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Arbeitgeber Postbank: Karriere, Jobs und Gehalt

Ein Kundenberater der Postbank erklärt einem jungen Pärchen die Vorteile eines Finanz-Produkts.

Sparen, Wohneigentum und Altersvorsorge – die Postbank beschreibt sich selbst als „Eine Bank fürs Leben“ und ist Ansprechpartner in allen Geld- und Finanzierungsangelegenheiten für ca. 12,5 Millionen Postbank-Kunden. Seit 2018 gehört die Postbank vollständig zur Deutschen Bank AG und führt ihr Geschäft seitdem als Niederlassung derselben weiter. Das Unternehmen sieht sich vor allem als Bank des Mittelstands und unterstützt Privatkunden, aber auch Inhaber von Firmen oder Geschäften, beispielsweise bei der Auswahl des passenden Kontos. Die Bank mit Hauptsitz in Bonn betreibt deutschlandweit rund 800 eigene Filialen und zusätzlich etwa 3.000 Partnerfilialen mit der Deutschen Post.

Wie präsentiert sich das erfolgreiche Unternehmen als Arbeitgeber? Und wie sieht es mit den Gehältern bei der Postbank aus? Diese und weitere Fragen beantworten wir in diesem Artikel und werfen dabei einen genaueren Blick auf die Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen bei der Postbank.

Die Geschichte der Postbank

Als 1909 im Deutschen Reich 13 Postscheckämter gegründet werden, erhält erstmals ein großer Teil der Bürger Zugang zur bargeldlosen Bezahlung. Per Scheck oder Überweisung können sie überregional Geld anweisen. 1939 reagiert die Reichspost auf den Erfolg des Postschecks, indem sie die Postsparkasse gründet, die vor allem bei den unteren Bevölkerungsschichten beliebt ist. Mit der ersten Postreform 1989 wird aus den Postsparkassenämtern die staatliche Deutsche Bundespost Postbank gebildet. Als die Deutsche Bundespost 1994 im Zuge der zweiten Postreform privatisiert wird, gehen aus dieser die Post, die Telekom sowie die Postbank als Nachfolger der Deutschen Bundespost Postbank als eigenständige Unternehmen hervor.

Heute gehören auch die Bausparkasse BHW sowie die DSL Bank zur Postbank, welche ihren Fokus auf die Baufinanzierung legen. Da die Postbank von Anfang an eng mit der Post verbunden ist, ist sie auch heute noch Hausbank der Deutschen Post. Nachdem die Deutsche Bank seit 2009 immer mehr Anteile der Postbank übernommen hatte, erfolgt 2018 die endgültige Verschmelzung mit dem Frankfurter Finanzriesen. Die Postbank führt ihre Geschäfte jedoch weiterhin unter ihrer eigenen Marke weiter.

Die Postbank bietet Privatkunden nicht nur die Eröffnung eines Girokontos oder die Auswahl einer Kreditkarte an, sondern sie berät sie auch bei der Finanzierung von Immobilien, Autos oder der Altersvorsorge. Zusätzlich unterstützt die Postbank bei der Kapitalanlage, beispielsweise in Immobilien oder Wertpapiere. Geschäftskunden und Firmenkunden können weitere Angebote in Anspruch nehmen, wie zum Beispiel Leasing oder Factoring, und die Postbank unterstützt bei der Umsetzung des geschäftlichen Zahlungsverkehrs.

Die Postbank versucht, den aktuellen Nachhaltigkeitstrend aufzunehmen und setzt zur Schonung der Umwelt nach eigener Aussage die modernsten IT-Systeme und Technologien ein. Außerdem engagiert sie sich in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Plan für Kinder in Armut.

Ausbildung und Studium bei der Postbank

Damit eine Bank ihre Kunden zuverlässig betreuen kann, sind nicht nur gut ausgebildete Bankkaufleute essenziell, die im direkten Kundenkontakt stehen, sondern es arbeiten auch zahlreiche spezialisierte Fachkräfte im Hintergrund. Besonders kaufmännische Positionen und solche im IT-Bereich sind dabei zentral, um eine professionelle Arbeit in allen Finanzangelegenheiten gewährleisten zu können. Zusätzlich zur Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau bietet die Postbank daher noch einige weitere Ausbildungen und duale Studiengänge an.

Je nach Schulabschluss bietet die Postbank verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. So finden Absolventen sowohl mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss, als auch mit Fachabitur oder Abitur die für sie passende Ausbildung.

Folgende Ausbildungen können bei der Postbank im kaufmännischen Bereich absolviert werden:

Ein duales Studium im kaufmännischen Bereich kann mit einem Bachelor of Science in Betriebswirtschaftslehre abgeschlossen werden. Der Bachelor of Arts in Bankbetriebswirtschaft wird von der zur Postbank gehörigen BHW Bausparkasse AG angeboten.

