der Stichting INGKA Foundation, einer IKEA-Stiftung, die ihren Sitz in den Niederlanden hat. Die Stiftung, bei der Ingvar Kamprad im Aufsichtsrat sitzt, bietet verschiedene Vorteile: So muss die Stiftung nur wenig Steuern bezahlen und kann nicht von anderen Firmen übernommen werden. Bei einem Wert von ca. 36 Milliarden Dollar ist IKEA damit auf dem Papier die größte gemeinnützige Organisation der Welt. Tatsächlich geht ein großer Teil der Einnahmen von IKEA aber als Kapital zurück in das Unternehmen und damit nicht in gemeinnützige Zwecke.

Nach eigenen Angaben hat IKEA 2015 allerdings auch etwa 120 Millionen Euro in gemeinnützige Projekte investiert, bei welchen es vor allem um die Gestaltung der Zukunft von Kindern und Jugendlichen geht. Zudem schreibt sich der Konzern das Thema Nachhaltigkeit groß auf die Fahne. Sowohl bei der Produktion der Möbel und anderer Artikel als auch im alltäglichen Arbeiten in den Märkten und Verwaltungen sollen stets der schonende Umgang mit Ressourcen und Fairness gegenüber allen Beteiligten als Leitlinie gelten.

Daran wird gearbeitet – Berufe bei IKEA

So vielfältig wie das Sortiment inzwischen ist, so vielfältig sind auch die Berufe, die bei IKEA ausgeübt werden können. Da es neben den Einrichtungshäusern und Lagern auch einen großen Organisations- und Verwaltungsbereich gibt, werden Menschen eben nicht nur in jenen Arbeitsbereichen beschäftigt, die einem als erstes zum Thema Einzelhandel einfallen. IKEA selbst strukturiert die Jobs in zehn Bereiche:

Viele dieser Bereiche bieten sowohl bundesweit Stellen in den einzelnen Märkten als auch in der deutschen Unternehmenszentrale in Hofheim-Wallau (Hessen, zwischen Frankfurt und Wiesbaden) sowie im Distributionszentrum in Dortmund an. Typische Berufsbilder, die es in jedem Einrichtungshaus gibt, sind:

Berufe wie Call-Center-Agent oder IT-Architekt gibt es bei IKEA zwar bereits länger, sie haben aber durch den Ausbau des Onlinehandels stark an Bedeutung gewonnen.

Start in die Zukunft – Ausbildung bei IKEA

IKEA rühmt sich mit einem besonderen Arbeitsklima, in welchem gegenseitiger Respekt herrscht, sich jeder einbringen darf und ein fester Zusammenhalt für eine familiäre Atmosphäre unter den Mitarbeitern sorgt. Ein großer und wichtiger Teil dieser meist jungen Familie, in der jeder jeden duzt, sind die Auszubildenden, die in zahlreichen Ausbildungsberufen ihr Handwerk erlernen. Die folgenden Ausbildungsberufe werden deutschlandweit in allen Einrichtungsmärkten angeboten:

Die kombinierte Ausbildung Fachlagerist/-in und Fachkraft für Lagerlogistik sowie die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Dialogmarketing und jene zum/zur Fachinformatiker/-in für Systemintegration sind nur an bestimmten Standorten des Konzerns möglich.

Für alle Ausbildungsinteressenten gilt: Schulabschluss und Noten sind für IKEA nicht entscheidend. Viel größeren Wert legt das Unternehmen auf die Persönlichkeit des Bewerbers und darauf, dass dieser zu den IKEA-Werten passt. Wer sich dann im Laufe der Ausbildung im Betrieb bewährt, bekommt anschließend eine unbefristete Vollzeitstelle. Die Ausbildungsvergütung ist abhängig vom Lehrberuf und richtet sich nach dem Tarif des jeweiligen Bundeslandes. Andere Leistungen wie ein 13. Monatsgehalt (auch Weihnachtsgeld genannt), Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen sind bei vielen anderen Einzelhandelsunternehmen nicht selbstverständlich, bei IKEA aber die Regel. Außerdem dürfen sich IKEA-Azubis auch über eine gute aktuelle (Unfallversicherung) und zukünftige Absicherung (betriebliche Altersvorsorge) freuen. Der Personalrabatt und die günstige Verpflegung im Mitarbeiterrestaurant schonen den meist eh nicht besonders vollen Geldbeutel der Auszubildenden.

Insgesamt macht es den Eindruck, als würde sich der Möbelgigant sehr gut um seinen Nachwuchs kümmern – was der persönliche Ausbildungspate, der jedem Azubi zur Seite gestellt wird, noch verstärkt.

Vorbereitung auf Führungsaufgaben – Studenten bei IKEA

Mit drei dualen Studiengängen bietet IKEA die Möglichkeit, praktische und theoretische Erfahrungen auf einem akademischen Niveau von Beginn an parallel zu erwerben. Ziel ist dabei natürlich, den eigenen Führungsnachwuchs auszubilden, diesen früh an verantwortungsvolle Aufgaben heranzuführen sowie in die Unternehmensstrukturen und -werte einzuweisen. Für Studenten sind neben dem Praxisbezug besonders die Zukunftsperspektive im Konzern sowie ein bereits während des Studiums gezahltes Gehalt interessant. Wie hoch diese „faire Vergütung“ dann ist, wird vorab allerdings nicht verraten. Studiengebühren müssen die dualen IKEA-Studenten zumindest nicht bezahlen.

