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Jobs und Gehalt beim Fernsehen: Moderator, Kabelträger und Co.

Kamera im Fernsehstudio

Noch immer ist Fernsehen eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in Deutschland: Mehr als 38 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik besitzen ein TV-Gerät – das sind 96 Prozent! 217 Minuten verbringt der Durchschnittsbürger insgesamt jeden Tag vor dem Bildschirm.

Daher verwundert es nur wenig, dass viele den Wunsch hegen, selbst bei einem der großen Fernsehsender wie ARD, ZDF, RTL, ProSieben oder SAT.1 zu arbeiten. Doch welche Berufe gibt es überhaupt in der TV-Branche? Wie kann man einen der begehrten Jobs beim Fernsehen ergattern? Und welche Gehälter kann man dort erwarten? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in diesem Artikel.

Regisseur oder Mediengestalterin: Diese klassischen TV-Berufe gibt es

Eine Vielzahl an Berufen sorgt innerhalb einer Hörfunkanstalt dafür, dass ein unterhaltsames Endprodukt über den heimischen Bildschirm läuft. Obwohl viele sich unter einem Job beim Fernsehen vor allem Schauspiel oder Moderation vorstellen, stehen die meisten Beschäftigten nicht selbst im Rampenlicht: Der Großteil der Arbeit geschieht hinter der Kamera.

Zwar gilt der Zugang zur Medienbranche als schwierig und kompliziert, doch tatsächlich gibt es durchaus einige staatlich geregelte Ausbildungs- bzw. Weiterbildungsberufe, die eine Karriere im TV-Bereich ebnen können. Hier sind einige Beispiele mit ungefähren monatlichen Bruttogehältern, wie man sie in diesen Berufen im Schnitt erwarten kann:

Wem diese Berufe nicht zusagen, dem stehen diverse weitere Optionen offen: Schließlich führen viele Wege nach Rom bzw. zum Fernsehen. Zwar gibt es keinen Studiengang, der automatisch in eine Fernsehanstalt führt, doch mit folgenden Hochschulfächern hat man gute Chancen, sich später den Traum vom TV-Beruf verwirklichen zu können:

  • Kommunikationswissenschaften
  • Mediendesign bzw. Mediengestaltung
  • Medientechnik
  • Medienwirtschaft
  • Medienwissenschaften
  • Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften
  • Veranstaltungstechnik

Für Jobs mit einem Fokus auf das gestalterisch-künstlerische Element gibt es zudem zahlreiche Medienhochschulen sowie Film- und Fernsehakademien, die Aspekte wie Schauspiel, Regie oder Drehbuch vermitteln. Hierfür gelten in der Regel allerdings strenge Zulassungskriterien, welche erste Praxiserfahrungen, Arbeitsproben oder eine Aufnahmeprüfung berücksichtigen.

Insgesamt sollten sich Interessenten jener Studiengänge stets vor Augen führen: Das Angebot an Absolventen übersteigt die Nachfrage deutlich – es braucht also deutlich mehr als nur einen Abschluss, um im TV-Geschäft Fuß zu fassen. Glücklicherweise sind medienorientierte Ausbildungswege so gestaltet, dass auch eine spätere Beschäftigung in ähnlichen Bereichen wie Film und Theater oder bei PR-Agenturen möglich ist. Wer sich im Bereich Fernsehen durchsetzen möchte, sollte bereits frühzeitig Praxiserfahrungen sammeln, zum Beispiel über Praktika. Ein positiver Nebeneffekt: Hier können auch erste Kontakte aufgebaut werden, denn gerade in der Unterhaltungsindustrie kann Vitamin B durchaus zu einer Arbeitsstelle führen.

Welche Berufe beispielsweise ausgeübt werden können und mit welchem monatlichen Bruttoeinkommen hier jeweils ungefähr gerechnet werden kann, zeigt die nachfolgende Liste:

Wer in der Fernsehbranche arbeiten möchte, hat also zahlreiche Optionen. Doch nicht immer läuft der Weg geradlinig: Deswegen sind oft Ehrgeiz, Geduld und Durchhaltevermögen gefragt.

Komparsen und Co.: Drei Nebenberufe beim Fernsehen genauer unter der Lupe

Nicht jeder Fernsehliebhaber bzw. jede Fernsehliebhaberin möchte hauptberuflich im TV-Geschäft aktiv sein, sondern stattdessen viel lieber vereinzelte Einblicke gewinnen oder einfach einmal hinter die Kulissen schauen. Für alle, die gelegentlich Branchenluft schnuppern möchten, stellen wir drei nebenberufliche Tätigkeiten beim Fernsehen kurz vor.

Damit es im täglichen Betrieb im wahrsten Sinne des Wortes keine Stolperfallen gibt, benötigt es die Hilfe von Kabelträgern. Ein in gewisser Hinsicht untypischer Job: Während es im Fernsehen meistens darum geht, so auffällig wie möglich zu sein, ist es bei ihnen genau gegenteilig: Eine Kabelhilfe – so wird der Beruf offiziell genannt – muss nämlich absolut unsichtbar sein.

In einem TV-Studio kann inmitten zahlreicher Kameras und Schweinwerfer ein riesiges Gewirr an Kabeln entstehen. Es wäre fatal, wenn eine Kamerafrau oder die Kamera selbst sich darin verheddern würde: Mitarbeitende könnten sich verletzen, Kamera oder Kabel könnten schwer beschädigt werden oder die Kamera würde in ihrem Aktionsradius gestoppt. Daher müssen die Kabel mobiler Kameras händisch mitbewegt werden. Damit die hochsensiblen Mikrofone dabei keine unerwünschten Geräusche einfangen, werden die Kabel nicht gezogen, sondern getragen – daher die Berufsbezeichnung.

