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Rhenus Logistics: Gehalt, Jobs und Karriere

Containerterminal in einem Hafen, wo LKW Container abliefern oder abholen.

Wie gelangen Waren zur richtigen Zeit an den richtigen Ort? Wie gelingt es, Materialflüsse effizient zu gestalten, Durchlaufzeiten zu minimieren und die Kosten dabei gering zu halten? Mit all diesen Fragen beschäftigt sich die Logistik. Die Rhenus SE & Co. KG ist ein führender, weltweit operierender Logistikdienstleister mit Hauptsitz in Dortmund. Entlang der gesamten Versorgungskette bietet Rhenus Logistics unterschiedlichste Dienstleistungen in den Bereichen Transport, Customised Supply Chain und Warehousing an. So entwickelt der Logistikdienstleister nicht nur Transportlösungen, sondern berät Unternehmen auch individuell zur Optimierung ihres gesamten Supply-Chain-Managements. Ohne diese Dienstleistungen wären internationaler Handel und eine globale Arbeitsteilung wohl kaum möglich.

Rhenus Logistics ist ein wichtiger und großer Arbeitgeber und beschäftigt an rund 750 Standorten auf der ganzen Welt, davon mehr als 200 in Deutschland, ca. 33.000 Mitarbeiter, die in den verschiedensten Geschäftsfeldern tätig sind. Mit einem Jahresumsatz von 5,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2018/19 kommt die Rhenus-Gruppe zwar nicht an die größten Logistikdienstleister wie das dänische Unternehmen Maersk heran, gehört auf dem Weltmarkt allerdings durchaus zu den Schwergewichten.

Der Logistikdienstleister strebt in den nächsten Jahren ein stetiges Wachstum an und wirbt mit attraktiven Karrierechancen, Mitarbeiter-Benefits und einem familiären Arbeitsumfeld. Aber wie viel verdient man eigentlich bei Rhenus Logistics? Der folgende Artikel behandelt unter anderem diese Frage, beschäftigt sich aber auch mit den Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten beim Logistikdienstleister.

Wie alles begann und sich entwickelt hat – die Geschichte von Rhenus Logistics

Die Anfänge von Rhenus Logistics reichen zurück bis ins Jahr 1912 als die Badische Actiengesellschaft für Rheinschiffahrt und Seetransport sowie die Rheinschiffahrts Actiengesellschaft gemeinsam die Rhenus-Transport-Gesellschaft mbH gründen. Diese hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und eröffnet schon in den folgenden Jahren europaweit weitere Standorte. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 bilden unter anderem die Badische Actiengesellschaft, die Rheinschiffahrts Actiengesellschaft und die gemeinsame Tochter Rhenus eine Interessensgemeinschaft. Im Jahr 1934 übernimmt eine Tochtergesellschaft der Vereinigten Elektrizitäts- und Bergwerksaktiengesellschaft (VEBA) die Aktienmehrheit eben dieser Interessengemeinschaft und so wird auch Rhenus ein Teil der VEBA.

In den Folgejahren vergrößert sich die Rhenus GmbH weiter, gründet neue Tochtergesellschaften und baut etliche Lager- sowie Umschlaganlagen. Durch zahlreiche Übernahmen, Umstrukturierungen und Joint Ventures wächst Rhenus über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich, ändert immer wieder die exakte Firmierung und wird zwischendurch Teil namhafter Logistik-Unternehmen, beispielsweise der Hugo Stinnes AG oder der Schenker AG.

Dabei wird stets auch das Portfolio der Geschäftsfelder erweitert, so kommen zum Beispiel die Bereiche Public Transport, Office Systems, Offshore Logistics und Automotive hinzu. Auch die Internationalisierung wird dabei zielgerichtet vorangetrieben: Bis zum Jahr 2019 hat sich die Rhenus-Gruppe nicht nur in Asien, sondern auch in Australien, Neuseeland und beispielsweise Brasilien angesiedelt. Der Logistikdienstleister ist mittlerweile auf allen fünf Kontinenten und in mehr als 50 Ländern vertreten.

