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Trumpf Ditzingen: Gehalt, Ausbildung, Karriere und Jobs

Eine junge Ingenieurin steht mit ihrem Laptop in einer Produktionshalle und analysiert die Vorgänge.

In der Ingenieursnation Deutschland nimmt die Branche des Maschinenbaus traditionell eine zentrale Stellung ein. Mit einem Jahresumsatz von fast 3,5 Milliarden Euro (2019/2020) gehört die im baden-württembergischen Ditzingen ansässige Trumpf-Gruppe zu einem der größten deutschen Konzerne dieses Wirtschaftszweigs. Ihr Spezialgebiet sind vor allem Werkzeugmaschinen wie etwa Stanzmaschinen oder Biegemaschinen, die zur Herstellung von Werkstücken benötigt werden. Zudem hat sich das Unternehmen in der Lasertechnik etabliert – in beiden Bereichen ist Trumpf mittlerweile nicht nur national, sondern auch weltweit marktführend.

Um den riesigen Produktionsbedarf decken zu können, kann sich Trumpf auf einen vielköpfigen Mitarbeiterstamm verlassen. Mehr als 14.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählten 2020 zur weltweiten Belegschaft, mit fast 7.500 Beschäftigten arbeitete hiervon mehr als die Hälfte in Deutschland. Grund genug also, sich einen der größten nationalen Arbeitgeber im Maschinenbau genauer anzuschauen: Wie baute sich die Trumpf-Gruppe ihr globales Firmenimperium auf? Welche Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten gibt es bei Trumpf? Und wie sieht es eigentlich mit den Gehältern aus? Diesen und weiteren Fragen gehen wir in diesem Artikel nach.

Einst Werkstatt, nun Weltmarktführer: Die Geschichte von Trumpf

Der Grundstein der Trumpf-Gruppe wird vor etwa einem Jahrhundert gelegt, genauer im Jahr 1923. Mit zwei Partnern erwirbt Unternehmensvater Christian Trumpf eine mechanische Werkstatt in Stuttgart und produziert dort sogenannte Biegsame Wellen. Dabei handelt es sich um ein Maschinenelement, das unter anderem für zahnärztliche Gerätschaften und in Druckbetrieben benötigt wird. In den 1930er-Jahren beginnt die Firma dann selbst mit der Fertigung von einfachen Maschinen zur Blechbearbeitung, besonders die Entwicklung der ersten motorbetriebenen Handschere sticht hier heraus. Während des Zweiten Weltkriegs sind mehr als hundert Mitarbeiter am Flugzeugbau beteiligt, hiervon ungefähr ein Drittel französische Zwangsarbeiter – ein unrühmliches Kapitel der Unternehmensgeschichte.

1950 erreicht Trumpf einen wichtigen Meilenstein: Erstmals wird die Umsatzschallmauer von einer Million Mark durchbrochen. Das Geschäft verlagert sich allmählich auf stationäre Maschinen; gleichzeitig beginnt das Unternehmen damit, auch international Fuß zu fassen, und gründet in den 1960er-Jahren zunächst eine Tochtergesellschaft in der Schweiz, später eine weitere in den Vereinigten Staaten. 1972 wird die Unternehmenszentrale schließlich von Stuttgart ins etwa zehn Kilometer nordwestlich gelegene Ditzingen verlegt.

Mittlerweile zu einer mittelständischen Firma mit mehr als 400 Mitarbeitern angewachsen, wird Trumpf im Jahre 1978 schließlich von Berthold Leibinger übernommen. Der als Tüftler bekannte Entwicklungsingenieur transformiert das Unternehmen in den nächsten Jahrzehnten endgültig zur globalen Weltmarke. Entscheidend hierfür war auch der Aufbau eines zweiten Standbeins, nämlich der Lasertechnik. Diese macht heute knapp 1,4 Milliarden Euro des jährlichen Gesamtumsatzes aus, mit Werkzeugmaschinen setzt Trumpf etwa 2,1 Milliarden Euro pro Jahr um.

Längst hat der Konzern seine Expansion in nahezu sämtliche Regionen der Welt vorangetrieben und vereint mehr als 70 Tochtergesellschaften unter dem Schirm der Trumpf-Gruppe. Produktionsstandorte gibt es auf vier Kontinenten und in mehr als 30 Ländern, unter anderem in China, Frankreich, Russland, Großbritannien, Südkorea, Brasilien und den USA. Das heißt aber nicht, dass Trumpf seine Wurzeln vergessen hat: Bis zum heutigen Tage wird das Familienunternehmen von Mitgliedern der Leibinger-Familie geführt, und Deutschland steht weiterhin im Zentrum aller Geschäftsaktivitäten. Neben dem Ditzinger Stammsitz ist Trumpf in 14 weiteren deutschen Städten vertreten: Aachen, Berlin, Freiburg, Gerlingen, Herzogenrath, Hettingen, Neukirch, Schramberg, Stutensee, Stuttgart, Tamm, Teningen, Ulm und Unterföhring.