Teilnehmer des dreijährigen dualen Studiengangs Betriebswirtschaft (BWL) mit dem Schwerpunkt Handel wechseln im zwölfwöchigen Rhythmus zwischen dem Ausbildungsbetrieb in Hamburg und der entsprechenden Hochschule in Berlin, Thüringen oder Baden-Württemberg. Das Absicherungspaket, der Personalrabatt und die günstige Verpflegung im Mitarbeiterrestaurant sind auch hier Bestandteil des Ausbildungsvertrags.

Ganz ähnlich sieht es für die Studenten des dualen Studiengangs Betriebswirtschaft (BWL) mit dem Schwerpunkt Logistik aus. Abgesehen von der inhaltlichen Ausrichtung sind die wesentlichen Unterschiede, dass sich der Ausbildungsbetrieb in Berlin-Tempelhof und die dazugehörigen Hochschulen lediglich in Berlin und Thüringen befinden.

Der duale Studiengang Business Administration – Logistics & Transportation weist hingegen größere Unterschiede auf. Die Tatsache, dass dieses Studium vollständig auf Englisch absolviert wird, führt dazu, dass sehr gute Englischkenntnisse Voraussetzung für eine Zulassung sind, genau wie ein gutes Abitur. Der Ausbildungsbetrieb ist in diesem Fall das Distributionszentrum in Dortmund, die Hochschule ist die Duale Hochschule Gera-Eisenach in Thüringen. Die erwartete lokale Flexibilität wird durch kostenloses Wohnen in der IKEA-Wohnung am Ort der praktischen Ausbildung sowie einer von der Firma gestellten BahnCard 50 unterstützt. Nicht nur die Unterrichtssprache, sondern auch der geplante Aufenthalt an einem Partnerstandort im europäischen Ausland zeigt die internationale Ausrichtung dieses Studiums.

Neben diesen dualen Studiengängen bietet nahezu jede IKEA-Filiale auch die Möglichkeit eines studentischen Nebenjobs auf Stundenbasis.

Schwedische Verhältnisse? Das verdient man bei IKEA

Schweden, IKEAs Herkunftsland, gilt als eines der reicheren europäischen Länder, in dem die Einwohner im Schnitt mehr verdienen als in Deutschland (3.755 € vs. 3.380 €). Dies bedeutet allerdings nicht, dass das dort geltende Lohnniveau von IKEA hierzulande übernommen wird. Der Konzern verrät selbstverständlich nicht explizit, wer wieviel verdient. In der Regel bezahlt IKEA seinen Angestellten den gemäß Tarifvertrag festgelegten Lohn. Dabei variieren die Tariflöhne je nach Bundesland.

Für einige Berufe und Positionen konnten wir allerdings konkrete Jahresgehälter recherchieren, die als Orientierung gesehen werden können:

  • Kundenservice: ca. 22.000 €
  • Sales Leader: ca. 80.000 €
  • Instore Logistics Manager: ca. 58.000 €
  • Restaurantmitarbeiter: ca. 23.000 €
  • Geschäftsleiter: ca. 108.000 € (+ Firmenwagen)
  • Teamleiter: ca. 32.000 € bis ca. 66.000 €

Die große Spanne beim Gehalt des Teamleiters hat mehrere Gründe: Wie bei jeder Position ergibt es auch hier einen Unterschied, ob jemand gerade erst Teamleiter wird oder bereits über mehrere Jahre Erfahrung in dieser Position verfügt und damit auch ein höheres Einkommen bekommt. Zudem gibt es die Hierarchiestufe des Teamleiters in unterschiedlichsten Geschäftsbereichen. So kann ein Teamleiter Verkauf zum Beispiel mit einem Einstiegsgehalt von etwa 32.000 € rechnen, während ein Teamleiter z. B. im Controlling in der deutschen IKEA-Zentrale in der Regel mehr als das Doppelte verdienen wird.

Die bereits im Zusammenhang mit den Ausbildungen genannten umfangreichen Sozialleistungen und Annehmlichkeiten wie das 13. Monatsgehalt sowie Urlaubsgeld erhalten übrigens alle Angestellten. Und auch über kleine Geschenke zum Geburtstag und hin und wieder auch zu Nikolaus oder Weihnachten dürfen sich alle Mitarbeiter freuen.

Ob die propagierten flachen Hierarchien, der lockere Umgangston, die Wertschätzung der Meinung eines jeden Mitarbeiters, die umfangreichen Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Arbeitswelt etc. im Alltag tatsächlich aktiv gelebt werden und den Job bei IKEA zu einem Traumarbeitsplatz machen, bedarf einer persönlichen Überprüfung und hängt letztendlich von mehreren Faktoren ab. Mit Sicherheit unterscheiden sich einzelne Einrichtungshäuser und Standorte voneinander, das Führungspersonal spielt dabei eine große Rolle, die Zusammensetzung der Kollegenschaft, aber auch die eigene Persönlichkeit tragen zum Arbeitsklima bei. Hört man sich jedoch unter aktuellen und ehemaligen IKEA-Mitarbeitern um, verweisen überdurchschnittlich viele auf das tolle Arbeitsumfeld. Die Bezahlung ist in so einem Fall möglicherwiese gar nicht mehr der wichtigste Faktor für eine hohe Zufriedenheit im Job – obwohl auch diese im traditionell eher schlechter entlohnenden Einzelhandel branchenintern häufig überdurchschnittlich zu sein scheint.

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Quellen:

Ikea.com
Statista
Glassdoor