Berufsausbildung bei Rhenus Logistics

Nach einem Hauptschulabschluss, einem mittleren Schulabschluss oder dem Abitur bietet Rhenus Logistics zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen an. Von Büromanagement über Informatik bis hin zu Logistik sind für viele Interessen und Talente passende Ausbildungen dabei. Zu betonen ist jedoch, dass nicht jeder der folgenden Ausbildungsberufe an allen Standorten erlernt werden kann:

Die Azubi-Map auf der Website des Unternehmens bietet die Möglichkeit, herauszufinden, welcher Beruf wo erlernt werden kann.

Eine Ausbildung bei Rhenus Logistics dauert in der Regel drei Jahre. Die Azubis erwartet ein hohes Maß an Eigenverantwortung sowie intensive Förderung. Rhenus Logistics richtet sich bei der Vergütung der Angestellten nicht nach einem einheitlichen Tarifvertrag. So kann auch über die Bezahlung der Auszubildenden keine einheitliche Aussage getroffen werden. Beispielsweise verdient eine Fachkraft für Lagerlogistik im bayrischen Kirchheim während der Ausbildung im ersten Lehrjahr 927 Euro brutto im Monat, im zweiten Jahr 990 Euro brutto im Monat und kommt schließlich im dritten und letzten Lehrjahr auf monatlich 1.050 Euro brutto.

Duales Studium bei Rhenus Logistics

Für Bewerber mit Hochschulreife kommt auch ein duales Studium bei der Rhenus-Gruppe infrage. Mit drei möglichen Studienrichtungen ist das Angebot zwar nicht so umfangreich wie das der Ausbildungsberufe, jedoch ebenfalls vielseitig. Die folgende Übersicht zeigt die drei möglichen Studienrichtungen sowie die inhaltlichen Schwerpunkte.

Betriebswirtschaftslehre

Im dualen Studium BWL bzw. Business Administration wird der Fokus auf Unternehmensentwicklung, Marketing sowie verschiedene Projekte, beispielsweise im Bereich Immobilien, gelegt.

Informationstechnologie (IT)

IT-Studierende konzentrieren sich vor allem auf die Planung und Umsetzung von IT-Lösungen für die Logistik und helfen beim Aufbau kompletter Infrastrukturen. Auch Servicemanagement sowie Virtualisierung gehören zu den Schwerpunkten dieser Studienrichtung.

Logistik

Die Studienrichtung Logistik konzentriert sich hauptsächlich auf das moderne Logistik- und Supply-Chain-Management.

Alle angebotenen Bachelor-Studiengänge dauern in der Regel drei Jahre und werden sowohl an einer Hochschule als auch beim Praxispartner absolviert. In der Regel ist das Studium in Blöcke aufgeteilt: Auf eine dreimonatige Praxisphase im Unternehmen folgt eine ebenso lange Theoriephase an der Hochschule. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass theoretische und praktische Inhalte aufeinander abgestimmt sind. Ebenso wie bei den Azubis ist auch hier die Vergütung nicht einheitlich geregelt. Jedoch sind die Gehälter der dual Studierenden in vielen Betrieben an die der Azubis angepasst.

Studentenjobs und Praktika

Rhenus Logistics beschäftigt neben den Auszubildenden und dual Studierenden auch Werkstudentinnen und Werkstudenten aus anderen Studiengängen. Jedoch sollte auch hier die Studienrichtung zum Geschäftsfeld des Unternehmens passen. So werden vor allem Studierende aus den Bereichen Logistik, Betriebswirtschaft, Marketing oder Wirtschaftsinformatik eingestellt. Die Werkstudierenden werden direkt in abwechslungsreiche Projekte eingebunden und erhalten mitunter auch sehr anspruchsvolle Aufgaben. So sollen sie gezielt ihre Ideen einbringen und ihr Wissen erweitern. Die Vergütung der Werkstudenten und -studentinnen wird je nach Bereich und Semester individuell festgelegt. Der Stundenlohn für Werkstudierende in Deutschland liegt im Schnitt zwischen 12 und 15 Euro.

Neben Werkstudentenjobs bietet Rhenus Logistics auch Praktika an. Dieses Angebot richtet sich vor allem an immatrikulierte Studierende. Im Rahmen eines Pflichtpraktikums bietet das Unternehmen drei- bis sechsmonatige Einblicke in die Logistikbranche, freiwillige Praktika sind auf drei Monate begrenzt. Hier können die Studentinnen und Studenten erste wichtige Berufserfahrungen sammeln und den Arbeitsalltag in einem Großkonzern kennenlernen. Die Vergütung variiert je nach Art und Dauer des Praktikums.