Lehre und Studium: Ausbildungsmöglichkeiten bei Trumpf

Wohlwissend um den Wert gut ausgebildeter und loyaler Fachkräfte hat sich Trumpf nicht nur einen Ruf als bedeutender Arbeitgeber, sondern auch als vielseitiges Ausbildungsunternehmen erworben. An sechs Standorten (Ditzingen, Freiburg, Hettingen, Schramberg, Neukirch, Teningen) können Azubis ihren zukünftigen Beruf von der Pike auf lernen. Ein besonderer Fokus liegt hier auf Tätigkeiten mit technischem Bezug – folgende Ausbildungsberufe werden in diesem Bereich von Trumpf angeboten:

Interessierte können dank eines breit gefächerten Angebots aber auch in anderen Bereichen eine Lehre beginnen, denn die Trumpf-Gruppe bildet ebenso in kaufmännischen, informationstechnologischen und gastronomischen Berufen aus. Folgende Ausbildungsberufe sind hier zu nennen:

Schulabgängern mit einer Hochschulzugangsberechtigung steht außerdem die Option eines dualen Studiums offen; an den Standorten Ditzingen und Schramberg geschieht dies im Rahmen einer Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Bei Trumpf kann ein Abschluss in folgenden Studienfächern erworben werden:

Eine Besonderheit ist zudem das kooperative Studium in Neukirch; dieses geht mit einer integrierten Ausbildung einher. Studienfächer sind hier Mechatronik, Maschinenbau (mit den Vertiefungsrichtungen Konstruktionstechnik oder Produktionstechnik) sowie Elektrotechnik (Vertiefungsrichtung Automatisierungstechnik).

Wer seine Laufbahn also mit einer Lehre oder einem Studium bei der Trumpf-Gruppe starten möchte, dem steht eine Vielzahl an Optionen offen. Das Unternehmen ist sich der Attraktivität des eigenen Ausbildungsprogramms allerdings durchaus bewusst und wählt Bewerber deswegen in einem anspruchsvollen, vierstufigen Einstellungsverfahren aus: Nach einer klassischen Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf müssen Kandidaten zwei Online-Tests durchlaufen, erst einen zu Hause, dann einen weiteren bei einem separaten Auswahltag. Zum Schluss steht ein ausführliches Interview.

Wer all jene Schritte übersteht, wird nicht nur mit einem Ausbildungsplatz, sondern auch mit zahlreichen Benefits belohnt: Für Auszubildende und Studierende gleichermaßen beginnt die Zeit bei Trumpf mit einem Start-up-Event, bei dem Umfeld und Kollegen beschnuppert werden können. Wer Teambuilding-Maßnahmen mag, kommt im weiteren Verlauf bei Zeltlagern oder jährlichen Ausflügen auf seine Kosten. Auf fachlicher Ebene bietet der Konzern regelmäßige interne Schulungsangebote, zum Beispiel Sprachkurse. Studiengänge in Kooperation mit der DHBW sowie kooperative Studienprogramme beinhalten zudem internationale Praxisphasen mit einer Länge von drei bis sechs Monaten. Besonders verlockend ist obendrein eine Übernahmegarantie, die an vielen Trumpf-Standorten nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zugesichert wird.

Was die Vergütung während der Ausbildung bzw. während des dualen Studiums angeht, macht die Trumpf-Gruppe keine konkreten Angaben. Da sich die Gehälter für reguläre Mitarbeiter nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie richten, könnte dies auch hier gültig sein. In diesem Fall würden je nach Standort und Ausbildungsjahr zwischen 980 und 1.260 Euro monatlich ausbezahlt. In jedem Fall vergütet sind zudem Studienpraktika, die drei bis sechs Monate dauern. Hier besteht dann auch die Möglichkeit eines internationalen Praktikums im Ausland.

