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Berufe mit Büchern: Literaturproduktion, Verlage & Buchhandel

Eine Buchhändlerin und ein Buchhändler mit Büchern und Tablet in ihrem Laden.

Vom 16. bis zum 20. Oktober strömen dieses Jahr wieder hunderttausende Buchbegeisterte zur Frankfurter Buchmesse. Sowohl Schriftsteller und Buchhändler als auch Verleger, Literaturagenten und Lesebegeisterte treffen sich jedes Jahr in Frankfurt, um sich mit den neusten Trends auseinanderzusetzen, Kontakte zu knüpfen und über die Zukunft des (gedruckten) Buches zu diskutieren.

Sie alle haben wohl eins gemeinsam – die Liebe zu Büchern. Wer diese Leidenschaft zum Beruf machen möchte, kann sich für einen Job im Buchhandel, im Verlagswesen, in der Buch- oder der Literaturproduktion entscheiden. Welche Berufe es rund ums Buch gibt, wie viel man dort verdient und auf welchem Weg man sein Hobby zum Beruf machen kann, beleuchten wir in diesem Artikel. Darüber hinaus widmen wir uns der Frage, wie zukunftsfähig Berufe rund ums Buch wirklich sind und welche Chancen und Risiken für die Buchbranche neue Formate und Technologien wie E-Books oder Self-Publishing-Plattformen mit sich bringen.

Welche Berufsbilder rund um Bücher und Literatur gibt es?

Wer gerne und viel liest, wird an einem Beruf in der Buch-, Literatur- oder Verlagsbranche Freude haben. Um in der Branche Fuß zu fassen, wird jedoch häufig mehr als ‚nur‘ die Leidenschaft für Bücher vorausgesetzt. Technisches Know-how oder betriebswirtschaftliche Kenntnisse werden heutzutage in vielen Berufen der Buchbranche erwartet. Denn nicht in allen Berufen, die mit Büchern zu tun haben, wird zwangsläufig viel gelesen. Im Folgenden zeigen wir eine Auswahl an Berufen für Literatur-Liebhaber, Leseratten und handwerklich geschickte Bücher-Fans:

Buchhändler/-in: Kunden beraten und Bücher verkaufen

Wer als Buchhändler arbeiten möchte, muss eine wahre Leidenschaft für Bücher haben. Zu seinen Hauptaufgaben zählen Kauf, Verkauf und Präsentation von Büchern und anderen (elektronischen) Medien wie Zeitschriften, E-Books, Lernprogramme oder Hörbücher. Im Bucheinzelhandel betreut er meist eine Fachabteilung. Ob Belletristik, Fachliteratur, Fantasy oder Kinderbuch – der Buchhändler bestimmt das Sortiment und kann seine Kunden in jedem Bereich beraten. Dafür ist es wichtig, dass sich der Buchhändler nicht nur in seinem Lieblingsgenre auskennt, sondern über ein breites Fachwissen verfügt. Auch aktuelle Trends und Neuerscheinungen muss ein Buchhändler stets im Blick behalten.

Neben dem Einzel- oder Sortimentshandel können Buchhändler auch im Verlagswesen tätig sein. Dort sind sie in erster Linie für die Produkt- und Programmplanung verantwortlich. Als wahres Allround-Talent diskutiert der Buchhändler die Manuskripte mit den Autoren und Herausgebern, wirkt bei der Gestaltung von Büchern mit und erwirbt bzw. verkauft Lizenzen. Wer heutzutage Buchhändler werden möchte, sollte dafür eine dreijährige Ausbildung oder ein Studium im Bereich Buchhandel oder Verlagswesen absolvieren.

Bibliothekar/-in: beraten, pflegen, sortieren

Bücher soweit das Auge reicht: Bibliothekarinnen sind täglich von hunderten Büchern umgeben. Für manch einen Bücherwurm wohl ein Traumjob. Bibliothekarin ist die geläufigere Berufsbezeichnung für Beamtin im Bibliothekswesen im gehobenen Dienst. Eine Bibliothekarin kümmert sich um Aufbau und Pflege des Medien- und Informationsbestands bestehend aus Büchern, Zeitschriften, DVDs, CDs, E-Books und weiteren Medienpublikationen. Dabei muss sie Indexierungsverfahren entwerfen, damit Suchende in der Bibliothek möglichst schnell ihr gewünschtes Medium finden. Darüber hinaus ist eine Bibliothekarin für Auswahl und Bestellung neuer Bücher zuständig. Dazu verhandelt sie Lieferkonditionen und beschafft sich die nötigen Lizenzen.

