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Apollo-Optik: Gehalt, Ausbildung, Karriere und Jobs beim Optiker

Eine junge Augenoptikerin berät eine Kundin bei der Auswahl ihrer Brille.

Apollo-Optik, mittlerweile der filialstärkste Optiker Deutschlands, wurde 2020 vom Magazin Stern zu einem der besten Arbeitgeber des Landes gekürt. Grund genug, sich das Unternehmen etwas genauer anzuschauen. Immerhin sind in der Zentrale im fränkischen Schwabach und den rund 900 Fachgeschäften in Deutschland etwa 5.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Damit gehört Apollo-Optik hierzulande zu den bekanntesten und größten Unternehmen, die sich auf die Fertigung und den Verkauf von Seh- und Hörhilfen spezialisiert haben.

Doch wie viel verdienen eigentlich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Apollo-Optik? Der folgende Artikel behandelt unter anderem diese Frage, thematisiert aber auch die Job- und Ausbildungsmöglichkeiten bei dem Optiker und beschäftigt sich mit der Frage, ob Apollo-Optik tatsächlich ein guter Arbeitgeber ist.

Die Geschichte von Apollo-Optik

Im Jahr 1972 wird Apollo-Optik gegründet. Der eigentliche Handelsregistereintrag erfolgt jedoch erst zehn Jahre später, damals noch unter dem Namen Apollo-Augenoptik GmbH. Drei Jahre nach der Eintragung wird der Name auf das heute bekannte Apollo-Optik GmbH gekürzt. Unter diesem Namen schließt sich Apollo 1998 der niederländischen GrandVision-Gruppe an, einem der größten Optikkonzerne der Welt. Seitdem profitiert Apollo-Optik von einem soliden Wachstum durch kontinuierliche Expansion und die Integration ehemals eigenständiger Optikerketten. Darunter fallen die Filialen von Synoptik sowie von Krane Optic und alle Optiker-Aktivitäten von Karstadt.

Als erster deutscher Filialist der Optikbranche steigt Apollo 2016 ins Online-Geschäft ein und verfolgt seitdem einen Omnikanal-Ansatz. Den Großteil seiner Brillen vermarktet Apollo-Optik jedoch nach wie vor in seinen Filialen. Ein Drittel dieser Filialen sind übrigens Franchise-Betriebe. Bereits im Jahr 1989 stellte Apollo die erste Franchise-Lizenz in Deutschland aus und wurde 2019 vom Deutschen Franchise-Verband gar zum Franchise-Geber des Jahres gekürt.

Apollo-Optik bietet seinen Franchisenehmern Unterstützung bei der Standortwahl und bei den Vorbereitungen von Bankgesprächen an. Außerdem profitieren die Partner von den IT-Systemen, den Schulungsangeboten und der Markenbekanntheit der Optiker-Kette. Dafür erwartet Apollo von seinen potenziellen Partnern zum Beispiel einen Meisterbrief im Optikerhandwerk und eine eigene solide finanzielle Basis.

Neben Franchisepartnerschaften geht Apollo-Optik seit einigen Jahren auch andere Partnerschaften ein: Seit 2000 profitieren Kunden zum Beispiel vom Bonuspunkte-Programm PAYBACK und auch ADAC-Mitglieder erhalten von Apollo-Optik exklusive Produkt- und Servicevorteile.

Darüber hinaus engagiert sich Apollo-Optik auch für soziale Projekte. Beispielsweise unterstützt der Optiker seit 2006 den SOS-Kinderdorf e.V. Laut eigener Pressemitteilung konnte das Unternehmen im Jahr 2013 durch ihr Unterstützungsprogramm 35.000 Euro spenden.

Ausbildung, Meister-Weiterbildung und Traineeship bei Apollo

Nachwuchsförderung und Ausbildung haben bei Apollo-Optik laut eigener Aussage einen sehr großen Stellenwert. Etwa 600 Auszubildende starten jährlich bei der Optiker-Kette in ihr Berufsleben. Dabei fangen alle Azubis mit einer Willkommenswoche im bayrischen Regenstauf an. Das gegenseitige Kennenlernen steht hierbei an erster Stelle, aber auch ein fachlicher Einstieg ist Teil dieser ersten Woche bei Apollo-Optik.

Deutschlandweit betreibt Apollo neun Ausbildungszentren und unterstützt jeden Auszubildenden individuell durch Online-Schulungen, Workshops, regelmäßige Feedbackgespräche und Prüfungsvorbereitungen. Zudem gibt Apollo unregelmäßig im Herbst drei Filialen für einen Monat gänzlich in Azubi-Hände. Dieses Projekt gibt den Auszubildenden Gelegenheit, ihre Kreativität und ihr Wissen unter Beweis zu stellen.

Das Unternehmen bildet in folgenden Berufen aus:

Beim Ausbildungsgehalt orientiert sich Apollo an den Tarifempfehlungen des Zentralverbands der Augenoptiker. Im ersten Jahr erhalten Auszubildende in den Filialen daher ein Monatsgehalt von ca. 750 Euro, im zweiten Jahr wird das Gehalt auf ca. 790 Euro und im dritten Jahr auf ungefähr 880 Euro erhöht. Außerdem übernimmt Apollo-Optik für seine Azubis zusätzliche Kosten wie zum Beispiel Zugtickets bei Reisen im Rahmen der Ausbildung.

