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Arbeiten im Freizeitpark: Jobs, Aufgaben und Gehalt

Achterbahn in einem Freizeitpark

Ob Nervenkitzel auf der Achterbahn, schöne Aussichten vom Riesenrad oder Fantasygefühl beim Eintauchen in Themenwelten: In Freizeitparks ist für jeden etwas dabei. Wenig verwunderlich daher, dass sich diese in Deutschland weiterhin großer Popularität erfreuen. Jedes Jahr entschließen sich viele Millionen Familien zu einem Tagesausflug oder Kurzurlaub in einem Vergnügungspark.

Was für Gäste vorwiegend Abenteuer und Action bedeutet, ist allerdings nur durch harte Arbeit möglich. Während sich Groß und Klein vergnügen, sorgen unzählige Mitarbeiter durch ihr Tun dafür, dass ein Besuch auch zum echten Erlebnis wird. Doch welche Berufe gibt es überhaupt in einem Freizeitpark? Wie kann man dort eine Stelle ergattern? Und welche Gehälter sind bei solchen Jobs zu erwarten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen wir uns in diesem Artikel.

Berufe und Ausbildungen in Freizeitparks

In einem Freizeitpark arbeitet ein vielköpfiges Team, das in der Hochsaison oftmals tausende Mitarbeiter umfasst, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen.

Auch wenn es sich bei Vergnügungsparks um touristische Anlagen handelt, müssen sie dennoch wie Großunternehmen geführt werden. Der jährliche Umsatz liegt bei den größten Parks in dreistelliger Millionenhöhe – umso wichtiger daher, dass hinter jeder Spaßfabrik ein kompetentes Management steht. Wer gerne in einem Freizeitpark arbeiten will, aber lieber im Hintergrund bleiben möchte, kann hier möglicherweise seinen Traumjob finden.

Folgend einige Beispiele für Tätigkeiten im Bereich der Verwaltung, Buchführung oder Informationstechnologie, welche in einem Freizeitpark benötigt werden, sowie die durchschnittlichen Bruttomonatslöhne in diesen Berufen:

Gleichzeitig darf auch die Verköstigung und Beherbergung der Gäste nicht vernachlässigt werden. In jedem Freizeitpark gibt es dutzende Imbissstände und Restaurants und viele Parks bieten mittlerweile gar Übernachtungsmöglichkeiten an – manche Vergnügungsanlagen sind nämlich so groß, dass sich nicht nur ein Tagesausflug, sondern gar ein Kurzurlaub lohnt.

Im Folgenden einige Beispiele für Berufe der Gastronomie und Hotellerie in einem Freizeitpark und die Bruttogehälter, die in diesen Berufen monatlich im Schnitt gezahlt werden:

Zentral für die meisten Freizeitparks sind die Achterbahnen und sonstigen Attraktionen: Deren Betrieb, Kontrolle und Instandhaltung stellt eine weitere Kernaufgabe in einem Freizeitpark dar, weswegen hierfür zahlreiche qualifizierte Mitarbeiter benötigt werden.

Die folgende Liste zeigt einige handwerkliche und technische Berufe, nach denen in Freizeitparks eine große Nachfrage besteht, und die üblichen monatlichen Bruttodurchschnittsgehälter:

Wer in einer verantwortlichen Position mit Achterbahnen arbeiten möchte, benötigt viel Leidenschaft, Interesse und Eigeninitiative, denn eine eigene Ausbildung zum ‚Achterbahningenieur‘ gibt es nicht. Hilfreich ist hier für Ingenieure und Ingenieurinnen vor allem ein generalistisches technisches Studium, zum Beispiel im Bereich Maschinenbau; gleiches gilt analog für die Ausbildung von Mechanikern. Erfahrungen können Interessierte möglicherweise im Rahmen eines Praktikums sammeln, denn diese werden von den meisten Freizeitparks in allen Bereichen regelmäßig ausgeschrieben. Ansonsten bildet umfangsreiches Basiswissen das Fundament, das anschließend durch eine gründliche Einarbeitung erweitert wird.

Im Allgemeinen gilt: Wer in einem Freizeitpark arbeiten möchte, sollte sich nach entsprechenden Stellenausschreibungen der jeweiligen Parks umschauen. Doch man kann es auch auf eigene Faust versuchen, denn viele Parks sind für Initiativbewerbungen offen.

