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Stell Dich nicht an, Überstunden müssen auch mal sein!

Was tun, wenn Überstunden verlangt werden? Hat ein Angestellter die Pflicht Mehrarbeit zu leisten oder gibt es Regelungen, damit Überstunden nicht zur Normalität werden?

Laut einer Studie des IWH (Institut für Wirtschaftsforschung Halle) leisten deutsche Arbeitnehmer im Durchschnitt zwölf Überstunden pro Monat, wobei ein Viertel der Mehrarbeit nicht vergütet wird. Haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, Überstunden abzulehnen oder müssen sie mehr arbeiten, wenn es der Chef verlangt?

Regelung von Überstunden

Nach dem Arbeitszeitgesetz dürfen Arbeitnehmer acht Arbeitsstunden täglich nicht überschreiten. Trotzdem dürfen Überstunden angeordnet werden, wenn beispielsweise eine Frist eingehalten werden muss. Laut Gesetz sind zehn Arbeitsstunden täglich erlaubt, wenn im Schnitt acht Stunden eingehalten werden.
Im Tarifvertrag sind sie Ausnahmesituationen verankert, in denen Überstunden geleistet werden müssen. Zudem muss eine Ruhezeit eingehalten werden: Zwischen Feierabend und dem folgenden Arbeitsbeginn müssen elf Stunden liegen.
Überstunden müssen vom Arbeitgeber begründet werden und ebenso sollte der Arbeitnehmer einen guten Grund haben, wenn er die Mehrarbeit ablehnen möchte. Wer sein Kind oder eine pflegebedürftige Person betreuen muss, kann keine Überstunden leisten und dies ist auch Grund genug, Mehrarbeit zu verweigern. Wer jedoch grundsätzlich Überstunden ablehnt, muss mit einer Abmahnung oder auch mit einer Kündigung rechnen.
Werden die Überstunden zur Normalität, sollte zunächst mit dem Chef gesprochen werden. Falls er nicht einlenkt, sollten sich Arbeitnehmer an den Betriebsrat wenden.

Teilzeit und Überstunden

Bei Teilzeitkräften sieht es wieder anders aus. Sind Überstunden im Vertrag nicht ausdrücklich geregelt, müssen Teilzeitbeschäftigte lediglich in Ausnahmefällen Mehrarbeit leisten. Ansonsten geht aus dem Teilzeitvertrag hervor, dass der Angestellte nur für die Arbeitszeit zur Verfügung steht, die vertraglich vereinbart wurde. Verbessert sich die Auftragslage des Unternehmens, gilt dies nicht als Ausnahmefall, um Überstunden von Teilzeitkräften zu verlangen.

Unbezahlte Überstunden einfordern

Manche Betriebe bieten ihren Mitarbeitern ein Überstundenkonto an, sodass die Mehrarbeit abgefeiert werden kann. In wenigen Unternehmen können die Angestellten Überstunden ansammeln, um beispielsweise ein Sabbatical zu nehmen. Andere Unternehmen zahlen die Mehrarbeit zum Gehalt aus. Es gibt aber auch die andere Seite: Betriebe, die für Überstunden keine Gegenleistung bieten. Wenn Arbeitnehmer die Bezahlung einfordern wollen, muss ein Nachweis über die geleistete Mehrarbeit vorgelegt werden können. Deshalb sollte jede Überstunde aufgeschrieben und genehmigt werden lassen. Wie Arbeitsexperten erklären, ist diese Dokumentation besonders dann wichtig, wenn die Überstunden nicht ausdrücklich vom Chef angeordnet wurden. Zur Erfassung der Mehrarbeit gehören ebenso die Begründungen für die Überstunden. Somit wird beispielsweise vor Gericht ersichtlich, ob die Überstunden nötig und gerechtfertigt waren.

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