Für die Arbeit als Bibliothekarin wird in der Regel ein Studium der Bibliotheks- und Informationswissenschaft oder eine Beamtenausbildung im Bibliothekswesen vorausgesetzt. Wer weder ein Studium noch eine Beamtenausbildung anstrebt, kann eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek beginnen. Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste unterstützen beim Aufbau der Bibliotheksbestände, stellen Bibliotheksausweise aus, helfen Nutzern und Nutzerinnen bei der Suche der Bücher und Medien und pflegen die Kataloge.

Buchbinder/-in: Bücher herstellen und restaurieren

Zwischen Bucheinbänden, Bilderrahmen und Papier: Buchbinder stellen Bücher und andere Papierwaren wie Fotoalben oder Karten her. Heutzutage werden diese größtenteils maschinell produziert. Spezielle Sonderanfertigungen und Einzelstücke muss der Buchbinder jedoch in Handarbeit anfertigen. Dabei bedient er sich überwiegend zweier Techniken: der Fadenheftung und der Klebeheftung. Auch die Restaurierung von sehr alten, antiquarischen oder beschädigten Büchern fällt in seinen Aufgabenbereich. Wer als Buchbinder arbeiten möchte, muss vor allem bei der Arbeit in handwerklichen Buchbindereien sorgfältig und präzise vorgehen.

Um als Buchbinder zu arbeiten, muss in der Regel eine gleichnamige dreijährige Ausbildung durchlaufen werden. Während der Ausbildung können angehende Buchbinder zwischen zwei Spezialisierungen wählen: Maschinelle Fertigung oder Einzel- und Sonderfertigung. Wer eher in der industriellen Produktion arbeiten möchte, sollte eine Ausbildung zum Medientechnologen im Bereich Druckverarbeitung absolvieren. In beiden Fällen kann nach der erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung eine Meisterausbildung angehängt werden.

Buchdrucker/-in: Arbeit an Druckmaschinen

Ein weiterer handwerklicher Beruf rund um Bücher und Papier ist der des Buchdruckers. Der Beruf existiert seit Mitte des 15. Jahrhunderts, hat sich aber im Laufe der Zeit erheblich weiterentwickelt. Ähnlich wie beim Beruf des Buchbinders sind hier handwerkliches Geschick und eine präzise Arbeitsweise wichtiger als eine sichere Rechtschreibung oder Wissen über Goethe und Schiller. Die Hauptaufgabe eines Buchdruckers besteht in der Vorbereitung des Drucks. Dazu wählt er die passende Druckfarbe und das Papier aus und richtet die Druckmaschinen mit den entsprechenden Einstellungen, Stanzen, Prägungen oder Nummerierungen ein. Während des Drucks überprüft er die Qualität der Druck-Erzeugnisse.

Für die Arbeit in diesem Beruf wird in der Regel eine duale Ausbildung zum Medientechnologen Druck vorausgesetzt. Wer beruflich vorankommen möchte, kann die Meisterprüfung zum Druckermeister anschließen.

Verlagslektor/-in: Prüfung und Beurteilung von Autorenmanuskripten

Passt das Buch ins Verlagsprogramm? Hat es Marktpotenzial? Sind Sprache und Inhalt passend? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigen sich Verlagslektorinnen täglich. Die Arbeit als Lektorin setzt die Leidenschaft für Bücher und Texte voraus, denn der Arbeitsalltag besteht zu einem großen Teil aus Lesen. Um Inhalt, Sprache und Marktpotenzial von Autorenmanuskripten beurteilen zu können, sind umfassende Kenntnisse über die Literaturbranche sowie ein ausgeprägtes Sprachgefühl erforderlich. Eine Verlagslektorin prüft zudem, ob die Manuskripte ins Portfolio des Verlags passen und entwickelt Produktstrategien. Häufig sind Lektorinnen auf eine oder mehrere Textarten spezialisiert (z. B. Kinderbuchlektorat, Belletristik, Wissenschaftslektorat oder Fachbuchlektorat). Weitere Aufgaben einer Verlagslektorin sind Vertragsverhandlungen mit den jeweiligen Autoren sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Viele Lektorinnen haben ein Studium der Sprachwissenschaften, der Verlagswissenschaften oder anderer Geisteswissenschaften absolviert. Auch eine Ausbildung im Buchhandel kann den Zugang zu diesem Beruf eröffnen. Zudem ist ein Volontariat im Verlagswesen enorm hilfreich. Dort lernen angehende Lektorinnen wie sie Manuskripte bewerten, neue Autoren finden und die Honorare verhandeln. Neben der Arbeit in Verlagen oder Verlagsagenturen arbeiten einige Lektorinnen auch freiberuflich für mehrere Verlage.

