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Was verdient man bei der Deutschen Post?

Mitarbeiter der Deutschen Post

57 Mio. Briefsendungen je Werktag, 5 Mio. Pakete, 955.000 tägliche internationale Sendungen, 4 Mio. Tonnen Luftfracht – diese Zahlen sprechen für sich. Im Jahr 2018 verzeichnete die Deutsche Post einen Umsatz von über 61 Milliarden Euro. Nicht umsonst ist die Deutsche Post der weltweit führende Anbieter für Logistik und Briefkommunikation. Der Konzern – bestehend aus der Deutschen Post und DHL – beschäftigt rund 550.000 Mitarbeiter weltweit, davon 112.000 Zusteller und Zustellerinnen. Das Potenzial eines solch großen Konzerns hinsichtlich Jobs, Karriere und Gehalt ist entsprechend groß.

Tag für Tag begegnen wir unserem Postboten, verschicken Päckchen und Pakete und erhalten per Expressversand wichtige Waren und Dokumente – aber wie ist es um das Gehalt bei der Deutschen Post bestellt? Um diese Frage und darum, welche Jobs es bei der Deutschen Post gibt, welche Ausbildungsmöglichkeiten im Unternehmen existieren und wie die Arbeitsbedingungen aussehen, geht es in diesem Artikel.

Über das Unternehmen Deutsche Post

Die Deutsche Post AG ist mit rund 222.000 Mitarbeitenden in Deutschland einer der größten privaten Arbeitgeber und kann diesbezüglich mit der Deutschen Bahn AG und der Daimler AG in einem Atemzug genannt werden. In der Logistiksparte ist die Deutsche Post weltweit führend. Die Deutsche Post DHL Group beschäftigt derzeit weltweit über 550.000 Menschen und ist in mehr als 220 Ländern vertreten.

Das Unternehmen entstand im Jahr 1995 durch die Privatisierung der früheren Deutschen Bundespost und tritt seit 2000 als Aktiengesellschaft auf. Im Jahr 2002 übernahm die Deutsche Post den internationalen Paket- und Briefdienst DHL International. Bis Ende 2007 stand der Post in Deutschland noch eine Exklusivlizenz zu und bis Juni 2010 war die Post AG von der Umsatzsteuer im Geschäftskundenbereich befreit. Die Europäische Union setzte jedoch durch, dass alle Unternehmen gleichermaßen besteuert werden. Somit ist der Postmarkt seit dem 1. Januar 2011 in Deutschland vollständig liberalisiert und offen für alle Wettbewerber. Im Zuge der sogenannten Strategie 2015 zog sich die Deutsche Post langsam aus dem Bankengeschäft zurück, indem Minderheitsbeteiligungen der Postbank an die Deutsche Bank verkauft wurden.

Heute vereint der Konzern die Marken Deutsche Post und DHL. Die Marke Deutsche Post ist als Europas führender Postdienstleister bekannt. Hinter DHL verbirgt sich ein Serviceportfolio aus internationalem Expressversand, Frachttransport, E-Commerce-Lösungen sowie Supply-Chain-Management. Seit März 2015 tritt die Deutsche Post unter dem neuen Namen Deutsche Post DHL Group (DPDHL) auf und gliedert sich in fünf operative Unternehmensbereiche auf:

  • Post & Paket Deutschland: Im Bereich Post & Paket Deutschland arbeiten derzeit um die 192.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Stand April 2019). Diese beschäftigen sich mit nationalen Brief- und Paketangeboten sowie mit Informationsdienstleistungen.
  • DHL eCommerce Solutions: Die rund 37.000 Beschäftigten sind in ausgewählten Märkten in Europa, Nordamerika und, Asien für den nationalen und internationalen Paketversand zuständig. Durch das hohe Wachstum des Marktes für E-Commerce hat sich diese Unternehmenssparte im Januar 2019 als eigenständiger Bereich firmiert.
  • Express: Der Unternehmensbereich Express beschäftigt sich mit der schnellen und zuverlässigen Beförderung von Dokumenten und Waren im globalen Markt. Derzeit sind etwa 101.000 Personen an über 3.000 Standorten im Bereich Express tätig. Diese bearbeiten täglich über 955.000 internationale Sendungen.
  • Global Forwarding, Freight: Dieser Bereich ist auf die Vermittlung von Frachtkapazitäten (Luftfracht, Seefracht, Straßentransport, etc.) spezialisiert und beschäftigt rund 45.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.
  • Supply Chain: Im Bereich Supply Chain bietet die Deutsche Post DHL branchenspezifische Lösungen entlang der Wertschöpfungskette an. Zudem beschäftigen sich die 158.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Lager- und Lagertransportdienstleistungen sowie mit weiteren Logistikleistungen.

Der Berufseinstieg bei der Deutschen Post: Ausbildung, Studium & Co.

In Anbetracht der Größe und Vielfältigkeit des Unternehmens, eröffnen sich eine Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten. Nach eigenen Angaben der Deutschen Post befinden sich derzeit rund 5.700 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in einer Ausbildung im Unternehmen, davon absolvieren ca. 4.000 Azubis ihre Ausbildung in Deutschland. Im Jahr 2019 bietet die Deutsche Post über 2.000 neue Ausbildungsstellen in Deutschland an.

Berufsausbildung bei der Deutschen Post

Wer bei der Deutschen Post nach dem Hauptschulabschluss, der Mittleren Reife oder dem Abitur eine Ausbildung beginnen möchte, kann zwischen zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten wählen. Von Logistik über Elektronik bis hin zum Marketing – bei der Deutschen Post gibt es für jeden Schulabschluss in den unterschiedlichsten Bereichen eine Ausbildung. Dazu gehören unter anderem die folgenden Ausbildungsberufe:

Die Vergütung der Auszubildenden variiert je nach Ausbildungsberuf. Mechatroniker bzw. Mechatronikerinnen verdienen beispielsweise im Durchschnitt 860 Euro monatlich, Kaufleute für Büromanagement 850 Euro. Auszubildenden der Deutschen Post stehen zwischen 24 und 26 bezahlte Urlaubstagen pro Jahr zu. Die Chancen auf eine Übernahme nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss sind übrigens sehr gut: Die Übernahmequote liegt derzeit bei ca. 80 Prozent.

Duales Studium bei der Deutschen Post

Abiturienten und Abiturientinnen haben die Möglichkeit, bei der Deutschen Post ein duales Studium in den Bereichen Betriebswirtschaft (BWL), IT oder Ingenieurwissenschaften zu absolvieren. Im dualen Studium bei der Deutschen Post wechseln sich Theorie- und Praxisblöcke quartalsweise ab. Die Studierenden haben darüber hinaus die Option, sich im Rahmen ihres Studiums für eine Praxisphase im Ausland zu bewerben.

Schon während des dualen Studiums ist es möglich, bei der Deutschen Post Geld zu verdienen. Studierende werden monatlich vergütet und erhalten darüber hinaus Sozialleistungen, 26 bezahlte Urlaubstage sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Die Gehälter der Deutschen Post für dual Studierende liegen zwischen 12.000 Euro und 13.680 Euro brutto im Jahr.

Zu den angebotenen Studiengängen gehören beispielsweise:

Bachelor of Arts

  • BWL (Dienstleistungsmanagement, Logistik- und Supply-Chain-Management)
  • BWL (Dienstleistungsmanagement, Personal- und Bildungsmanagement)
  • BWL (Spedition, Transport und Logistik)
  • BWL (Personalmanagement)
  • BWL (Industrie-Industrial Management)

Bachelor of Engineering

Bachelor of Science

  • Wirtschaftsinformatik (Software-Engineering)
  • Wirtschaftsinformatik (Sales & Consulting)
  • Wirtschaftsinformatik (Data Science)

