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Amazon: Arbeit und Gehalt bei einem der weltweit größten Online-Versandhändler

Amazon: Arbeit und Gehalt bei einem der weltweit größten Online-Versandhändler

Es handelt sich um den wichtigsten Online-Marktplatz in der westlichen Hemisphäre: Über das US-Versandunternehmen Amazon lassen sich zahlreiche Produkte wie Bücher, CDs, Modeartikel, Lebensmittel, Schmuck, ja sogar Reisen kaufen. Die Amazon.com-Website existiert seit 1995 und hat sich seitdem zu einem der größten Online-Marktplätze mit immer mehr Produktkategorien entwickelt. Als eine der führenden E-Commerce-Plattformen erntet Amazon jedoch immer wieder Kritik für fragwürdige Einkommens- und Arbeitsverhältnisse. Die Vorwürfe geben Anlass dazu, die Arbeitsbedingungen der Amazon-Mitarbeiter und deren Gehaltsdaten genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ursprünglich war Amazon lediglich ein Bookstore im Internet. Doch nicht zuletzt die Möglichkeit, Waren mit nur einem Klick zu bestellen, führte schon wenige Jahre später zu Umsätzen in dreistelliger Millionenhöhe. Seit 1998 ist Amazon ebenfalls in Deutschland tätig – und auch hier drehte sich anfänglich alles um den Handel mit Büchern. Nach und nach wurde das Sortiment dann auf andere Bereiche erweitert. Gründer Jeffrey P. Bezos ist bis heute Geschäftsführer des Online-Versandunternehmens.

Gehälter bei Amazon Deutschland

Was verdient man eigentlich bei Amazon? Das Gehalt nach zwei Jahren Beschäftigung liegt laut dem Unternehmen bei durchschnittlich rund 2.500 € brutto im Monat, daneben haben Mitarbeiter des Versandhändlers Anspruch auf Zusatzleistungen wie Aktien, eine gesonderte Vergütung für Überstunden und Leistungsprämien. Wenn man die Gehaltsangaben der Beschäftigten bei Amazon recherchiert, stößt man auf ein durchschnittliches Bruttogehalt von knapp über 1.900 € monatlich für Versandmitarbeiter. Das Jahresgehalt liegt unter der Berücksichtigung von einem 13. Monatsgehalt, Bargeld- und Aktienprämien bei durchschnittlich knapp über 23.400 € brutto. Neben der Tätigkeit als Versandmitarbeiter bietet Amazon diverse weitere Beschäftigungsmöglichkeiten.

Folgend eine Übersicht möglicher Berufe bei dem Versandunternehmen mit der Angabe der zugehörigen Grundgehälter pro Jahr ohne variable Bestandteile (gerundete Werte):

Ausbildung und duales Studium: Logistik und mehr

An insgesamt zehn Standorten bietet Amazon hierzulande verschiedene Ausbildungsgänge und duale Studiengänge (Bachelor) an. Der Schwerpunkt liegt bei dem Versandunternehmen im Bereich Logistik: Kundenbestellungen sollen das Lager rechtzeitig verlassen und pünktlich beim Kunden ankommen. Doch auch für angehende Elektroniker und IT-Kräfte bietet Amazon Ausbildungsmöglichkeiten an, Fachinformatiker sind an nahezu allen Standorten sehr gefragt: Etwa 100 Studenten und Auszubildende arbeiten derzeit in den deutschen Amazon-Logistikzentren.

Ausbildungsgänge bei Amazon Deutschland

Duale Studiengänge bei Amazon Deutschland

  • Logistikmanagement
  • Wirtschaftsinformatik
  • International Business

Der Versandhändler stellt denjenigen, die an den Ausbildungsprogrammen bei einem der weltweit führenden Internetkonzerne interessiert sind, Einblicke in eine Vielzahl von Bereichen in Aussicht. Das Unternehmen möchte Entwicklungsmöglichkeiten bei einer Berufslaufbahn mit sicherer und langfristiger Perspektive bieten. Erwartet werden Teamgeist, Eigeninitiative, gute Noten und ein aussagekräftiges Anschreiben – Englischkenntnisse bewertet der aus den USA stammende Versandhändler als zusätzliches Plus.

Auch nach einer Ausbildung besteht die Möglichkeit, ein duales Studium zu absolvieren und danach gegebenenfalls in eine höhere Position, womöglich mit Führungsverantwortung, aufzusteigen. Die Ausbildungen sind auf eine anschließende Übernahme ausgelegt. So ist ein Großteil derjenigen, die eine Ausbildung bei Amazon abgeschlossen haben, auch im Anschluss bei dem Versandunternehmen tätig.

Wie attraktiv ist Amazon als Arbeitgeber?

Elf Amazon-Logistikzentren gibt es mittlerweile in Deutschland, insgesamt sind hierzulande mehr als 12.000 Mitarbeiter aus über 150 Nationen bei dem US-Konzern festangestellt. Der Versandhändler sieht sich des Öfteren dem Vorwurf einer unfairen Bezahlung ausgesetzt. Die Lohnanhebungen bei Amazon entsprechen laut Gewerkschaft ver.di nicht der Branchenentwicklung im Versand- und Onlinehandel. Die Gewerkschaft fordert Amazon auf, Beschäftigte gemäß dem Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel zu bezahlen. Doch das Versandunternehmen verweigert laut ver.di die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Bereits mehrfach haben Mitarbeiter des Versandunternehmens an verschiedenen Standorten in Deutschland gestreikt, seit 2013 kommt es immer wieder zu Arbeitsniederlegungen.

Die Gegenseite verteidigt sich: Aus Sicht von Amazon kann ein Arbeitgeber auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein. Die Bezahlung liege in den Logistikzentren im oberen Segment bezogen auf Gehaltsspannen bei vergleichbaren Tätigkeiten. Das Versandunternehmen verweist in Stellungnahmen zudem auf die Tatsache, dass die meisten Jobs bei Amazon keine Ausbildung erfordern.

Daneben ist Amazon Kritik im Hinblick auf das geforderte Arbeitstempo bei Versandmitarbeitern ausgesetzt. Mitarbeiter berichten von einer umfassenden Überwachung. Schenkt man jedoch den Stellungnahmen des Versandunternehmens Glauben, so stehen Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter an erster Stelle. Bei erfassten Daten gehe es demnach auch nicht um die Überwachung einzelner Arbeitsschritte der Mitarbeiter, sondern um die Kontrolle des Inventars. Diese unterstütze das Ziel der rechtzeitigen und korrekten Zustellung von Bestellungen an den Kunden.

Das schon fast monopolartige Geschäftsmodell des Internetriesen ist aus Sicht kleinerer Konkurrenten ebenfalls bedenklich. Als Mitarbeiter von Amazon Deutschland profitiert man allerdings von der Marktführerposition und kann vermutlich mit einem vergleichsweise sicheren Arbeitsplatz rechnen.

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Quellen:

Amazon
Amazon-Logistikblog
Deutschlandfunk
Norddeutscher Rundfunk
Glassdoor
Onlinehändler-News
SZ.de
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