Korrektor/-in: mit wachem Auge und Detailliebe

Wer als Korrektor arbeitet, muss die Rechtschreibregeln aus dem Effeff beherrschen. Interpunktion, Orthografie und Grammatik hat er umfänglich verinnerlicht. Hauptsächlich beschäftigt er sich mit der Korrektur von Texten für Bücher, Zeitschriften oder Online-Publikationen. Der Beruf des Korrektors hat teilweise Überschneidungspunkte mit dem des Lektors. Anders als der Lektor ist der Korrektur jedoch nur für die sprachliche und formale, nicht aber für die inhaltliche Korrektur zuständig.

Für den Beruf des Korrektors gibt es keinen einheitlichen Ausbildungsweg. Viele Korrektoren haben ein Studium der Germanistik oder der Sprachwissenschaft absolviert. Wichtiger als das Vorhandensein eines bestimmten akademischen Abschlusses ist jedoch die umfassende Beherrschung der Sprache und ihrer Regeln.

Literaturagent/-in: Brücke zwischen Autor und Verlag

Literaturagentinnen, auch Book Scouts genannt, arbeiten überwiegend in Verlags- und Autorenagenturen und bilden dabei die Schnittstelle zwischen Autor und Verlag. Einige Autoren engagieren Literaturagentinnen, damit diese Honorare, Verträge und Konditionen mit den Verlagen aushandeln. Viele Literaturagentinnen sind wie Lektoren auf ein bestimmtes Genre spezialisiert. Sie kennen die Trends ihrer Branche und wissen, welche Publikationen bei den Verlagen gut ankommen. Zudem planen Literaturagentinnen Marketing- und Werbemaßnahmen und besuchen Buchmessen, Ausstellungen und Lesungen. Wie Literaturagentinnen Geld verdienen? In der Regel bekommen sie einen vorher ausgehandelten Prozentsatz des Autorenhonorars.

Literaturagentin ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Das bedeutet, dass sich im Grunde jeder als Literaturagentin bezeichnen kann. Um in dem Beruf erfolgreich zu sein, kann ein Studium im Bereich Buchhandel, Verlagswirtschaft, Buchwissenschaft, Medienwissenschaft oder Germanistik allerdings von Vorteil sein. Vor allem sind jedoch Berufserfahrung und ein gutes Netzwerk das A und O.

Schriftsteller/-in: der Traum vom eigenen Buch

Viele träumen davon, einmal Schriftsteller zu werden. Schriftsteller, auch Autoren genannt, haben das Schreiben zum Beruf gemacht. Dabei gibt es eine Bandbreite an Genres: Von Lyrik über Sachbücher bis hin zu Kinderbüchern und Biografien ist alles dabei. Während früher die meisten Schriftsteller auf Verlage angewiesen waren, gibt es heute viel mehr Möglichkeiten im Bereich der Selbstpublikation. Mehr dazu aber später.

Auch die Berufsbezeichnung Schriftsteller ist nicht geschützt. Demnach kann sich im Grunde jeder, der Texte schreibt, Schriftsteller nennen. Trotzdem gibt es einige Studiengänge (z. B. Literarisches Schreiben oder Kreatives Schreiben), in denen das Handwerk gelernt werden kann. Ein gutes Ausdrucksvermögen, viel Fantasie und Leidenschaft fürs Schreiben sind jedoch mindestens genauso wichtig. Geborene Genies gibt es allerdings selten – um als Schriftsteller sein Geld zu verdienen, ist es häufig sinnvoll, sich über ein Studium, einen Fernlehrgang oder über Weiterbildungskurse das nötige Handwerkszeug anzueignen.

Weitere Berufe in der Buch- und Literaturbranche sind unter anderem:

Was verdienen Buchhändler, Lektoren und Co.?