Darüber hinaus bieten Freizeitparks üblicherweise umfangreiche Ausbildungsmöglichkeiten im Betrieb an, um Berufsnachwuchs früh rekrutieren zu können und diesen dann während der dualen Ausbildung auf den spezialisierten Arbeitsalltag vorzubereiten. Insbesondere Lehrberufe im Bereich der Gastronomie und Hotellerie sind gefragt. Weitere Ausbildungen, die sich in einem Vergnügungspark absolvieren lassen, sind beispielsweise Fachkraft für Lagerlogistik oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit. In einzelnen Parks ist auch ein duales Studium möglich, das Legoland beispielsweise bietet dieses in den Fächern Gesundheitsmanagement, Human Resource Management sowie Management Food & Beverage an.

Jobben im Sommer: Saisonberufe im Freizeitpark

Auch wenn Vergnügungsparks in vielerlei Hinsicht wie ein herkömmliches Unternehmen operieren, gibt es einen großen Unterschied, die Mehrheit der Mitarbeiter ist nämlich nicht fest angestellt. Grund: Freizeitparks befinden sich im Freien und sind deshalb allen Witterungsverhältnissen ausgesetzt, weswegen es in der Regel nicht möglich ist, diese 365 Tage im Jahr in Betrieb zu halten. Das Disneyland in Paris hat zwar ganzjährig geöffnet, doch das ist eine Ausnahme, in Deutschland sind alle großen Freizeitparks saisonal geöffnet. Die Sommersaison geht in vielen Fällen von Mai bis November, teilweise kommt noch eine kurze Wintersaison hinzu. Auch wenn sich die genauen Öffnungszeiten von Park zu Park unterscheiden, so sind diese im Frühjahr in der Regel nicht für Besucher zugänglich.

Das bedeutet gleichzeitig: Die Vielzahl an Aushilfen, die etwa an Fahrgeschäften, Imbissbuden und Parkplätzen für die Betreuung der Gäste sorgen, wird dann nicht benötigt. Deswegen werden für diese Saisonjobs jedes Jahr neue Arbeitsverträge abgeschlossen. Manche Berufe, zum Beispiel im Rettungs- und Sicherheitsdienst, müssen mit Fachkräften besetzt werden, doch die meisten Tätigkeiten besitzen eine niedrige Qualifikationsschwelle. Deshalb bieten sie sich vor allem als Nebenjob an und können beispielsweise von Schülern, Studierenden oder Rentnern ausgeführt werden.­

Hier nun einige Beispiele für saisonale Berufe in Freizeitparks sowie durchschnittliche Monatsbruttogehälter, welche in Vollzeit zu erwarten sind:

Eine Tätigkeit, die sich fast ausschließlich in einem Vergnügungspark ausüben lässt, ist die des Mitarbeiters für Fahrgeschäfte. Dieser ist für die Sauberkeit und Bedienung von Achterbahnen, Karussells und ähnlichen Attraktionen zuständig und kümmert sich zudem darum, dass alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden: Eine Aufgabe ist somit die Anlegung der Bügel vor jeder Fahrt. Wer gerne in Verkleidung arbeitet und gut mit Kindern umgehen kann, kann sich hingegen um einen Job als Maskottchen bemühen.

Europa-Park, Phantasialand, Legoland und Co.: In welchen Freizeitparks kann man arbeiten?

Fast 39 Millionen Besucher konnten deutsche Freizeitparks im Jahr 2017 verzeichnen – Tendenz steigend. Zehn Jahre zuvor waren es noch 29 Millionen Gäste gewesen. Der Corona-Sommer 2020 wird die Zahlen jedoch deutlich sinken lassen. Weit mehr als 100 solcher Vergnügungsanlagen gibt es in der Bundesrepublik, doch jeder Park ist für sich einzigartig und stellt daher auch ein individuelles Arbeitserlebnis dar.

Arbeit und Gehalt im Europa-Park

Der größte und beliebteste Vergnügungspark Deutschlands ist der Europa-Park im baden-württembergischen Rust. Auf einer Fläche von 950.000 Quadratmetern befinden sich neben Achterbahnen und zahlreichen anderen waghalsigen Fahrgeschäften auch Abenteuerspielplätze, Labyrinthe, Schaubuden, Autoscooterhallen und vieles mehr. Knapp sechs Millionen Besucher strömen jährlich durch den Einlass, womit der Europa-Park der zweitgrößte Vergnügungspark Europas ist.

