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Karriereperspektiven ohne Abitur

Wer kein Abitur in der Tasche hat, muss nicht auf Karriere verzichten. Es gibt Möglichkeiten, ohne Abitur erfolgreich zu sein und teilweise lässt es sich sogar ohne Abitur studieren. Es gab Zeiten, da lief ohne Abitur fast nichts und auch für Lehrberufe wurde Abitur verlangt. Heute sind die meisten Unternehmen für jeden geeigneten Bewerber dankbar – ob mit oder ohne Abitur. Arbeitgeber sind größtenteils gegenüber Schulnoten misstrauisch geworden und halten diese nicht für besonders aussagekräftig. So werden in vielen Firmen Tests für das Bewerbungsverfahren entworfen und die Zeugnisse werden sich eher oberflächlich angeschaut.

Zum Beispiel werden beim Konzern Siemens geeignete Bewerber mittels Online-Verfahren herausgefiltert. Erst dann wird sich das Zeugnis angeschaut. Nicht das Abitur ist ausschlaggebend für die Einladung zum Bewerbungsgespräch, sondern unter anderem die Fehlzeiten. Wer oft die Schule geschwänzt hat, wird kaum Chancen zum Jobgespräch bekommen. Gefragt sind Auszubildende, die motiviert sind und Lust auf das Erlernen des Berufes haben. Wie Wolfgang Rink (Handwerkskammer Berlin) berichtet, sind die Erfahrungen vieler Betriebe mit Schülern durchaus positiv, die eher mittelmäßige Schulnoten vorweisen konnten, da manche Auszubildende im Berufsleben aufblühen.

Karriere ohne Abitur

Unter den Prominten gibt es immer wieder Beispiele dafür, dass ohne Abitur Karriere gemacht werden kann. Sicherlich spielt es eine große Rolle, ob der Beruf mit Leidenschaft verbunden ist oder nicht. Wer einen Beruf mit Begeisterung ausübt, wird auch gerne weiterhin dazu lernen und somit für die eigene Karriere sorgen. Ein Beispiel ist der Gastronom und Koch Frank Oehler, der durch die Fernsehsendung „Die Kochprofis“ bekannt wurde. Er hat kein Abitur, sondern nach der Schule eine Lehre als Koch absolviert. Er ist ein Koch mit vielen Auszeichnungen, unter anderem bekam er den Michelin Stern.

Generell haben Arbeitnehmer gute Karrierechancen, wenn sie sich weiterbilden. Wer beim Bewerbungsgespräch Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen vorweisen kann, zeigt sich engagiert und solche Mitarbeiter sind gerne gesehen. Viele Chefs übernehmen auch die Kosten für Fortbildungen und mit diesen Qualifikationen öffnen sich häufig so manche Türen, die zur Karriereleiter führen.

Studieren ohne Abitur

In manchen Bundesländern ist ein Studium auch ohne Abitur möglich. Zum Beispiel ließ man in Bayern Eva Scheerer Medizin studieren, obwohl sie kein Abitur vorweisen konnte. Mitbringen musste sie Berufserfahrungen und eine fachverwandte Ausbildung. In diesem Fall war das eine Ausbildung zur Krankenpflegerin und eine Fachweiterbildung für Intensivmedizin und Anästhesie. Nun ist Bildung Sache der Länder und jedes Bundesland entscheidet unterschiedlich. In Hamburg sind verschiedene Studiengänge auch ohne Abitur möglich, unter anderem Bachelor of Laws oder Europäische BWL. Zudem sind seit 2009 die Abschlüsse Fachwirt, Meister und Techniker gleichgesetzt mit dem Abitur. Mit einer zweijährigen Ausbildung und dreijähriger Berufserfahrung kann ebenfalls ein Studium in Angriff genommen werden. Allerdings ist man dann an seinen Fachbereich gebunden, während das beispielsweise ein Meister nicht ist. Einige Universitäten führen Eignungsprüfungen durch und je nach Ergebnis wird man zum Studium zugelassen.

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