Berufe in der Buch- und Literaturbranche werden in der Regel nicht mit hohen Gehältern in Verbindung gebracht. Vor allem Schriftsteller klagen oft darüber, sich mit ihrem Gehalt kaum über Wasser halten zu können. Natürlich gibt es hier gravierende Unterschiede: Während Dan Brown, der Autor von Sakrileg und Illuminati, oder Stephen King ein Jahreseinkommen von mehreren Millionen Euro vorweisen können, müssen unbekannte Schriftsteller ihr Gehalt mit Nebenjobs aufstocken. Aber auch im Verlagswesen können die Gehälter stark variieren. Während ein Lektor in einem kleinen Verlag um die 2.000 Euro verdient, kann ein erfahrener und renommierter Lektor durchaus mit einem Monatsgehalt von mehr als 4.200 Euro nach Hause gehen.

Im Folgenden sind die durchschnittlichen Bruttomonatsgehälter von ausgewählten Berufen rund ums Buch aufgelistet. Die Bruttomonatsgehälter können dabei je nach Berufserfahrung, Qualifikation, Verantwortungsbereich, Branche und Region variieren. Auch durch Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Erfolgsprämien werden viele Gehälter erhöht.

  • Bibliothekar/-in: ca. 3.000 €
  • Buchbinder/-in: ca. 2.400 €
  • Buchdrucker/-in: ca. 2.400 €
  • Büchereiangestellte/-r: ca. 1.900 €
  • Buchhändler/-in: ca. 2.100 €
  • Korrektor/-in: ca. 3.100 €
  • Lektor/-in: ca. 3.000 € 
  • Literaturagent/-in: ca. 3.000 €
  • Schriftsetzer/-in: ca. 3.100 €
  • Schriftsteller/-in: ca. 2.900 €
  • Verlagskaufmann/-frau: ca. 3.000€
  • Verlagsleiter/-in: ca. 5.900 €

Auch hier steht das Buch im Fokus: Studiengänge, Ausbildungsberufe & Volontariat

Wer einen handwerklichen Beruf in der Buchbranche ergreifen möchte, kann zwischen folgenden Ausbildungsberufen wählen:

Wer einen Ausbildungsberuf in der Buchbranche ohne handwerklichen Bezug absolvieren möchte, sollte sich über folgende Berufe informieren:

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Studiengänge, die auf einen Beruf in der Buch- und Literaturbranche vorbereiten. Dazu zählen:

Vor allem große Verlagshäuser wie Carlsen, Hueber, Kettler, C. H. Beck, Westermann und Klett bieten für Studienabsolventen Volontariate an, die auf die jeweiligen Tätigkeiten im Verlagswesen vorbereiten. Ein Volontariat ist in der Regel auf 12 oder 18 Monate ausgelegt und auf einen bestimmten Bereich, z. B. Lektorat, Lizenzen, Marketing oder PR, spezialisiert.

Werden E-Books die traditionellen Berufe verdrängen?

Die Diskussion um gedrucktes Buch vs. E-Book ist keine neue. Die eine Seite hält standhaft an dem gedruckten Buch fest: Der Geruch des Papiers, das Buchcover, die Haptik – all das kann ein E-Book nicht liefern. Verfechter des E-Books bringen Argumente rund um Praktikabilität und Umweltschutz hervor. Die große Frage, die sich Arbeitnehmer in der Buch- und Literaturbranche stellen, ist, ob das E-Book die traditionellen Berufe verdrängen wird. Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch Buchbinder, Buchdrucker und Buchhändler? Zwar steigt die Anzahl der E-Book-Käufer jährlich (seit 2010 hat sich die Käuferzahl verfünffacht), auf der anderen Seite liegt der Anteil von E-Books an den Gesamtumsätzen des deutschen Buchmarkts lediglich bei 6 Prozent. Auch das Umweltschutzargument gilt erst für Vielleser. Wer pro Jahr lediglich ein bis zwei Bücher liest, schadet der Umwelt durch den Kauf eines E-Readers mehr, als wenn er oder sie sich zwei gedruckte Bücher besorgen würde.

Ohne Zweifel ist ein E-Book speziell auf Reisen, im Bus oder in der Bahn besonders praktisch. Es ist platzsparend und der ein oder andere verzichtet auch gern auf den Gang in die Buchhandlung. Doch trotz aller Praktikabilität – nur 15 Prozent der Deutschen bevorzugen ein E-Book gegenüber einem Buch aus Papier. Dass traditionelle Berufe wie Buchbinder oder Buchhändler bald aussterben, ist demnach eher Schwarzmalerei.