Angesichts der schieren Größe des Europa-Parks kommt Verwaltungs- und Managementjobs hier eine große Bedeutung zu, was sich auch in den Gehältern widerspiegelt. Bei Leitern und Leiterinnen für den Bereich Hauptkasse/Kassen/Ticketing/Guest Relation liegt das Jahresbruttogehalt zum Beispiel zwischen 71.000 und 77.000 Euro, für Manager Park Operations/Admissions zwischen 62.000 und 66.000 Euro. Ein besonderer Beruf ist zudem die Tätigkeit als Themendesigner, welche jährlich in der Regel zwischen 56.000 und 60.000 Euro einbringt: Der Europa-Park ist nämlich in zahlreiche Themenbereiche eingeteilt, zum Beispiel Abenteuerland, Grimms Märchenwald oder Skandinavien, welche entsprechend gestaltet werden müssen. Am anderen Ende der Gehaltsspanne befinden sich hingegen die zahlreichen Aushilfsjobs – hier zahlt der Europa-Park in der Regel einen Stundenlohn zwischen 11 und 12 Euro.

Große Vielfalt bei deutschen Freizeitparks

Weitere namhafte deutsche Freizeitparks, die jedes Jahr Hunderttausende oder gar Millionen Besucher empfangen, sind zum Beispiel:

  • Allgäu Skyline Park, Bad Wörishofen
  • Belantis – Das AbenteuerReich, Leipzig
  • Fort Fun Abenteuerland, Bestwig
  • Freizeitpark Plohn, Lengenfeld
  • Hansa-Park, Sierksdorf
  • Heide Park Resort, Soltau
  • Holiday Park, Haßloch
  • Legoland Deutschland, Günzburg
  • Phantasialand, Brühl
  • Playmobil FunPark, Zirndorf
  • Ravensburger Spieleland, Meckenbeuren
  • Tripsdrill, Cleebronn

Zusätzlich gibt es spezialisierte Vergnügungs- oder Themenparks, die folglich auch Jobs anbieten, die es in einem ‚herkömmlichen‘ Freizeitpark nicht gibt. Hierzu gehören der Filmpark in Babelsberg und der Movie Park in Bottrop: Diese legen, wie es die Namen bereits aussagen, einen besonderen Fokus auf Leinwandattraktionen. Daher arbeiten dort auch Cutter, Kameraleute sowie Video-Producer.

Anders verhält es sich bei den Tropical Islands in Krausnick: Hier handelt es sich um einen Wasserpark, weswegen eine große Zahl an Bademeistern, Rettungsschwimmerinnen und Saunameistern benötigt wird. Wer sich hingegen gut mit Vierbeinern auskennt, kann in Safariparks wie dem Serengeti-Park in der Lüneburger Heide als Tierpfleger oder Tierpflegerin arbeiten.

Fazit: Arbeit im Freizeitpark – ein Zuckerschlecken?

Wie ist es also, in einem Freizeitpark zu arbeiten? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn jeder Vergnügungspark ist anders. Eines ist jedoch vor allem den meisten Saisonberufen gemein: Man hat rund um die Uhr Kontakt mit Gästen und insbesondere Kindern. Wer gerne mit Menschen arbeitet, ist hier also genau richtig. Da die Besucher den Tagesablauf vorgeben, ist Abwechslung garantiert.

Die Arbeit in einem Freizeitpark hat allerdings auch ihre Kehrseiten: Die Bereitschaft zu Wochenendarbeit und Feiertagsarbeit ist ein absolutes Muss, denn gerade dann, wenn andere frei haben, herrscht in einem Vergnügungspark Hochbetrieb. Wie in allen serviceorientierten Arbeitsbereichen ist daher auch eine große Portion Stressresistenz nötig. Was viele zudem vergessen: Da derartige Parks ein großes Areal benötigen, liegen sie meist in vergleichsweise abgelegenen Gegenden. Die Arbeitswege sind daher meist lang. Kritisiert wurden in der Vergangenheit obendrein niedrige Löhne für Saisonarbeiter. Aufgrund des geringen Anteils an fest angestelltem Personal ist eine Organisation unter Arbeitnehmern schwierig, was den Einfluss von Gewerkschaften verringert.

Wie die Bezahlung aussieht, ist aber letztlich immer von Arbeitgeber und Position abhängig. Wer schon immer gerne beruflich in einem Freizeitpark aktiv sein wollte, muss sich von alledem ohnehin nicht abschrecken lassen: Die meisten Mitarbeiter entscheiden sich aus Interesse und Leidenschaft für diesen Arbeitsort.

 

Quellen:

Europa-Park

Glassdoor

Hansa-Park

Legoland

Movie Park

Phantasialand

Serengeti-Park

Spiegel Online

Statista

Süddeutsche Zeitung

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