Bei der Arbeit einer Kabelhilfe handelt es sich durchaus um einen anstrengenden Job: Die Arbeitszeiten sind lang, die Kabel schwer, und oftmals wird ein Kabelträger am Abend oder Wochenende benötigt. Zugleich müssen häufig weitere Aufgaben übernommen werden, die von Sender zu Sender variieren, z. B. die Bedienung des Teleprompters oder die Mithilfe beim Set-Aufbau. Die Tätigkeit wird zumeist ausschließlich von studentischen Aushilfen ausgeübt und ist sehr begehrt: Viele erhoffen sich, durch die Stelle im TV-Business Fuß fassen zu können.

Wer hingegen lieber vor statt hinter der Kamera agiert, der kann sich als Statist oder Komparse versuchen. Ein Statist fungiert lediglich als ‚menschliche Präsenz‘ im Hintergrund, ohne selbst ins Geschehen einzugreifen – z. B. innerhalb von größeren Menschenmengen. Ein Komparse hingegen (oft auch als Kleindarsteller bezeichnet) führt kleinere unwichtige Aktionen aus und interagiert zum Teil auch mit den Darstellern, z. B. indem er einem Schauspieler eine Tür öffnet. Sprechzeit ist hierbei eher unüblich. Beide Rollen haben eins gemeinsam: Sie tragen nicht zur Handlung bei und dienen als ‚menschliche Requisite‘, weswegen keinerlei schauspielerische Ausbildung erforderlich ist. Mittlerweile werden die Begriffe des Statisten und des Komparsen immer wieder auch synonym verwendet oder schlichtweg miteinander verwechselt.

Zeitarbeitsfirmen vermitteln derartige Stellen, doch die einfachste Möglichkeit, einen Job als Laienschauspieler zu bekommen, ist über die Fernsehsender und Fernsehstudios selbst: Auf deren Websites werden Vakanzen regelmäßig gelistet. Einen festen Stundenlohn gibt es in der Regel nicht, stattdessen wird ein gesamter Drehtag bezahlt: Die Vergütung kann hierbei stark variieren, liegt umgerechnet auf die zu investierende Zeit jedoch meistens unter dem Mindestlohn – und manchmal gibt es gar kein Geld. Das stört jedoch nur die wenigsten – ohnehin ist die Entlohnung eher als Aufwandsentschädigung zu verstehen. Für die große Mehrheit gilt: Einfach nur einmal dabei sein, ist bereits Bezahlung genug.

Vorteile und Nachteile: Lohnt sich ein Job beim Fernsehen?

Glamour, Prominenz und Reichtum: Davon träumen viele, wenn sie sich eine Tätigkeit beim Fernsehen vorstellen. Doch obwohl es durchaus möglich ist, eine TV-Karriere zu starten und berühmt zu werden, stellt das bei weitem nicht den Regelfall dar: Der Großteil aller Beschäftigten arbeitet jenseits des Rampenlichts und erscheint genauso wenig in den Schlagzeilen wie ein Büroangestellter oder Handwerker.

Dennoch kann sich ein Job im TV-Business durchaus lohnen: Da man oft bei verschiedenen Produktionen beschäftigt ist und mit verschiedenen Menschen zu tun hat, manchmal sogar mit echten Stars, gestaltet sich der Arbeitsalltag aufregend und abwechslungsreich. Je nach Tätigkeit finden Drehtage an verschiedenen Orten der Republik statt, manchmal sogar im Ausland: Wenngleich man dies bei weitem nicht jeden Tag erwarten kann, so ist der Erlebnisfaktor in der Unterhaltungsindustrie nichtsdestotrotz höher als in anderen Branchen. Für Berufe mit künstlerischem Bezug gilt: Durch die eigene Arbeit ist es möglich, kreativ zu sein und sich selbst zu verwirklichen.

Ein Job beim Fernsehen ist also nicht ohne Grund begehrt – das bedeutet jedoch gleichzeitig auch: Die Konkurrenz ist hoch. Ein Einstieg ist schwer und durch das große Angebot an Nachwuchskräften bleibt man schnell auf der Strecke. Ebenso haben die dynamischen Arbeitsbedingungen eine Kehrseite: Diese sind nicht nur wechselvoll, sondern manchmal auch unberechenbar und instabil. Reguläre Arbeitszeiten gibt es selten, Überstunden sind oft nicht vermeidbar und durch die produktionsabhängigen Anstellungsverhältnisse besteht vergleichsweise wenig Sicherheit: Befristete Verträge sind alles andere als ungewöhnlich. Ebenso kann das eigene Gehalt von Jahr zu Jahr schwanken. Hinzu kommt Zeitdruck, wodurch viel Stress entstehen kann.

Somit lässt sich festhalten: So wie jeder andere Beruf haben auch Jobs beim Fernsehen nicht nur Vorteile, sondern ebenso Schattenseiten. Doch wem all das nichts ausmacht, der kann im TV-Business durchaus eine lohnenswerte Position für sich finden.

Quellen:

ARD

Bundesagentur für Arbeit

die medienanstalten

NDR

Statista

Stern.de

Zeit Online

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