Übrigens liegt die Übernahmequote nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung bei Apollo-Optik jedes Jahr bei ungefähr 90 Prozent. Einige der ehemaligen Azubis nutzen in ihrem weiteren Berufsleben die Meisterförderung des Optik-Unternehmens. Da alle Filialen von Apollo-Optik von Augenoptikermeisterinnen und Augenoptikermeistern geleitet werden, ist der Meistertitel ein notwendiger Schritt für diejenigen, die eine Stelle als Filialleiter oder Filialleiterin anstreben.

Im Zuge der Meisterförderung von Apollo suchen sich die Interessierten eine deutsche Meisterschule ihrer Wahl aus. Während die angehenden Augenoptikermeister an den Schulen das nötige Fachwissen erwerben, werden sie von einem Apollo-Mentor begleitet. Außerdem bietet Apollo ein zinsloses Darlehen in Höhe der Kosten für den Meisterkurs an. Auch anfallende Fahrtkosten und Übernachtungskosten übernimmt das Unternehmen für seine Meisteranwärter. Für erfolgreiche Absolventen der Meisterprüfung hält Apollo ein Finanzpaket in Form einer Bonuszahlung und einer zusätzlichen Prämienregelung bereit.

Nach der Meisterinnenprüfung hat Apollo-Optik ein großes Interesse daran, dass die Augenoptikermeisterinnen im weiteren Verlauf auch die Leitung einer Filiale übernehmen. Dafür haben sie ein hausinternes Traineeprogramm auf die Beine gestellt. In diesem lernen die Teilnehmerinnen in Workshops etwas über interne Prozesse bei Apollo, Mitarbeiterführung, Personalmanagement, Arbeitsrecht und Mitarbeiterentwicklung. Während des gesamten Prozesses wird in Gesprächen eine Einsatzmöglichkeit als Filialleitung geplant.

Jobs und Gehälter bei Apollo-Optik

Apollo-Optik ist stets auf der Suche nach neuen qualifizierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Dabei werden nicht nur Augenoptiker gesucht, sondern auch Hörakustikerinnen und Personal für die Zentrale in Schwabach.

Die Einsatzmöglichkeiten im Konzern sind also vielfältig – im Folgenden einige ausgewählte Stellen mit ihrem etwa zu erwartenden Jahresbruttogehalt:

Die teils sehr niedrigen unteren Gehaltsbereiche lassen sich beispielsweise durch Teilzeittätigkeiten erklären, die gerade im Verkauf und in anderen Filialpositionen häufig vorkommen können.

Zusätzlich zu den regulären Gehaltszahlungen belohnt Apollo-Optik eine langjährige Betriebszugehörigkeit mit Jubiläumsgratifikationen. Bei 40 vollendeten Jahren Betriebszugehörigkeit beträgt diese Sonderzahlung 1.000 Euro. Doch auch Beschäftigte, die 10, 20, 25 oder 30 Jahre bei Apollo-Optik tätig sind, erhalten bereits eine Sonderzahlung und zusätzliche Urlaubstage. Des Weiteren unterstützt Apollo-Optik die eigenen Mitarbeiter mit verschiedenen Partnerprogrammen und Aktionen. Darunter fallen zum Beispiel kostenfreie Sehtests sowie Sonderkonditionen bei Brillen und Kontaktlinsen.

Auch diese Benefits haben vermutlich ihren Beitrag dazu geleistet, dass Apollo-Optik im Jahr 2020 als „Leading Employer“ ausgezeichnet wurde. In der dazugehörigen Arbeitgeberstudie von Leading Employers, wurden mehr als 100.000 Firmen branchenübergreifend analysiert.

Eine Auswahl freier Stellen bei Apollo

Bruttogehalt:
Durchschnittliches Bruttogehalt bei 40 Wochenstunden

Wie ist Apollo-Optik als Arbeitgeber?

Obwohl Apollo-Optik einige positive Auszeichnungen als Arbeitgeber erhalten hat, kann die Wahrnehmung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen selbstverständlich auch eine andere sein. Insbesondere Bewerber und Bewerberinnen äußern sich auf einschlägigen Bewertungsportalen nicht immer positiv über Apollo-Optik. Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Interessierten leidet anscheinend insbesondere während der Corona-Krise. Einige der sich Bewerbenden bemängeln, nach erfolgten persönlichen Gesprächen keine Rückmeldung mehr von Apollo bekommen zu haben. Diese Erfahrungen möglicher neuer Mitarbeiter überraschen etwas, wenn man berücksichtigt, dass gerade die schnelle und unkomplizierte Kommunikation innerhalb des Unternehmens von vielen Beschäftigten positiv hervorgehoben wird.

Auch der Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft sowie die Work-Life-Balance werden von den Beschäftigten eher positiv wahrgenommen. Das sehr traditionelle Arbeitsmodell in der Zentrale, dem es an Homeoffice-Möglichkeiten und agilen Arbeitsmethoden mangele, stößt hingegen mehrfach auf Unmut. Die größten Wahrnehmungsunterschiede bei den Bewertenden gibt es jedoch bei den Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten: Während einige die Fortbildungsmöglichkeiten durch Apollo sehr zu schätzen wissen, bemängeln andere das interne Bewerbungsverfahren für einige Aufstiegsfortbildungen.

Nicht nur durch die vielen Filialen, sondern auch durch die verschiedenen Persönlichkeiten, die bei Apollo arbeiten, kommen naturgemäß unterschiedliche Wahrnehmungen zustande. Im Großen und Ganzen wird Apollo-Optik jedoch als ein sehr attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen, der seine Angestellten bei der Karriere unterstützt und laut Aussagen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ein faires Gehalt zahlt.

 

Quellen:

apollo.de

grandvision.com

kununu.com

verdi.de