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Was verdient man bei DPD? Gehalt und Arbeit beim Paket-Service

Ein junger Paketbote im roten Dress (DPD) klingelt an einer Haustür.

Die Bedeutung des Online-Handels wächst Jahr für Jahr. Somit steigt auch die Nachfrage nach schnellen und zuverlässigen Lieferdiensten, die die 24 Bestellungen befördern, die jeder Bundesbürger im Schnitt pro Jahr im Netz aufgibt. Als zweitgrößter Paketdienstleiter Deutschlands – nach DHL – verschickt DPD pro Jahr 375 Millionen Pakete. Die rund 20.000 Mitarbeiter hierzulande trugen im Jahr 2019 einen großen Teil zum Jahresumsatz von 7,8 Milliarden Euro der DPDgroup bei, einem Tochterkonzern der französischen GeoPost.

Wer steckt hinter diesem Logistik-Riesen und wie werden die einzelnen Mitarbeiter bezahlt? Diese Fragen und weitere klären wir in diesem Artikel und werfen dabei auch einen genaueren Blick auf die Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten bei DPD Deutschland.

„Dynamic Parcel Distribution“: Innovationsführer im Bereich Logistik?

Seine Größe verdankt das Unternehmen 18 deutschen Speditionen, die sich im Jahr 1976 als privater Paketdienst mit Sitz in Aschaffenburg zusammenschlossen. Der „Deutsche Paketdienst DPD“ gehört seit 2001 zu 83,32 Prozent dem französischen Unternehmen GeoPost, welches ein Tochterkonzern des staatlichen französischen Postkonzerns La Poste ist und unter der Dachmarke DPDgroup in weltweit 230 Ländern an private und gewerbliche Empfänger versendet. Das Akronym DPD wurde übrigens 2008 in „Dynamic Parcel Distribution“ geändert. In Deutschland unterhält DPD 78 Depots und betreibt in Zusammenarbeit mit Pickup-Paketshop-Partnern rund 6.000 Paketabholstellen und Paketaufgabestellen für Privatkunden.

Um die logistische Herausforderung zu bewältigen und zukunftsfähig zu bleiben, erprobt DPD alternative Transportmechanismen. So beliefert das Unternehmen Innenstädte häufig mit Lastenrädern oder E-Scootern. Die DPD-App ermöglicht es, den Versandstatus nachzuvollziehen und gegebenenfalls das Lieferdatum zu ändern, damit erfolglose Zustellversuche vermieden werden können. Zudem beteiligt sich DPD an einem Projekt zu autonomem Fahren und testet die Paketzustellung per Drohne. Die Strategien zum Umweltschutz und sozialen Engagement fasst DPD in einer dafür eigens gegründeten Marke zusammen, DrivingChangeTM. Im Rahmen der DPD Stiftung unterstützt das Unternehmen sowohl international hilfsbedürftige Kinder als auch eigene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in einer Notlage.

Ausbildung, Studium & Co. bei DPD

An der Paketzustellung sind nicht allein die Zusteller und Zustellerinnen beteiligt, denn damit alle Pakete zeitnah und vollständig den Empfänger erreichen, ist die Arbeit von zahlreichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen notwendig. Viele dieser Mitarbeiter machen ihre Ausbildung direkt bei DPD und spezialisieren sich dabei auf einen bestimmten Bereich. Um herauszufinden, welcher Aufgabenbereich am besten zum eigenen Persönlichkeitsprofil passt, bietet DPD die Möglichkeit eines Schülerpraktikums an.

Je nach schulischer Qualifikation bietet DPD unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten. Zwei bei DPD häufig ausgebildete Berufsgruppen sind beispielsweise die der Kaufleute für Büromanagement und der Fachkräfte für Lagerlogistik, welche hauptsächlich von Azubis mit mittlerem Schulabschluss ausgeübt werden. Für Schulabgänger mit Hochschulzugangsberechtigung besteht die Möglichkeit, bei DPD ein duales Studium im Bereich Betriebswirtschaft zu absolvieren. Daneben gibt es zahlreiche weitere Ausbildungsmöglichkeiten:

Schüler, die bereits Arbeitserfahrung sammeln und nebenbei etwas Geld verdienen möchten, kommen bei DPD beispielsweise als Scanner für Pakete oder als Bürohilfe zum Einsatz. Werkstudenten finden bei DPD entweder im Bereich Logistik oder in der Administration eine Beschäftigung. Für Studierende besteht außerdem die Möglichkeit, ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Diplomarbeit in Kooperation mit dem Unternehmen zu verfassen. Studentische Aushilfen können bei DPD mit einem Stundenlohn zwischen 12 und 13 Euro rechnen.