Jobs und Gehälter bei Trumpf

Gehälter bei der Trumpf-Gruppe basieren auf dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, welcher von der IG Metall ausgehandelt wurde. Verschiedene Berufe werden je nach Bundesland in bis zu 17 Entgeltgruppen eingeteilt, welche wiederum in mehrere Zwischenstufen untergliedert sind. Die Einteilung erfolgt bei Trumpf nach einer objektiven Stellenbewertung und ist abhängig von Tätigkeitsanforderungen, Qualifikation und Berufserfahrung. Zusätzlich zum Fixgehalt zahlt das Unternehmen Urlaubsgeld sowie Weihnachtsgeld, je nach Unternehmenserfolg kann obendrein eine jährliche Gewinnbeteiligung hinzukommen. Der letzte Teil des Gesamtentgelts ist eine prozentuale Leistungszulage, die Jahr für Jahr neu bestimmt wird.

Ganz gleich ob Handwerker und Techniker in der Fabrik oder Programmierer und Manager im Büro, bei Trumpf finden sich zahlreiche verschiedene Berufsgruppen, zum Beispiel aus den Bereichen Management, IT, Einkauf, Human Resources und Marketing. Eine essenzielle Rolle nimmt außerdem das Feld Forschung und Entwicklung ein, denn Trumpf ist als Innovationstreiber bekannt und muss seine Spitzenposition auf dem Markt fortwährend durch neue Angebotslösungen festigen. Gleichzeitig darf allerdings auch nicht die Qualität der bestehenden Produktpalette vernachlässigt werden, deshalb arbeiten bei Trumpf zahlreiche Mitarbeiter aus dem Ingenieurswesen. Folgend einige dort tätige Ingenieursberufe und zugehörige Jahresbruttogehälter, die durchschnittlich zu erwarten sind:

Nicht minder entscheidend für den Geschäftserfolg sind Beschäftigte im technischen Bereich, die für Produktion, Wartung und Reparatur zuständig sind. Dies sind einige der Tätigkeiten, die sich bei Trumpf für solche Aufgaben verantwortlich zeichnen, und so viel verdienen sie jährlich im Schnitt:

Damit alle Arbeitsströme reibungslos ineinanderlaufen, werden zudem fähige Führungs- und Fachkräfte in Management und Organisation benötigt. Auch IT und Recht sind hier wichtige Unternehmensbereiche. Dies sind einige solcher Berufsgruppen und ihre zu erwartenden Jahresbruttogehälter:

Jobs bei Trumpf

Hohe Reputation als Arbeitgeber: Wird Trumpf seinem Ruf gerecht?

Bei einer Umfrage von Stern und Statista aus dem Jahr 2021 wurden deutschlandweit fast 50.000 Beschäftigte zu ihren Arbeitgebern befragt. Das sich hieraus bildende Arbeitgeberranking ergab: Trumpf gehört hier zu den zehn besten Unternehmen aus der Branche des Maschinenbaus.

Bereits vor einigen Jahren hatte das Unternehmen mit einer revolutionären Änderung des Arbeitszeitmodells für Aufsehen gesorgt: Flexibilität und Entscheidungsfreiheit stehen jetzt im Vordergrund. So können sich Beschäftigte für eine individuelle Wahlarbeitszeit entscheiden, die lediglich zwischen 15 und 40 Stunden pro Woche liegen muss – diese Zahl kann alle zwei Jahre geändert werden. Dieses Modell wird mit dem Begriff der lebensphasenorientierten Arbeitszeit beschrieben.

Dank Gleitzeit können Arbeitszeiten zudem relativ frei eingeteilt werden, hinzu dürfen Angestellte bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mobil erbringen. Das heißt konkret: Arbeitsort und Tageszeit sind frei wählbar. Ebenso erlaubt es die Trumpf-Gruppe ihren Mitarbeitern, Sabbaticals von bis zu zwei Jahren einzulegen. Dies ist beispielsweise möglich, indem während einer sogenannten Ansparphase in Vollzeit gearbeitet, aber ein Teil des Gehalts einbehalten wird. Dieses wird dann in der Freistellungsphase, also dem Sabbatical, ausbezahlt.

Auf Bewertungsportalen im Internet wird von den meisten Stimmen in der Tat die Flexibilität in Bezug auf die Arbeitszeit lobend hervorgehoben. Positiv vermerkt werden zudem Benefits für Mitarbeiter, ein angenehmes Arbeitsklima sowie die Betriebskantine. Mitunter kritisiert werden hingegen die Bürokratie sowie bisweilen starre Hierarchien im Unternehmen. Das allgemeine Echo ist allerdings positiv: Somit scheint Trumpf also nicht nur als Maschinenbauer, sondern auch als Arbeitgeber zu überzeugen.

 

Quellen:

brand eins

Glassdoor

Kununu

Statista

TRUMPF Gruppe