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Sparkasse: Gehalt, Ausbildung, Praktikum, Karriere und Jobs

Ein Bankberater informiert ein junges Paar zu Finanzprodukten.

Man sieht sie überall: Filialen der Sparkassen gehören in deutschen Ortschaften zum Stadtbild wie Postämter, Rathäuser und Supermärkte. Das überrascht nicht, schließlich betreiben die insgesamt 376 Sparkasseninstitute in Summe rund 13.000 Filialen, deutlich mehr als jede andere Bank in Deutschland. Das hat zur Folge, dass jeder Zweite im Land ein Konto bei einer Sparkasse besitzt. Auch wegen ihrer weitreichenden Präsenz haben sich die Sparkassen einen Ruf als stabiles und verlässliches Geldinstitut erarbeitet.

Dies ist durchaus bemerkenswert, schließlich wird kaum eine Branche mit derart viel Misstrauen beäugt wie das Bankwesen. Profitgier, Intransparenz und Verantwortungslosigkeit sind nur einige der Vorwürfe, mit denen sich Banken in den letzten Jahrzehnten vermehrt auseinandersetzen müssen. Wenig verwunderlich daher, dass die Bürger der Bundesrepublik Deutschland den meisten Geldinstituten nur geringe Wertschätzung entgegen bringen. Doch während namhafte Kreditanstalten wie die Deutsche Bank (19%) oder die Postbank (28%) nur mit niedrigen Vertrauenswerten aufwarten können, geben in einer Erhebung immerhin 52 Prozent aller Befragten an, sie würden den Sparkassen vertrauen – ein Wert, dem ansonsten nur die Volksbank Raffeisenbank nahe kommt.

Dieses Vertrauen ist nicht unbegründet, denn im Gegensatz zu Privatbanken, die primär auf Gewinnmaximierung abzielen, haben sich die Sparkassen das Credo der Gemeinnützigkeit auf die Fahnen geschrieben. Im Sparkassengesetz Nordrhein-Westfalens heißt es etwa: „Die Sparkassen haben die Aufgabe, der geld- und kreditwirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft insbesondere des Geschäftsgebietes und ihres Trägers zu dienen.“ Ihrer sozialen Verantwortung kommen Sparkassen zudem auch durch karitatives Engagement nach – etwa 760 eigene Stiftungen unterstützten im Jahr 2020 wohltätige Zwecke mit über 350 Millionen Euro.

Gleichzeitig sind die Sparkassen nicht nur für ihre Kunden eine unverzichtbare Säule, sondern mit ihren knapp 205.000 Mitarbeitern auch ein bedeutender Arbeitgeber. Zeit also, sich die Sparkasse als Unternehmen genauer anzusehen. Wie sind die Sparkassen organisiert? Welche Ausbildungs- und Anstellungsmöglichkeiten gibt es dort? Und welche Gehälter kann man eigentlich erwarten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen wir uns in diesem Artikel.    

Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert: Das sind die Sparkassen

Während viele der altbekannten deutschen Banken Ende des 19. Jahrhunderts gegründet werden, geht die Geschichte der Sparkasse deutlich weiter zurück. Bereits im Jahr 1778 wird in Hamburg die Ersparungsclasse gegründet – nicht nur die erste Sparkasse Deutschlands, sondern gar der ganzen Welt. Ähnlich wie ihre heutigen Pendants verschreibt sich damals auch die Ersparungsclasse dem Wohl des Volkes und hat vor allem die Förderung der Geldvorsorge aller Bevölkerungsschichten zum Ziel. Vorbild sind hier auch Waisen- und Witwenkassen – viele von ihnen werden später in Sparkassen umgewandelt.

1801 entsteht in Göttingen dann die erste Sparkasse unter Haftung einer Kommune. Dieses Modell hat bis zum heutigen Tag Bestand und ist eines der Hauptmerkmale der Sparkassen – diese befinden sich nämlich in kommunaler Trägerschaft und fallen zudem unter das sogenannte Regionalprinzip. Dieses besagt, dass eine Sparkasse ihre Geschäfte nur in der Region ihres jeweiligen Trägers ausüben darf. So hat sich ein föderal geprägtes Modell etabliert, bei dem jede Sparkasse für sich agiert.

Was klein beginnt, entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einem Eckpfeiler der deutschen Finanzlandschaft. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es bereits rund 2.700 Sparkassen, etwa ein Drittel aller Bürger des Kaiserreichs besitzen zu dieser Zeit ein Sparkassenbuch. Ein weiterer Meilenstein: 1972 modifiziert der Gestalter Otl Aicher das Markenbild der Sparkasse und entwickelt die auch aktuell noch verwendete Version des Sparkassenlogos. Seitdem ziert das charakteristische rote S alle Filialen.