Informationstechnische Ausbildungen und duale Studiengänge können beim Tochter-Unternehmen Postbank Systems AG absolviert werden, welches sich als interner IT-Dienstleister der Postbank um alle technischen Voraussetzungen für den reibungslosen Ablauf der Bankgeschäfte bemüht. Die Postbank Systems AG bietet folgende Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten:

Azubis können bei der Postbank mit einer monatlichen Ausbildungsvergütung von 1.000 bis 1.280 Euro rechnen. Dual Studierende erhalten einen Monatslohn von rund 1.000 Euro. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung oder dem Studium hängen die Übernahmechancen von den eigenen Leistungen sowie der persönlichen Flexibilität ab.

Wer sich für die Arbeit bei der Postbank interessiert und in einem Studiengang der Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften oder Informationstechnologie eingeschrieben ist, hat die Möglichkeit, im Rahmen eines Praktikums Berufserfahrung zu sammeln und dabei ein Bruttogehalt von monatlich 1.600 Euro zu verdienen.

Gehälter und Einsatzmöglichkeiten bei der Postbank

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der Postbank erhalten neben ihrem tariflich festgelegten Gehalt verschiedene Angebote für Sport und Gesundheit sowie regelmäßige Weiterbildungen. Zudem versucht die Postbank, sich durch Teilzeitlösungen und flexible Arbeitszeiten auch für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Familie als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Zusätzlich setzt sich die Postbank für Diversity ein, also die Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts oder ethnischer Herkunft, und unterstützt Frauen, die in eine Führungsposition aufsteigen möchten.

Ein großer Teil der offenen Stellen bei der Postbank befindet sich im Bereich Kundenberatung. Im Laufe ihrer Berufstätigkeit können Kundenberater und Kundenberaterinnen verschiedener Spezialisierungen bei der Postbank mit einem Jahresgehalt von 30.000 bis 61.500 Euro rechnen. Die Postbank bietet allerdings zahlreiche weitere Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise in den Bereichen Vertrieb und IT. Im Folgenden einige ausgewählte Stellen mit ihrem zu erwartenden Jahresbruttogehalt:

Die Postbank als moderner Arbeitgeber? So bewerten die Mitarbeiter die Arbeit bei der Bank

Die Postbank versucht stets, ihr Image als modernes und fortschrittliches Unternehmen zu bekräftigen und verspricht mit dem Slogan „Eine Bank fürs Leben“ ihren Kunden umfangreiche Beratungsangebote und Unterstützung in allen Lebenssituationen. Dafür arbeiten zahlreiche Mitarbeiter, die ihre eigene Sichtweise der Arbeitskultur auf Portalen für Arbeitgeberbewertungen mitteilen. Dort würden lediglich 38 Prozent die Postbank als Arbeitgeber empfehlen. Im Folgenden ein genauerer Blick auf einige Faktoren:

Viele Mitarbeiter nehmen die Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen positiv wahr. Auch die Möglichkeit, die Arbeitszeiten eigenverantwortlich und flexibel gestalten zu können, trifft bei vielen Mitarbeitern auf Zustimmung. Abhängig von der Position berichten einige Mitarbeiter aber auch von einer unausgewogenen Work-Life-Balance und geben an, von ihren Vorgesetzten unter Druck gesetzt zu werden. Viele Mitarbeiter, vor allem im Vertrieb, haben das Gefühl, den Kunden lediglich Kredite vermarkten zu müssen, anstatt sie professionell beraten zu können. Zusätzlich sei der Lohn für die Branche unterdurchschnittlich und das geltende Provisionsmodell unvorteilhaft für die Mitarbeiter.

Auffallend positiv sind die Bewertungen hinsichtlich des Kollegenzusammenhalts. Die Meinungen zur Kommunikation mit den Führungskräften fallen allerdings stark unterschiedlich aus. Einige Mitarbeiter kritisieren auch den Mangel an Frauen in Führungspositionen. Hinsichtlich eines modern ausgestatteten Arbeitsumfeldes äußern zahlreiche Mitarbeiter Kritik. Die Arbeitsplätze seien veraltet und die IT-Ausstattung nicht ausreichend modernisiert, sodass viele Arbeitsabläufe noch nicht digitalisiert werden konnten. Die Arbeit mit Papier ist auch ein Nachteil in Bezug auf die Nachhaltigkeit und den Umweltschutz.

Generell gilt: Die Umsetzung der Unternehmensstrategie sowie das Arbeitsklima unterschieden sich meist je nach Filiale und Abteilung. Daher lässt sich kein allgemeingültiges Urteil darüber fällen, ob sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ausreichend von ihrem Arbeitgeber unterstützt fühlen.

 

Quellen:

Berufsstart.de

Glassdoor.de

Kununu.com

Postbank.de

Verdi.de

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