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Wie viel zahlt Lidl? Gehalt und Karriere beim Discounter

Verkäuferin im Discounter

Lidl lohnt sich. Damit wirbt die Discount-Kette seit Jahren für sich und ihre Produkte. Der Supermarkt beschäftigt allein in Deutschland ca. 83.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an 3.200 Standorten. Inwiefern sich Lidl auch für diese lohnt, wenn es um Ausbildung, Karriere und Gehalt geht, zeigen wir hier.

Lidl – von Deutschland in die Welt

Der erste Discountermarkt namens Lidl wurde 1973 als neuer Geschäftsbereich der Lidl & Schwarz KG in Ludwigshafen-Mundenheim eröffnet. Zuvor war Josef Schwarz, ein Kaufmann aus Heilbronn, bereits 1930 als persönlich haftender Gesellschafter in die Lidl & Co. Südfrüchtenhandlung eingestiegen, was eine Umbenennung des Unternehmens zu Lidl & Schwarz KG nach sich zog. Im Zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört, gelingt in der Nachkriegszeit der Wiederaufbau des Unternehmens innerhalb nur eines Jahrzehnts. Das Unternehmen wächst rasch und schon Ende der 1980er-Jahre wird die erste Filiale im Ausland (Frankreich) eröffnet. 1992 folgt Italien, zwei weitere Jahre später Großbritannien. Heute hat Lidl 10.800 Filialen in 32 Ländern. Lidl ist ein Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe, zu der auch der Lebensmittelvollsortimenter Kaufland gehört. Die Schwarz-Gruppe ist nicht nur der viertgrößte Lebensmittelhändler der Welt, sondern auch der größte in Europa. Dies macht sich auch hierzulande bemerkbar. Allein in Deutschland hat die Discounterkette Lidl im Geschäftsjahr 2018/2019 rund 22,7 Milliarden Euro umgesetzt.

Mit 83.000 Beschäftigten gehört Lidl zu den großen Arbeitgebern in Deutschland. Wie der Discounter an die Themen Arbeit und Personal herangeht ist daher besonders interessant. Lidl hat sein Führungsleitbild in den sogenannten High Five formuliert. Diese lauten:

  • Über Kommunikation führen
  • Mitarbeiter entwickeln
  • Leistungsstark und dynamisch bleiben
  • Vertrauen schaffen und fair handeln
  • Verantwortung leben und Vorbild sein

Damit setzt sich das Unternehmen hohe Standards – zum einen in Bezug auf die Arbeitsweise, im speziellen in Hinblick auf fairen Handel und verantwortungsbewusstes Leben, zum anderen in Bezug auf den Umgang mit den Beschäftigten.

Der Karrierestart bei Lidl

Schon seit Jahren wirbt der Discounter vermehrt um die Gunst der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Auch die Berufsanfänger hat das Unternehmen im Blick und bietet daher diverse Ausbildungsberufe an. Dazu gehören:

Die Azubis erhalten 30 Urlaubstage, haben ab dem siebten Monat Betriebszugehörigkeit einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge und je nach Vertriebsgebiet auch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Auch die Ausbildungsgehälter bei Lidl sind ansehnlich. Im ersten Lehrjahr zahlt der Discounter 1.000 Euro, im zweiten 1.100 Euro und im dritten 1.250 Euro brutto – unabhängig vom Ausbildungsberuf.

Wer das Abitur in der Tasche hat, kann mit dem Abiturientenprogramm von Lidl Teamleiter in der Logistik oder Filialleiterin werden. Für Ersteres muss zunächst eine 24-monatige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik mit anschließender Weiterbildung zum geprüften Handelsfachwirt in weiteren 12 Monaten durchlaufen und bestanden werden. Für Letzteres muss hingegen eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel in 18 bzw. 24 Monaten (je nach Bildungsträger) mit anschließender Weiterbildung zur geprüften Handelsfachwirtin in weiteren 18 Monaten absolviert werden. In beiden Fällen erhalten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Abiturientenprogramms nicht nur eine inkludierte Weiterbildung zum Ausbilder bzw. zur Ausbilderin, sondern auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, eine Übernahme der Aus- und Fortbildungskosten sowie der anfallenden Fahrt- und Übernachtungskosten. Lidl vergütet das Ganze mit 1.100 Euro im ersten halben Jahr, 1.250 Euro ab dem siebten Monat und ab dem 19. Monat mit einem übertariflichen Gehalt.

Auch Studierende können bei Lidl ihren Weg machen. Der Discounter beschäftigt zum Beispiel Werkstudenten bzw. Werkstudentinnen. Diese verdienen ca. 13 Euro in der Stunde. Wer im Zuge seines Studiums ein Pflichtpraktikum bei Lidl absolvieren möchte, erhält 950 Euro im Monat, während ein freiwilliges Praktikum nach den Vorgaben des gesetzlichen Mindestlohns vergütet wird.

