Karrierelexikon

Mutterschutz - Was besagt das Mutterschutzgesetz?

Inhaltsverzeichnis

Oftmals wird der Mutterschutz nur auf die Zeiten der Mutterschutzfristen bezogen, die den Zeitraum von 6 Wochen vor der Entbindung bis 8 Wochen nach der Geburt (bei Früh- und Mehrlingsgeburten 12 Wochen) umfassen. Bei Kindern mit Behinderung kann die Schutzfrist ebenfalls auf 12 Wochen verlängert werden. Im Mutterschutzgesetz beginnt der besondere Schutz für Schwangere und stillende Mütter bereits mit Bekanntgabe der Schwangerschaft und endet erst mit der Stillzeit bzw. der Kündigungsschutz 4 Monate nach der Geburt. Auch im Falle einer Fehlgeburt (nach der 12. Schwangerschaftswoche) gilt ein Kündigungsschutz von 4 Monaten.

Während der Mutterschutzfristen gelten jedoch nochmal besondere Regelungen. Die Arbeitgeber unterliegen in dieser Zeit einem Beschäftigungsverbot. Werdende Mütter können allerdings, wenn sie das ausdrücklich erklären, auch während der Mutterschutzfrist vor der Entbindung weiterarbeiten. Diese Willenserklärung kann aber jederzeit widerrufen werden. Das generelle Beschäftigungsverbot gilt während der kompletten Mutterschutzfristen vor und nach der Geburt.

Zusätzliche Beschäftigungsverbote gelten, wenn der Arzt aus gesundheitlichen Gründen die Arbeit untersagt und darüber hinaus für gesundheitsgefährdende Arbeiten, Akkord- und Fließarbeit. Auch Nachtarbeit und Sonntagsarbeit sowie Mehrarbeit (d. h. Arbeitszeit über 8,5 Stunden täglich) sind für Schwangere und stillende Mütter untersagt. Ausnahmen gelten nur für wenige Berufsgruppen wie Künstlerinnen, Landwirtinnen und Angestellte in der Gastronomie, dann aber auch nur in den ersten 4 Monaten der Schwangerschaft.

Für die Dauer aller Beschäftigungsverbote wird das durchschnittliche regelmäßige Gehalt weiter gezahlt. Basis der Berechnung ist das Monatsgehalt der letzten 12 Wochen vor der Schwangerschaft. Bezieht die Arbeitnehmerin bereits Mutterschaftsgeld in diesem Zeitraum, muss der Arbeitgeber nicht zahlen bzw. nur die Differenz zwischen dem Mutterschaftsgeld und dem Durchschnittsgehalt. Die Höhe des Mutterschaftsgelds beträgt maximal 13 Euro pro Tag für gesetzlich krankenversicherte Mütter und wird nur während der gesetzlichen Schutzfristen gezahlt. Nicht gesetzlich krankenversicherte Frauen können auf Grundlage der Reichsversicherungsordnung ebenfalls Mutterschaftsgeld erhalten (max. 210 Euro).

Die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber ist auch für die Zeiten der Pflichtuntersuchungen, für die die werdenden Mütter freigestellt werden müssen, verpflichtend. Ebenso werden zusätzliche Pausen zum Stillen wie Arbeitszeit gerechnet. Sie dürfen nicht nachgearbeitet oder auf die regulären Pausen angerechnet werden.

Aktuelle News
  • Assistierte Ausbildung: Was ist anders?

    Assistierte Ausbildung: Was ist anders?

    Der Weg in den Beruf führt für viele junge Menschen noch immer sehr erfolgreich über die klassische duale Berufsausbildung. Seit Jahren klagen Unternehmen allerdings über die mangelnde Qualität der Bewerber auf ausgeschriebene Ausbildungsplätze. Gleichzeitig gibt es eine nicht geringe Anzahl junger Schulabgänger, die heute ohne Ausbildungsplatz bleiben. Stimmen die Noten nicht oder fehlt sogar ...

  • Bewerbung schreiben lassen: alles rund um das Thema Bewerbungsservice

    Bewerbung schreiben lassen: alles rund um das Thema Bewerbungsservice

    In vielen Bereichen ist der Arbeitsmarkt ein hart umkämpftes Pflaster: Die Jobsuche ist mühselig und wer den Traumjob erlangen möchte, muss heutzutage alle Register ziehen. Viele Bewerber sind frustriert und genervt, weil es mit der Jobsuche einfach nicht richtig klappt. Nur einigen wenigen Glücklichen ist es vergönnt, direkt auf Anhieb die gewünschte Position zu ergattern. Die Ursache des ...

  • Mit Musik Geld verdienen in Zeiten von Spotify & Co.

    Mit Musik Geld verdienen in Zeiten von Spotify & Co.

    Für die Musikbranche sind die fetten Jahre vorbei. Mit selbst gemachten Songs und Sounds Geld zu verdienen ist schwierig geworden. Denn wo früher Schallplatten- oder CD-Verkäufe Einnahmen für die Musikerinnen und Musiker generierten, finden physische Tonträger heute nur noch wenige Abnehmer. Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer, Apple Music oder auch YouTube müssen herhalten – doch diese ...

  • Gehälter bei Apple: Was der iPhone-Hersteller zahlt

    Gehälter bei Apple: Was der iPhone-Hersteller zahlt

    Apple ist eines der Trend-Unternehmen überhaupt – und gleichzeitig umstritten. Die Hightech-Produkte aus dem Hause Apple, allen voran iPhone, iPad und MacBook, kosten viel Geld und gelten für viele Menschen allerdings als unverzichtbare (Lifestyle-)Accessoires. Wenn das neue iPhone XS hierzulande zum Verkaufsstart schon mindestens 1.149 Euro kostet, dann müssen die Apple-Mitarbeiter sicherlich ...

  • Home-Office – Alles, was Sie über das Arbeiten von Zuhause aus wissen müssen

    Home-Office – Alles, was Sie über das Arbeiten von Zuhause aus wissen müssen

    Firmen wie IBM oder Daimler gehen mit gutem Beispiel voran und lassen immer mehr Mitarbeiter von Zuhause aus ihre Arbeit verrichten. Die Digitalisierung macht’s möglich und so kommen mit der wachsenden Vernetzung auch immer mehr mittelständische und kleinere Betrieben auf den Geschmack und ermöglichen ihren Angestellten die Transformation zum Telearbeiter. Was beim Arbeiten in den eigenen vier ...