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Was verdient man bei dm? Gehalt, Arbeiten und Co. beim größten Drogeriemarkt

Eine junge Drogistin kümmert sich am Regal eines Drogeriemarktes um die Warenpräsentation.

Der Markt mit Drogerieartikeln ist in Deutschland heiß umkämpft. Als größter der drei großen deutschen Drogeriekonzerne kann sich dm mit einem Jahresumsatz von rund 11,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2018/19 vor den stärksten Konkurrenten Rossmann und Müller behaupten. In zwölf europäischen Ländern beschäftigt dm mehr als 62.000 Menschen, denen das Unternehmen die Werte „Mitmenschlichkeit und Partnerschaft“ verspricht. Auch auf Individualität wird in den Unternehmensgrundsätzen viel Wert gelegt. Der Arbeitsalltag in allen 3.600 Märkten soll laut dm von den Mitarbeitern aktiv mitgestaltet werden.

Ob und wie das umgesetzt wird, welche Unternehmensgeschichte dahinter steckt, welche Arbeitsmöglichkeiten der Konzern bietet und mit welchen Gehältern man bei dm rechnen kann, betrachten wir in diesem Artikel.

Unternehmensgeschichte: Von der Idee zur europaweiten Expansion

Den Grundstein der Geschichte von dm, was schlicht eine Abkürzung für „Drogeriemarkt“ ist, legt Prof Götz W. Werner 1973 in Karlsruhe. Seine Idee: Das Discounter-Prinzip nach dem Vorbild des Lebensmittel-Discounters ALDI auf den Drogeriemarkt zu übertragen. Die Internationalisierung wird gezielt vorangetrieben: Bereits 1976 eröffnet die erste dm-Filiale außerhalb Deutschlands – in Österreich. Als Deutschland 1990 wiedervereinigt wird, kann dm erstmals Filialen in den östlichen Bundesländern eröffnen. Kurz darauf folgt die Aufnahme des Geschäfts in Osteuropa, zuerst in Ungarn und Tschechien.

dm setzt früh auf ökologische Nachhaltigkeit und Bio-Produkte und nimmt somit bereits 1986 die Marke Alnatura ins Sortiment auf. Diese kündigt jedoch 2014 den Vertrag mit dm, woraufhin ein langer Streit vor Gericht beginnt. Seit den 2000er Jahren fokussiert sich dm zunehmend auf den Nachhaltigkeitstrend, auch in Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission in verschiedenen Projekten für ökologische Nachhaltigkeit und Zukunftsgestaltung. dm setzt nun auch verstärkt auf Mitbestimmung und Bildung der Angestellten. So kommt 2002 der erste Betriebsrat zusammen.

Auch die Vorteile der Digitalisierung erkennt dm frühzeitig. Schon seit 1988 setzt sich das Tochterunternehmen dmTECH für den optimalen technischen Service für das Unternehmen und die Kunden ein. Das Tochterunternehmen gewinnt 2015 mit der Einrichtung des dm Online-Shops sowie der Bereitstellung von kostenlosem WLAN in allen Verkaufsstellen an Bedeutung.

Ausbildungsmöglichkeiten und die Arbeit bei dm

Seit 1985 bietet der Drogeriemarkt eigene Ausbildungslehrgänge an. Mehrheitlich Drogistinnen finden einen Ausbildungsplatz bei dm, wo sie lernen, die Kunden als Expertinnen für Schönheit, Gesundheit, Foto und Ernährung fachgerecht und serviceorientiert zu beraten. Aktuell bietet dm ca. 1.300 Ausbildungsstellen an, wovon allein 1.200 freie Plätze an angehende Drogistinnen zu vergeben sind.

Wer sich vor dem Entschluss zu einer Ausbildung oder einem dualem Studium bei dm ein eigenes Bild der Unternehmensstruktur und Unternehmenskultur machen möchte, für den ist ein Schülerpraktikum oder ein Besuch bei der Ausbildungsmesse sinnvoll. dm bietet Praktika in den Filialen, bei der Tochterfirma dmTECH, in einem der drei Verteilzentren sowie in der Zentrale in Karlsruhe an.

