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Trainee-Programm und Volontariat – Branchen, Ausbildungsinhalte und Gehälter

Trainee-Programm und Volontariat – Branchen, Ausbildungsinhalte und Gehälter

Frisch von der Uni und ab in den Job? Nicht immer ist es so einfach, die richtige Entscheidung als Absolvent zu treffen. Das Trainee-Programm und das Volontariat sind da zwei gute Möglichkeiten für die ersten Schritte auf der Karriereleiter. Worin sich diese unterscheiden und was die Gemeinsamkeiten von Trainees und Volontären sind, verraten wir euch hier.

Volontäre in den Medien …

Das Volontariat (kurz: Volo) dient klassischerweise als Sprungbrett für die Medienbranche, sowohl im Old-School-Print- als auch im Online-Bereich, in Verlagen und PR-Agenturen. Aber nicht nur Nachwuchsredakteure durchlaufen ein Volo; auch in der Denkmalpflege sowie in Museen und Galerien werden Berufseinsteiger über diese Form der Ausbildung an den Job herangeführt. Häufig sind hier Absolventen zu finden, die zuvor Geisteswissenschaften studiert haben.

Volontariate sind nicht mit einer Lehre/Berufsausbildung im dualen System vergleichbar, sondern wesentlich weniger formal geregelt und keineswegs einheitlich. Das fängt schon bei den Zugangsvoraussetzungen an: Im redaktionellen Bereich benötigen Bewerber – theoretisch – oft nicht mal ein abgeschlossenes Studium, während für ein wissenschaftliches Volontariat bzw. ein Museumsvolontariat mindestens ein Master-Abschluss, wenn nicht sogar eine Promotion vorausgesetzt wird. Gute Allgemeinbildung ist ein Muss, einschlägige Praktika und Auslandserfahrung steigern die Chancen auf den Volo-Platz. Umkämpft sind diese Plätze gerade bei renommierten Medien so oder so.

… Trainees in der Wirtschaft

Trainees hingegen finden in allen möglichen Zweigen der Wirtschaft Verwendung. Hochschulabsolventen – ein Bachelor-Abschluss ist in aller Regel die Mindestvoraussetzung, um in ein Trainee-Programm aufgenommen zu werden – durchlaufen diese Ausbildung in so unterschiedlichen Branchen wie:

und vielen mehr. Innerhalb der Unternehmen werden Trainees in verschiedensten Abteilungen eingesetzt, beispielsweise:

  • Controlling
  • Human Resources
  • Unternehmenskommunikation
  • Vertrieb

Auch die Trainee-Programme oder Traineeships sind im Gegensatz zu klassischen Berufsausbildungen nicht bis ins Detail geregelt und unterliegen dementsprechend ebenfalls nicht den gesetzlichen Vorgaben des dualen Systems. So kommt es, dass manche Medienunternehmen das Volontariat ebenfalls als Traineeship bezeichnen. Gute Hochschulnoten, Vorpraktika oder andere praktische Erfahrungen (bspw. als Werkstudent) sowie Durchsetzungsvermögen sollten Bewerber für ein begehrtes Trainee-Programm schon mitbringen.

Dauer und Inhalte von Volo und Traineeship

Da sowohl Volo als auch Traineeship nicht zentral geregelt sind, unterscheiden sie sich zum Teil erheblich in der Länge. Manche dauern lediglich zwölf, andere wiederum 24 Monate. Beiden Ausbildungsformen gemein ist, dass Volontäre und Trainees in der Regel mehrere Abteilungen des Unternehmens bzw. der Institution kennenlernen und dort praktische Erfahrungen sammeln. Ergänzt werden gute Programme durch Kurse und Schulungen an externen Einrichtungen. Der Arbeitgeber profitiert im Idealfall ebenfalls davon, denn so kommt frischer Wind in den Betrieb.

Es gibt allerdings auch regelrechte Ausbeuter, die ihre Volos und Trainees als billige Arbeitskräfte nutzen und keinerlei Zeit und Mühe in die Ausbildung der Berufseinsteiger investieren. Schließlich sind die Begriffe nicht geschützt und es gibt keinerlei verbindliche Lehrpläne. Manchmal wird versucht, ein schlichtes Praktikum mit den vielversprechenden Namen aufzuwerten, ohne dass Volontäre bzw. Trainees davon profitieren würden oder sich auch nur Hoffnungen auf eine Übernahme zu machen bräuchten.