Ohne Verlag zur Buchveröffentlichung mit Self-Publishing

Das E-Book, das von Vielen als Bedrohung für die Buchbranche gesehen wird, hat auch für Schriftsteller positive Effekte. Vor allem kleine und noch wenig bekannte Autoren haben durch neue Medien und Veröffentlichungsmöglichkeiten mehr Chancen, ihre Werke auf den Markt zu bringen. Das Manuskript an einen Verlag zu schicken, ist heute nur eine von vielen Optionen. Als sogenannte Selfpublisher veröffentlichen Autoren ihr Werk nicht über einen Verlag, sondern direkt über eine Plattform. Self-Publishing-Plattformen gibt es viele – bei manchen können sich die Leser das Buch als E-Book herunterladen, bei anderen wird das Buch nur dann gedruckt und verschickt, wenn es ein Leser im Internet bestellt. Bei letzterem Modell wird wieder deutlich, dass neue Technologien und Innovationen nicht zwangsläufig traditionelle Berufe verdrängen, da für die Herstellung der Bücher wieder Buchdrucker und Buchbinder benötigt werden.

Fazit: Buchbinder, Lektor, Buchhändler – Berufe mit Zukunft?

Wird in Deutschland überhaupt noch gelesen? Brauchen wir in Zukunft noch Lektoren, Verlage und Buchbinder, wenn wir statt zu lesen, lieber Videospiele spielen, Netflix schauen oder Podcasts hören? Auch wenn immer mehr Deutsche eher auf ihr Smartphone schauen, als ein Buch zu lesen, ist das Buch nicht so tot, wie viele vielleicht denken. 83 Prozent aller Deutschen haben in den letzten zwölf Monaten mindestens ein Buch gekauft. Der Gesamtumsatz des deutschen Buchmarkts lag im Jahr 2018 bei rund 9,13 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr liegt hier nur ein leichter Rückgang um 1,6 Prozent vor. Nach einer Prognose von PricewaterhouseCoopers (PwC) wird sich vor allem der Umsatz von Fach- und Sachbüchern in den nächsten Jahren positiv entwickeln.

Dass in Zukunft auch weiterhin gelesen wird, steht außer Frage. Jedoch verändern sich durch die Digitalisierung der Markt, die Wettbewerber und die Kundenbedürfnisse. Dadurch haben es vor allem kleine Buchhandlungen und Buchbinderbetriebe schwer. Aufgrund einer steigenden Anzahl von Kunden, die ihre Bücher oder E-Books über Amazon und Co. beziehen, können sie sich nicht mehr oder nur schwer über Wasser halten. Das heißt jedoch nicht, dass die traditionelle Buchbranche droht, sich aufzulösen. Auch Buchbinder und Buchhändler werden in den kommenden Jahren ihre Arbeit nicht verlieren. Jedoch werden vor allem in den traditionellen Berufen rund ums Buch Spezialisierungen (z. B. in den Bereichen Medienrecht, E-Business, E-Commerce) immer wichtiger und gefragter. Aber auch Buchhandlungen, die zum Beispiel die Bereiche Online und Offline clever miteinander verknüpfen und somit Tradition und Digitalisierung vereinen, können zukunftsfähig bleiben bzw. werden.

Es ist wichtig, dass sich Verlage und Buchhandlungen an die verändernden Märkte und Kundenwünsche anpassen und diese nicht ignorieren. Das bedeutet aber nicht, dass es sinnvoll wäre, alle Buchhandlungen zu reinen Online-Geschäftsmodellen zu transformieren. Denn durch eine stationäre Buchhandlung zu streifen, das Buchcover zu bewundern und sich mit einer Leseprobe in eine Ecke zu verziehen, kann eine Online-Buchhandlung nicht bieten.

Während einige Bereiche der Buchbranche teils wenig zukunftsfähig erscheinen, eröffnen sich an anderer Stelle neue Möglichkeiten. Vor allem im Bereich des Self-Publishings und der Online- Vermarktung von Büchern und E-Books gibt es viele neue und spannende Berufsbilder zu entdecken, sowohl für Literatur-Liebhaber als auch für Digital-Experten.

Quellen:

Berufenet

myStipendium

Statista

Süddeutsche.de

ZEIT ONLINE

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