Wer direkt bei der Schwarz-Tochter studieren möchte, kann ein duales Studium anstreben. Das Studienangebot ist vielfältig, konzentriert sich allerdings auf BWL sowie IT und Technik. Während in Informatik/Cyber Security und Wirtschaftsinformatik ein Bachelor of Science angestrebt werden kann, bietet der Discounter die Möglichkeit, einen Bachelor of Engineering in Maschinenbau-, Versorgungs- und Energiemanagement, Wirtschaftsingenieurwesen ­­– Facility Management oder in Bauingenieurwesen zu erlangen. Im Bereich Handel und Dienstleistung ist das Studienangebot vielfältiger. Ein Bachelor of Arts kann in folgenden Studiengängen bei bzw. mit Lidl absolviert werden:

  • Dienstleistungsmanagement/Media, Vertrieb und Kommunikation
  • Digital Business Management
  • Food Management
  • Handel
  • Handel/Controlling
  • Immobilienwirtschaft
  • International Business
  • Internationaler Technischer Handel
  • Logistik
  • Spedition, Transport und Logistik

Wie auch Azubis erhalten dual Studierende eine Entlohnung während ihrer dreijährigen Studienzeit. Im ersten Jahr sind dies 1.500 Euro, im zweiten 1.600 Euro und im dritten 1.800 Euro brutto im Monat, das sind umgerechnet 18.000 bis 22.000 Euro im Jahr. 30 Urlaubstage und je nach Region Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind auch hier mit dabei.

So sehen die Gehälter bei Lidl aus

Schon seit 2010 ist die Entlohnung bei Lidl übertariflich. Generell sind die Lebensmittel-Töchter der Schwarz-Gruppe tarifgebunden, Lidl selbst zahlt derzeit gar einen eigenen internen Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde. Der gilt für jede Position. Damit liegt das Bruttojahresgehalt bei Vollzeitbeschäftigung bei mindestens 24.000 Euro brutto. Kassierer und Kassiererinnen verdienen derzeit 19.000 bis 33.000 Euro brutto im Jahr. Hier sind allerdings viele in Teilzeit tätig. Verkäufer und Verkäuferinnen hingegen erhalten einen Jahresbruttolohn von 23.000 bis 37.000 Euro. Einen großen Bereich beim Discounter macht Consulting aus. Hier sehen die Gehälter wie folgt aus:

Lidl will sich, wie die meisten Unternehmen, attraktiv für weibliche Arbeitnehmer zeigen. Zumindest auf der Ebene der Filialleitung scheinen die Bemühungen des Unternehmens Früchte zu tragen. 55 Prozent der Filialen werden von Frauen geleitet. Eine Filialleiterin erhält nicht nur 40.000 bis 55.000 Euro brutto im Jahr, sondern auch einen Firmenwagen mit Tankkarte.

Wie das Gehalt von anderen Führungskräften bei Lidl aussieht zeigt die folgende Liste:

Der nächste Job beim Discounter?

Wie attraktiv ist nun ein Job bei Lidl? Das grundsätzliche Führungsleitbild klingt attraktiv, dennoch lassen sich auf diversen Portalen durchmischte Stimmungsbilder finden, wenn es um die realen Arbeitsbedingungen geht. Neben vielen guten und sehr guten Bewertungen, gibt es auch Stimmen, die von hohem Leistungsdruck und leeren Versprechungen den Mitarbeitenden gegenüber berichten. Schon in der Vergangenheit stand Lidl für schlechte Arbeitsbedingungen und Mitarbeiterüberwachungen in der Kritik. Dennoch würden 70 Prozent der Angestellten Lidl als Arbeitgeber weiterempfehlen.

Ein möglicher Grund für diese gute Quote könnte die übertarifliche Bezahlung sein. Die Schwarz-Gruppe, Lidls Mutterkonzern, spricht sich sogar für eine Tarifbindung in der gesamten Branche aus. Zudem sind über 99 Prozent der Angestellten unbefristet beschäftigt. Das Unternehmen wirbt außerdem mit der Kooperation mit einem Fitnessstudio, bis zu drei Monaten Sabbatical nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit und Sonderurlaub bei der eigenen Hochzeit und der Geburt eines Kindes. Inwieweit diese Benefits und ein übertarifliches Gehalt mögliche Mängel in den Arbeitsbedingungen überwiegen können, kann pauschal nicht beantwortet werden.

 

Quellen:

Chip.de

Glassdoor

Kununu

Lidl

Ver.di

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