Was die Übernahme betrifft, haben Trainees in der Regel bessere Chancen als Volontäre. Das liegt vor allem daran, dass die Unternehmen das Trainee-Programm explizit zur Nachwuchsgewinnung nutzen und sich ihre Fach- und Führungskräfte der Zukunft „selbst heranziehen“ wollen. Volontariate dienen zwar ebenso dem Erlernen des Handwerkszeugs, dem Sammeln von Erfahrungen und dem Knüpfen von Kontakten; allerdings ist es gerade in kleineren Unternehmen der Medienbranche längst nicht immer üblich, dass danach gleich die Festanstellung winkt.

Beim Gehalt geht es ganz schön auseinander

Man kann es sich schon fast denken: Wer als Nachwuchsmanager in einer Bank anfängt, wird allmonatlich mehr auf dem Konto haben als ein Redakteur-Azubi bei einer Tageszeitung. Tatsächlich gehen die Gehälter von Trainees und Volontären zum Teil erheblich auseinander.

Auch wenn beide Ausbildungsformen als Investition in die Zukunft gelten, haben Trainees meist sehr viel früher mehr davon. Im bundesweiten Schnitt kommen diese bereits auf satte 2.900 Euro brutto im Monat und können bei einem spendablen Unternehmen schon mal über 4.000 Euro verdienen. Einige müssen sich mit wesentlich weniger (etwa 1.700 Euro) begnügen – gerade wenn sich hinter dem vermeintlichen Trainee-Programm eher ein Volo verbirgt.

Volontäre spüren auf dem Gehaltszettel deutlich, dass „Volontariat“ im eigentlichen Sinne „Freiwilligendienst“ bedeutet (vgl. englisch volunteer). Eine Vergütung wird zwar gezahlt, aber diese gleicht mitunter eher einer Aufwandsentschädigung oder einem Praktikantengehalt. Im Schnitt erhalten Volontäre etwa 1.500 Euro brutto im Monat. Auf 2.000 Euro oder mehr kommen nur die wenigsten. Da Volontariate zum Teil vom Mindestlohn ausgenommen sind, wird im ungünstigsten Fall nur rund 1.000 Euro im Monat gezahlt.

Alternativen zu Volontariat und Trainee-Programm?

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, das gilt auch für die ungeregelten Ausbildungswege nach dem Studium. Wer rechtzeitig – also während der Uni oder schon früher – die Weichen stellt, Praxiserfahrungen sammelt und Kontakte knüpft, kann Volo oder Traineeship umgehen und mit etwas Glück direkt ins Berufsleben einsteigen, beispielsweise mit einer Junior-Position. Geisteswissenschaftler, deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt ohnehin geringer sind als die von Absolventen naturwissenschaftlicher oder wirtschaftlich orientierter Studiengänge, gelingt das allerdings oftmals nur, wenn sie besonders zielführende Praktika im Lebenslauf vorweisen können. Für die Arbeit in angesehenen Museen führt hingegen kaum ein Weg am Volontariat vorbei. Wer Journalist werden möchte, für den kann der Besuch einer renommierten Journalistenschule die Anlernzeit ersetzen – hier wird allerdings kein Geld gezahlt, im Gegenteil. Studiengebühren sind dort üblich.

Auch wenn das Gehalt in der „Ausbildung nach der Ausbildung“ für Akademiker gering erscheinen mag – von besser bezahlten Traineeships mal abgesehen – so profitieren Absolventen idealerweise davon, auf diesem Wege gründlich in den Beruf eingeführt zu werden. Die durch die Ausbildung erworbenen Fähigkeiten verbessern die Chancen für spätere Spezialisten- oder Führungspositionen, zudem genießt ein Trainee oder Volontär häufig einen gewissen „Welpenschutz“ und wird nicht anhand der gleichen Maßstäbe beurteilt wie festangestellte Kollegen. Es kann sich also durchaus lohnen, während Volo bzw. Trainee-Zeit finanziell noch eine Weile kürzer zu treten.

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Quellen

Trainee.de
PRABO
Trainee-Geflüster
Verband Rheinischer Museen e.V.
Museumsverband Baden-Württemberg e.V.
Junge Verlagsmenschen e. V.
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