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Wer pflegt uns in der Zukunft?

Wer pflegt uns in der Zukunft – das fragt aktuell das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Auch tagesschau.de berichtet ausführlich über die Pläne der Gesundheitsminister, die Pflegeversicherung zu reformieren. Denn am Geld hängt in diesem Fall vieles.

Dem demografischen Wandel wird der ständig wachsende Mangel an Pflegekräftenzugeschrieben – doch sind es allein die zunehmende Lebenserwartung und die geburtenschwachen Jahrgänge, die hierfür verantwortlich sind? Wer sich in Altenpflegeeinrichtungen einmal umgeschaut hat, dem wird klar, dass es nicht allein daran liegt. Jobs in der Altenpflege sind körperlich extrem anstrengend, psychisch belastend und - und das ist wohl das große Problem – oft auch sehr schlecht bezahlt.

Gerade Arbeitsagenturen „werben“ immer wieder gerne für Stellen in der Altenpflege und empfehlen diese insbesondere für Frauen, die in Teilzeit berufstätig sein wollen.

Was dabei oft nicht bedacht wird: Natürlich gibt es Teilzeitstellen in der Pflege – doch sind diese Stellen meist im Schichtsystem, so dass sie für eine Mutter beispielsweise gar nicht in Frage kommen. Ebenso wenig für Menschen, die entweder keinen Führerschein oder kein Auto haben – denn insbesondere in ländlichen Gebieten findet zu Spät- und Nachtschichten oft gar kein ÖPNV mehr statt. Damit ist auch die Forderung des BIBB nach besserer Vereinbarkeit von Familie und (Pflege)Beruf hinfällig. Denn die Pflegebedürftigen müssen nun mal auch zu „familienunfreundlichen“ Arbeitszeiten gepflegt werden. Ein komplette Umstrukturierung müsste also her.

Dazu kommt: Pflegeeinrichtungen sparen sich teilweise zu Tode – Praktikanten übernehmen teilweise die Jobs der examinierten Fachkräfte und Auszubildende müssen Schichtleitungen übernehmen (weil sie eben mehr Ahnung haben als die Praktikanten...) Egal ob in Einrichtungen oder der ambulanten Pflege – oft werden Kräfte auf 400-Euro-Basis eingestellt. Das bietet selbst ausgebildeten Pflegerinnen und Pflegern keine Lebensgrundlage. Erst recht nicht, wenn man Bandscheibenvorfälle riskiert und sich permanent mit dem Tod konfrontiert sieht.

Hier der Gehaltscheck

Altenpfleger/Altenpflegerin: Durchschnittsgehalt 1.720 Euro

Altenpflegehelfer/Altenpflegehelferin: Durchschnittsgehalt 1.271 Euro

Werden diese Gehälter den Belastungen in der Pflege wirklich gerecht? Möchten wir selbst in Zukunft von jemandem gepflegt werden, der knapp um die 8 Euro Stundenlohn bekommt? Wie viel Fürsorge kann man da erwarten?

Weiterführende Infos zum Thema:

Gehalt Altenheimleitung

Gehalt Altentherapeut / in