Inzwischen hat sich die Anzahl der Sparkassen deutlich verringert. Gibt es derer zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung noch mehr als 750, so sind es infolge kontinuierlicher Fusionen von Kleinsparkassen mittlerweile nur noch halb so viele. Das betrifft auch die Menge an Zweigstellen – circa 6.000 Filialen sind in den letzten dreißig Jahren verschwunden. Die Fusionierungen haben zur Folge, dass die bedeutendsten Sparkassen mittlerweile ein ähnliches Geschäftsvolumen wie Großbanken haben. Interner Marktführer ist hier die Hamburger Sparkasse (Haspa) mit einer jährlichen Bilanzsumme von mehr als 55 Milliarden Euro.

Auch wenn jede Sparkasse ein eigenes Gebilde darstellt, so besteht dennoch ein übergeordneter Verband: Alle Sparkassen sind Teil der Sparkassen-Finanzgruppe, der unter anderem ebenso alle sparkasseneigenen Stiftungen, fünf Landesbanken, acht Landesbausparkassen sowie diverse öffentliche Versicherungen und Kapitalbeteiligungsgesellschaften angehören. Mit einem jährlichen Geschäftsvolumen von fast drei Billionen Euro ist die Gruppe somit der größte Finanzdienstleister in ganz Europa und beschäftigt fast 300.000 Arbeitnehmer – in diesem Artikel sollen jedoch nur die Sparkassen an sich betrachtet werden.

Diese Ausbildungsmöglichkeiten gibt es bei der Sparkasse

Gut ausgebildete Fachkräfte sind rar und werden dementsprechend überall stark wertgeschätzt, weswegen es sich für Unternehmen lohnt, diese frühzeitig im Zuge eines Ausbildungsprogramms an sich zu binden und gleichzeitig deren fachgerechte Schulung sicherzustellen. Das ist auch im Bankwesen nicht anders, weswegen die Sparkasse nicht nur der größte Arbeitgeber, sondern auch der größte Ausbilder im deutschen Kreditgewerbe ist. Etwa 12.500 Azubis werden aktuell in einer lokalen Sparkasse ins Berufsleben geführt.

Als Ausbildungsberuf ist hier klassischerweise vor allem die Lehre zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau zu nennen. Hier lernen Auszubildende, wie sie Kunden bei allen Geldfragen individuell und kompetent beraten können, sei es beispielsweise bei der Aufnahme einer Hypothek oder der Finanzierung eines Leasingvertrags. Dieser praktische Teil wird mit theoretischem Unterricht an einer Berufsschule kombiniert, schließlich handelt es sich um eine duale Ausbildung. Bemerkenswert: Mehr als die Hälfte aller angehenden Bankkaufleute im ganzen Land erlernt den Beruf bei einer Sparkasse.

Das heißt aber nicht, dass Berufsanfängern bei den Sparkassen nicht noch andere Optionen offen stehen. Welche Berufe konkret in der lokalen Sparkasse erlernt werden können, ist von Standort zu Standort unterschiedlich; Interessierten wird geraten, sich auf der jeweiligen Internetseite zu informieren oder das direkte Gespräch in der Filiale zu suchen. Zu den bei den Sparkassen weit verbreiteten Ausbildungsberufen gehören:

Je nach Leistung und Schulabschluss dauert eine Ausbildung bei der Sparkasse zwei bis drei Jahre. Die Vergütung richtet sich in der Regel nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst (TVAöD). Dieser ist nach Ausbildungsjahr gestaffelt, demnach steht Azubis folgender Monatslohn zu:

  • ca. 1.020 € (1. Jahr)
  • ca. 1.070 € (2. Jahr)
  • ca. 1.110 € (3. Jahr)

Je nach Sparkasse können noch Zusatzleistungen hinzukommen. Beispiele hierfür sind ein kostenloses Girokonto, Fahrtkostenzuschüsse oder ein 13. Monatsgehalt. Auch dank solcher Boni hat sich die Sparkasse einen vorzüglichen Ruf als Ausbilder erworben. Eigenen Angaben zufolge wollen drei Viertel aller Lehrlinge nach Ende ihrer Ausbildung bei der Sparkasse bleiben. Wer sich dennoch nicht sicher ist, ob die lokale Sparkasse ein passender Arbeitgeber ist, kann vielerorts die Möglichkeit eines Schülerpraktikums oder Schnupperpraktikums wahrnehmen.

