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Wann darf mir das Gehalt gekürzt werden?

Wann darf mir das Gehalt gekürzt werden?

Einige Arbeitnehmer befürchten, dass ihnen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage oder wegen angeblich mangelnder Leistung das Gehalt gekürzt werden könnte. Diese Sorge ist unberechtigt, denn lediglich in Ausnahmefällen ist das Kürzen des Gehalts erlaubt.

Gehaltskürzung wegen mangelnder Leistung?

Der Arbeitgeber ist mit der Leistung eines Mitarbeiters nicht mehr zufrieden und möchte das Gehalt dieses Arbeitnehmers kürzen. Dazu wäre eine Änderungskündigung notwendig. Das bedeutet: Das Arbeitsverhältnis wird ordentlich betriebsbedingt gekündigt und gleichzeitig wird ein neuer Arbeitsvertrag mit anderen Bedingungen aufgesetzt. Eine veränderte Bedingung könnte ein geringeres Gehalt sein oder auch eine andere Arbeitsstelle.

Der Arbeitnehmer muss dieser Änderungskündigung aber nicht zustimmen. Gegen diese Kündigung kann geklagt werden. Der Arbeitgeber muss dann beweisen, dass die Gehaltskürzung gerechtfertigt war. Das Arbeitsgericht würde diese Maßnahme durchgehen lassen, wenn Lohnkürzungen notwendig werden, um beispielsweise die Belegschaft nicht reduzieren zu müssen oder um die Betriebsschließung zu verhindern. Das wäre im oben genannten Fall nicht berechtigt, denn solche Verluste lassen sich durch die Lohnkürzung eines einzigen Angestellen in der Regel nicht vermeiden.

Der Arbeitgeber muss also dringende, betriebliche Gründe vorweisen können, damit die Gehaltskürzung gerechtfertigt wäre.

Lohn kürzen durch Kurzarbeit

Um eine Durststrecke zu überwinden, wird häufig der Lohn gekürzt, indem Kurzarbeit angeordnet wird. Die Kurzarbeit muss jedoch angekündigt und entweder mit den einzelnen Mitarbeitern oder mit dem Betriebsrat vereinbart werden. In dem Fall springt die Arbeitsagentur ein, die die Differenz zum Nettoeinkommen mit bis zu 67 Prozent bezahlt. Die Höhe des Differenzbetrags hängt vom Familienstand des Arbeitnehmers ab.

Gehaltskürzung durch Wegfall von Boni

Werden Boni ausgezahlt, die vom Unternehmensgewinn abhängen, können diese variablen Vergütungen in schwierigen Zeiten automatisch wegfallen. Wurde jedoch mit dem Mitarbeiter ein Bonus für das Erreichen festgelegter Ziele vereinbart, muss der Chef auch in finanziell schlechten Zeiten diesen Bonus auszahlen. Zum Beispiel könnte vereinbart sein, dass der Bonus bezahlt wird, wenn der Mitarbeiter den Kundenstamm um xy Prozent erweitert hat. Wurde dieses Ziel erreicht, darf der Chef nicht einfach den Bonus einbehalten, weil das Unternehmen knapp bei Kasse ist. Der Arbeitgeber ist berechtigt, Sondervergütungen zu kürzen oder einzubehalten. Dazu muss im Arbeitsvertrag geregelt sein, dass beispielsweise Urlaubs- oder Weihnachtsgeld freiwillig gezahlt und vom Arbeitgeber frei widerrufen werden kann.

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