Die Ausbildungsmöglichkeiten sind dementsprechend vielseitig. Je nach schulischer Qualifikation kann bei dm ein Ausbildungsberuf erlernt oder ein duales Studium absolviert werden. Der Großteil der Azubis sind zwar Drogistinnen direkt vor Ort im dm-Markt, es gibt aber zahlreiche weitere Möglichkeiten für Auszubildende:

In den Verteilzentren:

In der Zentrale:

Bei dmTECH:

Für Bewerber, die ein Studium abschließen und gleichzeitig bereits Berufserfahrung sammeln möchten, kommt seit 2006 ein duales Studium in Frage. Auch hier gibt es zahlreiche Auswahlmöglichkeiten:

Im dm-Markt:

  • BWL, Handel, Schwerpunkt Filiale (B.A.)

In den Verteilzentren:

In der Zentrale:

  • BWL, Handel, Schwerpunkt Zentrale (B.A.)
  • BWL, Digital Business Management (B.A.)
  • Bauingenieurwesen, Studienrichtung Projektmanagement (B.Eng.)
  • BWL-Industrie – Supply Chain Management (B.A.)

Bei dmTECH:

Dual Studierende können während des Studiums übrigens mit einer Vergütung von rund 1.300 Euro monatlich rechnen.

Die Übernahmemöglichkeit nach der Ausbildung, z.B. zum Drogisten, hängt zum Teil mit den eigenen Leistungen und der eigenen Einsatzbereitschaft zusammen, auf der anderen Seite aber auch davon, ob und wo Bedarf besteht. dm garantiert nicht jedem Auszubildenden einen zukünftigen Arbeitsplatz in der gewünschten Filiale. Es besteht somit die Möglichkeit, lediglich in einer Filiale übernommen zu werden, die weit entfernt vom Ausbildungsort liegt.

Auch Minijobbern bietet dm eine Einsatzmöglichkeit: Wer körperlich belastbar ist und einen Sinn für Ordnung hat, kann meist befristet als Mitarbeiter in der Warenverräumung tätig werden.

Gehälter bei dm

dm-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten zusätzlich zum regulären Lohn weitere Vorteile, wie Jahressonderzahlungen, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld sowie Mitarbeiterrabatte. Die dm-Führungskräfte setzen auf Werte wie Bildung und individuelle Entwicklung, somit profitieren die Angestellten von regelmäßigen Fortbildungsangeboten.

Die bei dm am häufigsten ausgebildete Berufsgruppe ist die der Drogisten. Während einer Karriere bei dm können sie mit einem Bruttojahresgehalt innerhalb einer Spanne von 16.000 bis 40.000 Euro rechnen – abhängig von Berufserfahrung, Betriebszugehörigkeit und Qualifikation.

Wer die Ausbildung oder das Studium bei dm erfolgreich absolviert oder bereits andernorts Berufserfahrung gesammelt hat, dem stehen noch viele weitere Berufsfelder in verschiedenen Unternehmensbereichen offen. Da es innerhalb der Bereiche eine Vielzahl an spezialisierten Positionen gibt, lässt sich eine genaue Aussage über jedes einzelne Gehalt kaum treffen. Die folgende Auflistung enthält einige exemplarisch ausgewählte Stellen mit ihrem Jahresbruttogehalt:

Wird dm als Arbeitgeber seinen Grundsätzen gerecht?

„Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“ – die dm-Unternehmensführung legt großen Wert auf das Image des größten Drogeriekonzerns Deutschlands. Sie greift aktuelle Trends wie Nachhaltigkeit und Individualität auf und verspricht den Mitarbeitern und Kunden eine soziale und rücksichtsvolle Zusammenarbeit. Das Unternehmen wirbt zudem mit einer individuellen Karrieregestaltung und vielen Weiterbildungsmöglichkeiten.

Schaut man sich auf Internetplattformen für Arbeitgeberbewertungen um, so fällt auf, dass sich die Mitarbeiter oft positiv hinsichtlich der Weiterbildungsmöglichkeiten äußern. Allerdings würden dennoch nur 65 Prozent der Bewertenden dm als Arbeitgeber empfehlen. Kritisiert wird vor allem die Arbeitsüberlastung in den Filialen und das Arbeitszeitmodell. Viele Mitarbeiter arbeiten in Teilzeit und müssen nach eigener Aussage dennoch Überstunden leisten. Der Umgang unter den Kollegen und Kolleginnen sowie mit den Führungskräften wird unterschiedlich bewertet. Das Arbeitsklima hängt erfahrungsgemäß stark von der jeweiligen Filiale und der Mitarbeiterbesetzung ab, sodass kein allgemeingültiges Urteil über den Erfolg oder Misserfolg der Umsetzung der Unternehmensgrundsätze getroffen werden kann.

 

Quellen:

dm

Glassdoor

Kununu

Spiegel.de

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