Wem ein Studium attraktiver erscheint und wer zudem eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung mitbringt, kann sich stattdessen auch für ein duales Studium bewerben, welches mit dem Bachelor of Arts (Fachrichtung BWL-Bank) abschließt. Dieses dauert drei Jahre und enthält zusätzliche ausbildungsbegleitende Seminare in sogenannten Sparkassenakademien, denen Sparkassen eines oder manchmal auch mehrerer Bundesländer zugeordnet sind.

Jobs und Gehälter bei der Sparkasse

Da Sparkassen unter kommunaler Trägerschaft stehen, fallen deren Arbeitnehmer unter den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD). Dieser teilt Beschäftigte in fünfzehn Entgeltgruppen ein, hinzu kommt eine Unterteilung nach Berufserfahrung. Für Angestellte der Sparkassen gibt es jedes Jahr zudem eine sogenannte Sparkassensonderzahlung, im Jahr 2020 betrug diese etwa 89 Prozent eines Monatsentgelts. Im Zuge der Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag wurde jedoch festgesetzt, dass dieser Wert in den Jahren 2021 und 2022 sinken wird. Ebenso wurden leicht verzögerte Entgelterhöhungen vereinbart. Grund hierfür sind sinkende Einnahmen der Sparkassen, hier spielt auch die Corona-Pandemie eine Rolle.

Das konkrete Einkommen eines Arbeitnehmers der Sparkasse hängt also von der Einteilung in eine der Entgeltgruppen ab – wie dies vonstattengeht, wird indes nicht einheitlich gehandhabt. Mit diesen Jahresbruttolöhnen können folgende Berufsgruppen im Durchschnitt ungefähr rechnen:

Für Führungskräfte der obersten Ebene ist die Anstellung bei einer Sparkasse ähnlich lukrativ wie bei einer Privatbank. Ein Jahresgehalt im hohen sechsstelligen oder gar niedrigen siebenstelligen Bereich gilt hier als üblich, wobei von vielen Seiten mangelnde Transparenz moniert wird; nur die wenigsten Sparkassen legen ihre Vorstandsgehälter nämlich tatsächlich offen.

Offene Stellen bei den Sparkassen

Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Berufsleben bei der Sparkasse: Überzeugt sie auch als Arbeitgeber?

Unabhängig von den zu erwartenden Einkünften hat sich die Sparkasse eine hohe Reputation als Arbeitgeber erarbeitet und wurde 2019 vom Beratungs- und Marktforschungsunternehmen trendence zum attraktivsten Arbeitgeber für Schulabgänger im Bankenwesen gekürt. Herausgehoben wurde zudem die Attraktivität für Hochschulabsolventen und sogenannte Young Professionals; hier scheint die Sparkasse ihrem Image als Institution mit hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten also gerecht zu werden.

Indessen muss allerdings abermals betont werden, dass es nicht die Sparkasse gibt, denn Arbeitsbedingungen unterscheiden sich von Sparkasse zu Sparkasse. Hier tat sich etwa die Sparkasse Bremen hervor, welche 2021 vom stern in Kooperation mit Statista zu einem der beliebtesten Arbeitgeber im Banksektor gekürt wurde; Basis waren hier Bewertungen von Angestellten. Ähnlich verhält es sich bei der Förde Sparkasse, welche im selben Jahr bei einer ähnlichen Umfrage des FOCUS-Magazins zu Deutschlands besten Arbeitgebern gezählt wurde.

Auf Online-Bewertungsportalen werden das gute Onboarding für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein starker Kollegenzusammenhalt sowie eine arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeitgestaltung positiv hervorgehoben. Im Gegensatz hierzu werden mancherorts eine ausgeprägte Bürokratie sowie veraltete und steife Organisationsstrukturen kritisiert. Im Allgemeinen lässt sich das Meinungsbild der Angestellten dennoch als vorwiegend positiv beschreiben, wobei pauschale Angaben schwierig sind – schließlich wird jede Filiale unterschiedlich geführt. Eines ist allerdings überall gleich: Durch die Beschäftigung im öffentlichen Dienst ist große Arbeitsplatzsicherheit gegeben – gerade im unbeständigen Bankensektor für viele ein zentraler Pluspunkt.

 

Quellen:

Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V.

Glassdoor

Handelsblatt

Kununu

Öffentlicher-Dienst.info

Sparkassen-Finanzgruppe

Statista