Weiterhin bietet die Rhenus-Gruppe Studierenden an, ihre Abschlussarbeit im Unternehmen zu schreiben. Davor sollten diese jedoch entweder ein Praktikum absolviert haben oder im Unternehmen als Werkstudent beschäftigt gewesen sein. Das Unternehmen wirbt damit, erfolgreichen Absolventen einen Direkteinstieg in die Firma zu gewähren, beispielsweise in Form eines Trainee-Programms.

Traineeships bei Rhenus Logistics

Für Studienabsolventinnen und -absolventen bietet die Rhenus-Gruppe eine Vielzahl an Trainee-Programmen an. Diese dauern in der Regel 18 bis 24 Monate und geben den Teilnehmern die Chance, mehrere Bereiche des Unternehmens zu durchlaufen und kennenzulernen. Folgende Trainee-Programme werden von Rhenus Logistics unter anderem angeboten:

  • Management-Trainee – Air & Ocean
  • Management-Trainee – Finance & Controlling
  • Management-Trainee – Logistics
  • Sales-Trainee
  • Trainee Human Resources

Unter dem Slogan step forward! bieten diese Programme den Trainees sowohl Eigenständigkeit als auch notwendige Unterstützung. Auch internationales Arbeiten und ein Auslandsaufenthalt werden gefördert.

Berufe und Gehälter bei Rhenus Logistics

So vielfältig wie die Ausbildungsmöglichkeiten sind auch die Karrierechancen bei Rhenus Logistics. Von Logistik über Projektmanagement bis hin zu IT und Controlling ist für viele Interessen ein passender Arbeitsbereich dabei. Der Konzern ist weltweit aktiv und bietet in seinen drei Geschäftsbereichen Contract Logistics, Freight Logistics und Port Logistics umfangreiche Arbeitsmöglichkeiten an. Jeder dieser Geschäftsbereiche hat sich auf seine Kernaufgaben spezialisiert: So ist der Bereich Contract Logistics hauptsächlich für Transport, Lagerung und Umverpackung zuständig, Freight Logistics hingegen für die Logistik der Fracht und Port Logistics sorgt für eine nahtlose Transportkette mit besonderem Blick auf die Hafenlogistik. Da sich der Logistikdienstleister auf permanentem Wachstumskurs befindet, sind die Karriere- und Aufstiegschancen gut.

Die Verdienstmöglichkeiten sind genauso vielfältig wie die Jobangebote und hängen von Bereich, Position und Standort ab. Rhenus Logistics bezahlt jedoch nicht, im Gegensatz zu vielen anderen großen Unternehmen, nach einem einheitlichen Tarif. Vereinzelt haben die Mitarbeiter an bestimmten Standorten mit der Unterstützung der Gewerkschaft IG-Metall einen Tarifvertrag ausgehandelt. Damit verbunden sind ein höheres Entgelt, Zusatzzahlungen sowie mehr Urlaubstage. In diesen Genuss kommen jedoch lange nicht alle Mitarbeiter des Logistikdienstleisters. So erhalten viele ohne Tarif Beschäftigte nur etwas mehr als den Mindestlohn, beispielsweise ein Staplerfahrer mit ca. 2.000 Euro brutto im Monat. Auch die Löhne anderer weit im Konzern verbreiteter Positionen liegen eher im unteren Bereich: So liegt auch das Jahresgehalt eines Berufskraftfahrers nur zwischen 22.000 Euro und 38.000 Euro brutto. Eine Lageristin kann zwischen 18.500 Euro und 36.000 Euro im Jahr verdienen.

Wie einige weitere beispielhafte Jahresbruttogehälter in der Rhenus-Gruppe aussehen, zeigt der folgende Überblick:

Führungskräfte

Kaufmännische Berufe

Sonstige Berufe

Mitarbeiter, die nach einem ausgehandelten Tarifvertrag bezahlt werden, haben zusätzlich zum Grundgehalt ein Recht auf weitere Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Außerdem haben die Angestellten Anspruch auf 25 bis 30 Tage Urlaub pro Jahr. Rhenus Logistics wirbt zusätzlich mit flexiblen Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten, Mitarbeiterrabatten und Events für die Belegschaft.