Traineeprogramme für Studierende und Absolventen

Hochschulabsolventen und -absolventinnen haben bei der Deutschen Post die Möglichkeit, ein 18-monatiges Traineeprogramm zu beginnen. Dabei unterscheidet die Deutsche Post zwischen den Traineeprogrammen GROW und LEAD. Das Traineeprogramm GROW wird in den Fachbereichen Business Development/Strategy, Corporate Functions, Finance, Human Resources, Project Management IT, Sales, Marketing und Operations angeboten. Im Rahmen des Traineeprogramms können die Trainees unterschiedliche Fach- und Unternehmensbereiche kennenlernen. Das Traineeprogramm LEAD bereitet angehende operative Führungskräfte auf ihre anspruchsvollen Aufgaben und Tätigkeiten vor. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt liegt bei beiden Traineeprogrammen bei ca. 46.500 Euro.

Neben den vorgestellten deutschlandweiten Traineeprogrammen bietet die Deutsche Post zudem weitere Traineeprogramme in Europa und Asien an.

Berufe und Gehälter bei der Deutschen Post DHL

Das Arbeitsplatzangebot bei der Deutschen Post ist höchst vielfältig. Auch wenn das Hauptaugenmerk bei der Briefzustellung und -sortierung liegt, sind zahlreiche weitere Berufsfelder im Unternehmen vertreten. Die Verdienstmöglichkeiten bei der Deutschen Post sind ebenso vielfältig wie die beruflichen Möglichkeiten. Im Allgemeinen zahlt die Deutsche Post AG bundesweit einheitliche Löhne, Urlaubsgeld und eine Jahressonderzahlung in Höhe eines Monatsgehalts. Mehr als 70 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse richten sich nach Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen oder gesetzlich vorgeschriebenen Gehaltsanpassungen. Die Wochenarbeitszeit für Vollzeitkräfte beträgt 38,5 Stunden.

Ein Postbote, Paketzusteller oder LKW-Fahrer bekommt beispielsweise einen tariflichen Stundenlohn von 13,37 Euro brutto. Der Lohn eines Sortierers für Briefe oder Pakete liegt bei 12,68 Euro pro Stunde. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden kommt ein Sortierer somit auf ein Bruttojahresgehalt von ca. 23.400 Euro. Ein Postbote in Vollzeit verdient ca. 24.700 Euro im Jahr. Da einige Zusteller und Zustellerinnen durch Betriebszugehörigkeit und ältere Bezahlmodelle auch ein höheres Gehalt beziehen können, sind auch Jahreseinkommen bis zu 45.000 Euro möglich.

Wie weitere Jahresbruttogehälter der Deutschen Post beispielweise aussehen können, zeigt der nachfolgende Überblick:

Projektleitung, Consultants & Führungskräfte

  • Teamleiter/-in: 31.000 € – 58.000 €
  • Projektleiter/-in: 58.000 € – 95.000 €
  • Projektmanager/-in: 41.000 € – 90.000 €
  • Senior Expert: 63.000 € – 105.000 €
  • Consultant: 58.000 € – 80.000 €

Kaufmännische Berufe

IT und technische Berufe

  • Software-Developer/-in: 63.000 € – 68.000 €
  • Senior IT-Experte/-in: 97.000 € – 105.000 €
  • Mechatroniker/-in: ca. 34.000 €
  • Carrier-Koordinator/-in: 24.000 € – 28.000 €
  • IT-Auditor/-in: 62.000 € – 67.000 €

Der Arbeitgeber Deutsche Post – wie gut sind die Arbeitsbedingungen wirklich?

Bei der Deutschen Post gibt es in sämtlichen Fachrichtungen und für jedes Karrierelevel Einstiegsmöglichkeiten. Sowohl Schulabgänger und Schulabgängerinnen, als auch Studierende mit und ohne Hochschulabschluss sowie Berufserfahrene können bei der Deutschen Post einen passenden Job finden. Auch die Gehälter sind durchaus attraktiv. Neben der Vergütung, bestehend aus dem Grundgehalt sowie variablen Bonuszahlungen, bietet die Deutsche Post zahlreiche Zusatzleistungen für seine Arbeitskräfte. Dazu gehören unter anderem Gesundheitsprogramme, Firmenwagen, Mitarbeiterevents, Coachings, Betriebsrente, Essensbezuschussungen und flexible Arbeitszeiten (in Abstimmung mit dem Vorgesetzten).