Berufliche Positionen und ihre Gehälter bei DPD

Die im Auftrag von DPD am häufigsten beschäftigte Berufsgruppe sind Paketzusteller. So arbeiten insgesamt rund 11.000 von ihnen für DPD – größtenteils bei Subunternehmen –, während in den restlichen Einsatzgebieten etwa 9.500 Mitarbeiter beschäftig sind. Zusteller verdienen je nach Berufserfahrung und Stundenanzahl ein Bruttojahresgehalt innerhalb einer Spanne von 18.100 bis 35.700 Euro.

Für Ausbildungs- und Hochschulabsolventen bietet das Unternehmen zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Aber auch andere Mitarbeiter, die sich durch persönliche Stärken wie einer strukturierten und zielorientierten Arbeitsweise auszeichnen, finden bei DPD eine Beschäftigung. Im Folgenden einige ausgewählte Stellen mit ihrem Jahresbruttogehalt:

Nachhaltigkeit und soziales Engagement: Profitieren auch die Mitarbeiter von diesen Werten?

DPD legt viel Wert auf sein nachhaltiges und soziales Image und verspricht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Werte Partnerschaftlichkeit, Integrität und Loyalität sowie individuelle Fortbildungsmöglichkeiten. Um sich für den Einsatz seiner Belegschaft zu bedanken, belohnt DPD seine besonders leistungsstarken Mitarbeiter mit einer Auszeichnung und einem Geschenkgutschein. Doch wie bewerten die Mitarbeiter die Arbeit bei DPD? Setzt sich das Unternehmen entsprechend seiner Werte für die Beschäftigten ein?

Lediglich 49 Prozent empfehlen bei Arbeitgeberbewertungsportalen das Unternehmen als Arbeitgeber. Ein wichtiger Grund könnte das Gehalt sein, welches viele Mitarbeiter als zu gering wahrnehmen. Auch das Image des Unternehmens in der Öffentlichkeit sei eher schlecht, was einige Mitarbeiter jedoch nicht als berechtigt empfinden. Das schlechte Image habe vor allem damit zu tun, dass lediglich nicht eingetroffene Pakete oder andere Probleme in Erinnerung blieben, positive Erfahrungen hingegen selten verbreitet würden. Einige positive Mitarbeiterbewertungen zeigen, dass der Zusammenhalt unter den Kollegen und Kolleginnen teilweise sogar freundschaftlich geprägt ist. Anders hingegen sieht es mit der Kommunikation zwischen den Mitarbeitern und den Führungskräften aus. Einige Beschäftigte berichten von ungerechter Behandlung, zu wenig Einsatz für die Sicherheit und mangelnder Kommunikation im Arbeitsalltag. Die stark unterschiedlichen Wahrnehmungen ergeben sich erfahrungsgemäß aber auch daraus, dass die Arbeitsatmosphäre in hohem Maße von der konkreten Besetzung des jeweiligen Standorts oder der einzelnen Abteilung abhängt.

Unterschiedlich sind ebenfalls die Bewertungen hinsichtlich der Work-Life-Balance: Während einige Mitarbeiter mit der Arbeitszeiteinteilung und dem Schichtdienst unzufrieden sind, freuen sich andere über flexible Arbeitszeiten und über die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können. DPD als Ausbilder wird im Gegensatz zu den guten Weiterbildungsmöglichkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten eher negativ bewertet. Die Aufgaben seien eher uninteressant, was auch einige andere Mitarbeiter berichten.

DPD arbeitet bei der Paketzustellung mit selbstständigen Transportunternehmen zusammen, welche für die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zuständig sind. Diese in der Branche weit verbreitete Auslagerung der Zustellung führt häufig zu niedrigen Löhnen, da die Subunternehmen nicht tarifgebunden sind. Zudem müssen viele Zusteller und Zustellerinnen zahlreiche Überstunden ableisten. Die schlechten Arbeitsbedingungen lösten unter den Mitarbeitern bereits Proteste aus, wie beispielsweise im Jahr 2017 als ein Teil der DPD-Zusteller einen Protest vor der Zentrale in Aschaffenburg veranstaltete. Aufgrund von Personalmangel in der Paketzustellung gründete DPD 2018 eine eigene Tochterfirma, welche Leiharbeiter beschäftigt und somit eine Ergänzung zu den Subunternehmen darstellen soll.

 

Quellen:

Dpd.com

Glassdoor.de

Handelsblatt.com

Kununu.com

Paketda.de

Spiegel.de

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