Faire Gehälter und Arbeitsbedingungen für alle?

Die Rhenus-Gruppe ist ein internationaler Logistikdienstleister und hat Standorte überall auf der Welt. Die Arbeitsbedingungen und Gehälter für alle Mitarbeiter weltweit einheitlich zu regeln, kann sich aus diesem Grund kompliziert gestalten – doch nicht einmal innerhalb Deutschlands gelingt dies über die unterschiedlichen Standorte hinweg. Dies spiegeln auch die Bewertungen der Angestellten auf verschiedenen Online-Portalen wider, welche von ‚sehr positiv‘ bis ‚sehr negativ‘ reichen. Gelobt wird unter anderem der interessante Arbeitsalltag, die Arbeitsatmosphäre oder der Kollegenzusammenhalt. Jedoch ist die zahlreiche Kritik an Arbeitszeiten, Bezahlung und Überstunden nicht zu übersehen.

So haben sich die Mitarbeiter einiger Standorte an die Gewerkschaft IG Metall gewandt, um für einen Tarifvertrag zu kämpfen. Sie traten in die IG Metall ein, drohten mit Warnstreiks und setzten sich letztendlich durch – im Jahr 2015 erkämpften die Rhenus-Mitarbeiter des Stuttgarter Standorts nach langen Verhandlungen einen Tarifvertrag. Seit Januar 2016 garantiert dieser den dortigen Angestellten mindestens 2.170 Euro brutto im Monat bei 37,5 Stunden pro Woche, 400 Euro mehr als zuvor, sowie Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld. Außerdem stieg die Anzahl der jährlichen Urlaubstage von 25 auf 30. In den folgenden Jahren wandten sich auch die Mitarbeiter anderer Standorte an die IG Metall, da auch sie der Überzeugung waren, dass nur ein Tarifvertrag sichere und faire Arbeitsbedingungen garantieren könne.

Die Mitarbeiter in Mannheim gingen im Jahr 2019 auf die Straße, um auf schlechte Bezahlung und unsichere Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Auch sie forderten einen Tarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen absichert, eine bessere Bezahlung festlegt und Zuschläge sowie Boni zugesteht. Die IG Metall berichtete damals: „Viele Mitarbeiter verdienen kaum mehr als den Mindestlohn.“ Nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen und zwei Warnstreiks konnte mitten in der Corona-Krise endlich ein Tarifvertrag für die Mitarbeiter der zwei Standorte in Mannheim ausgehandelt werden. Rückwirkend zum 01. Juli 2020 erhalten die Angestellten nun fünf Prozent mehr Lohn sowie eine Einmalzahlung von 700 Euro. Ab Juli 2023 sollen die Gehälter dann weiter steigen. Zusätzlich beinhaltet der neue Manteltarifvertrag eine Kürzung der Wochenstunden von 39 auf 37,5 Stunden. Auch Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und 30 Tage Urlaub pro Jahr sind vorgesehen.

Ist Rhenus Logistics trotz vieler Kritikpunkte ein guter Arbeitgeber? Dafür spricht, dass der Logistikdienstleister ein stetig wachsendes, globales Unternehmen ist, welches einen interessanten und vielseitigen Arbeitsalltag bietet. Auch die Karrierechancen sind gut und Auslandsaufenthalte eine Möglichkeit, seinen beruflichen und persönlichen Horizont zu erweitern. Zudem bietet Rhenus Logistics eine Vielzahl an verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten an.

Dennoch: Eine faire Bezahlung und genügend Urlaubstage sollten an allen Standorten selbstverständlich sein. Dass ein die Gerechtigkeit steigernder Tarifvertrag nur einzelnen Mitarbeitern an bestimmten Standorten zugutekommt, ist nicht nachvollziehbar. Die Herausforderung, hier für unternehmensweite Standards zu sorgen, gilt es nun anzunehmen. Die ersten Schritte sind getan, dabei sollte es jedoch nicht bleiben.

 

Quellen:

bw.igm.de

Glassdoor

igmetall.de

kununu.com

mannheim.igm.de

morgenweb.de

oabat.de

rhenus.com

rhenus.group

stepstone.de

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