Zudem hält der Arbeitgeber Deutsche Post zahlreiche Förderprogramme und Entwicklungsmöglichkeiten für seine Arbeitnehmer bereit. Auch die Aufstiegschancen innerhalb der Deutschen Post sind groß. Rund 79 Prozent der Führungspositionen wurden durch interne Bewerberinnen und Bewerber besetzt.

Nichtsdestotrotz steht die Deutsche Post auch immer wieder in der Kritik. Vor allem geht es dabei um die Arbeitsbedingungen der Paketzustellerinnen und Postboten. Dort ist von unbezahlten Überstunden und Dumpinglöhnen bei gleichzeitig harten Arbeitsbedingungen die Rede. Briefzusteller, die direkt bei der Deutschen Post angestellt sind, erhalten einen tariflichen Stundenlohn, der über dem Mindestlohn liegt und profitieren von festen Arbeitszeiten und bezahlten Urlaubstagen. Das Problem liegt hierbei weniger bei den festangestellten Paketzustellerinnen und Briefträgern, sondern vielmehr bei den Servicepartnern der Deutschen Post. Viele Paketzustellerinnen und Postboten sind nämlich nicht direkt bei der Deutschen Post angestellt, sondern arbeiten für Subunternehmen. Viele dieser Subunternehmen lagern die Arbeit wiederum an weitere Subunternehmen aus. Laut Aussage der Deutschen Post erfolgt die Auslagerung der Arbeit an Fremdfirmen nur in Ausnahmefällen. Die Gewerkschaft ver.di geht jedoch davon aus, dass die Deutsche Post im Bereich der Zustellung mittlerweile überwiegend die Arbeit an Subunternehmen abgibt. Dort verdienen die Paketzustellerinnen und Postboten oftmals schlechter, müssen zahlreiche unbezahlte Überstunden leisten und erhalten lediglich befristete Verträge. Die Frage, die an dieser Stelle gestellt werden muss, ist, ob die Deutsche Post für die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer der Subunternehmen Verantwortung tragen sollte. Die Gewerkschaft ver.di sagt klar: „Wer die Arbeit auslagert, muss dafür verantwortlich bleiben“.

Darüber hinaus wurde die im Mai 2018 vorgenommene Umwandlung von befristeten in entfristete Arbeitsverträge heftig kritisiert. Was im ersten Moment positiv klingt, hat jedoch einen trügerischen Hintergrund, da die Deutsche Post die Umwandlung der Verträge von den Krankheitstagen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen abhängig macht. Wer in zwei Jahren krankheitsbedingt mehr als 20 Tage gefehlt hat, hat keine Aussicht auf einen unbefristeten Vertrag. Solche Maßnahmen wurden von Arbeitsmarktpolitikern als „menschenverachtend und sittenwidrig“ bezeichnet. Der Konzernchef der Deutschen Post verteidigte jedoch seine aufgestellten Bedingungen. Letztendlich profitierten auch viele von der Initiative – so wurden im letzten Jahr ca. 9.000 befristete Arbeitsverträge entfristet.

Zusammenfassend ist die Deutsche Post trotz aller Kritik ein attraktiver Arbeitgeber. Insbesondere Menschen mit Ambitionen haben aufgrund zahlreicher Förder-, Weiterbildungs- und Trainingsprogramme die Möglichkeit, intern Karriere zu machen und bis an die Spitze aufzusteigen. Zudem bestehen aufgrund der starken internationalen Ausrichtungen viele Chancen, auch auf internationaler Ebene bei der Deutschen Post eine Beschäftigung zu finden.

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Quellen:

Deutsche Post DHL
Glassdoor
Spiegel Online
Statista
ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Zeit Online
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