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Bekommt ein behinderter Angestellter mehr Gehalt und Urlaub?

Grundsätzlich liegt es ja nicht nur im Interesse des Schwerbehinderten, sondern auch in dem des Arbeitgebers, wenn er auf eine Stelle versetzt werden kann, an der er besser arbeiten kann. Ab einer bestimmten Betriebsgröße sind Unternehmen sogar verpflichtet, Schwerbehinderte zu beschäftigen. Denkbar wäre zum Beispiel eine Versetzung von der Werkstatt ins Büro oder ähnliches. Im Zweifelsfall kann dafür aber eine Umschulung notwendig werden. Die Voraussetzung für die Versetzung ist natürlich, dass der Arbeitgeber überhaupt eine entsprechende Stelle zu besetzen hat. Außerhalb der gesetzlichen Quote kann er nicht gezwungen werden, eine betrieblich nicht benötigte Stelle einzurichten, nur um einen behinderten Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen.

Das Gehalt ist abhängig von der neuen und der alten Stelle. Ein Arbeitnehmer (egal ob behindert oder nicht), darf durch eine Versetzung nicht schlechter dastehen als vorher. Er muss also mindestens das Gehalt bekommen, das er vorher auch verdient hat. Ist die neue Stelle sogar besser dotiert, muss das Gehalt natürlich erhöht werden. Spezielle Behindertenzuschüsse vom Arbeitgeber gibt es jedenfalls nicht, er ist aber verpflichtet, den Arbeitsplatz behindertengerecht zu gestalten. Kosten für den Weg zur Arbeit können je nach Behinderung durch die Krankenkasse oder die Arbeitsagentur finanziert werden. Unter Umständen sind auch Steuererleichterungen möglich. Darüber hinaus genießen schwerbehinderte Menschen besondere Rechte wie einen erhöhten Kündigungsschutz, Lohnzuschüsse für den Arbeitgeber (man erhält dasselbe Gehalt, aber der Arbeitgeber bringt es nicht alleine auf – dadurch wird es attraktiver, Schwerbehinderte zu beschäftigen) und Betreuung durch Fachdienste. Außerdem dürfen sich Schwerbehinderte von Mehrarbeit freistellen lassen und erhalten fünf Werktage zusätzlichen Urlaub im Jahr.

Falls die Behinderung es notwendig macht, besteht sogar ein Anspruch auf einen Teilzeitarbeitsplatz. Kann der Arbeitgeber keinen neuen Arbeitsplatz anbieten oder ist die Behinderung für eine reguläre Arbeit zu groß, besteht die Möglichkeit einer Erwerbsunfähigkeitsrente. Sie wird von der deutschen Rentenkasse übernommen, wenn man durch die Behinderung weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Achtung! Viele private Rentenversicherungen enthalten eine Klausel, nach der die Versicherung erst dann zahlen muss, wenn man zu behindert ist, um auf eine andere Arbeit umzuschulen. Diesen Punkt sollte man möglichst schon bei Abschluss der Versicherung prüfen.

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